Review

Die klassischen Kapriolen rund um Mr. Wilson gehen bei Panini mittlerweile in die elfte Runde. Nachdem wir uns zuletzt die Sammelbände „Deadpool Killer-Kollektion: Gott für einen Tag (Band 9)“ sowie „Deadpool Killer-Kollektion: Krawall im All (Band 10)“ mit den Deadpool-Storys aus der Feder von Autor Christopher Priest angeschaut haben, kommt es hier wieder zu einem Wechsel der kreativen Mannschaft für den Söldner mit der großen Klappe.

Die „Deadpool Killer-Kollektion: Held für Kopfgeld (Band 11)“ stammt nämlich von Autor Jimmy Palmiotti und Mit-Autor Buddy Scalera sowie den Zeichnern Darick Robertson, Michael Lopez und Eisner Award-Gewinner Paul Chadwick.
Palmiotti, der in jüngster Zeit vor allem die (Miss-)Geschicke der bekloppten Harley Quinn von der DC-Konkurrenz gelenkt hat, betreute ab 1998 mit Marvels heutigem Chief Creative Officer Joe Quesada den Ableger Marvel Knights, mit dem Ziel, Storys für ein erwachseneres Publikum abzuliefern. Ab Ende 2000 – mit der US-Ausgabe „Deadpool 46“ – übernahm besagter Palmiotti dann auch den Autorenjob für den irrsinnigen Söldner, um für frischen Wind zu sorgen.

Inhaltlich hetzt Jimmy Palmiotti seinen Deadpool auf die Unterwelt von New York. Der Söldner mit der nimmermüden Klappe wird von einem Polizisten engagiert, um sechs große Mafia-Bosse auszuschalten. Der Gesetzeshüter führte Ermittlungen gegen die großen Fische und fürchtet nun um das Wohl von Familie und Freunden. In diesem Zusammenhang begegnet Wade der Traumfrau Anna, die ihn für seinen Auftrag mit Informationen versorgen soll. Deadpool schwebt glückselig auf Wolke 7. Bald soll sich jedoch herausstellen, dass es sich hier um ein abgekartetes Spiel handelt. 

Im weiteren Verlauf geht es ungewöhnlich weiter, wenn sich dem Söldner mit Schnauze weitere Frauen seiner Träume an den Hals werfen. Zwar ist Deadpool auch heutzutage (unglücklich) mit Shiklah verheiratet (aktuell herrscht ein wahrer Rosenkrieg, vgl. Deadpools monatliche Serie spätestens ab Heft 16). Allerdings steht Shiklahs geschwätziger und nicht minder entstellter Gemahl keinesfalls in dem Ruf, ein Herzensbrecher zu sein – könnte seine Ex Vanessa Carlysle alias Copycat etwas damit zu tun haben? 

Zu guter Letzt hält die elfte Kollektion auch noch einen jungen Sidekick namens Pool Boy für Wade bereit – wenn auch nur für kurze Zeit.

Die Sammelbände der „Killer-Kollektion“ bieten weiter klassische Abenteuer der Pool-Historie in deutscher Erstveröffentlichung, die sich vor allem für Fans und Komplettisten anbieten. Nicht, dass der Band nicht auch einsteigerfreundlich wäre, aber der Humor ist definitiv (noch) nicht auf dem Level, das später etwa ein gewisser Daniel Way („Deadpool: Secret Invasion“, „Deadpool: Affentheater“ u.v.m.) noch erreichen soll. Einsteiger können also auch durchaus an anderer Stelle starten.
Im Gegensatz zu den heutigen Abenteuern verhält sich Pool hier noch erfrischend unmoralisch, naiv und beschränkt.

Das Artwork ist ansprechend, aber weist auch noch den andernorts („Deadpool Killer-Kollektion: Gott für einen Tag (Band 9)“, „Deadpool Killer-Kollektion: Krawall im All (Band 10)“) bereits beschriebenen 90er Charme auf – zeitgemäß, sicherlich für den einen oder anderen gewöhnungsbedürftig, aber zu keiner Zeit störend.

Fans der klassischen Deadpool-Storys bleiben am Ball und dürften auch die vorliegenden als kurzweiliges, lesenswertes Vergnügen einstufen.

Inhalt

In dieser Geschichte über Gewalt, Irrsinn, Romantik und Verrat soll der Söldner mit der großen Klappe sechs Mafia-Bosse kaltmachen.
Plus: Das Debüt von Deadpools jungem Sidekick Pool Boy?!

Der erste Sammelband mit den Deadpool-Storys aus der Feder von Jimmy Palmiotti (Harley Quinn).

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Jimmy Palmiotti
(*14. August 1961) ist ein amerikanischer Autor und Zeichner von Comics. Darüber hinaus schreibt er außerdem für Games, für das Fernsehen und für Filme.  

Jimmy Palmiotti – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 19.12.2017
Originalausgaben: Deadpool (1997) 46-51
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)