Review

Gerade erst haben wir die Hit-Serie „Deadly Class“ aus der Feder von Rick Remender und Wes Craig zu unserem Platz 3 der „Comic-Highlights des Jahres 2020“ gekürt, da dürfen wir mit „Deadly Class 6: Nicht das Ende“ auch schon den nächsten Teil der Geschichte rund um Saya, Marcus, Maria & Co. präsentieren.

Dabei hatte die letzte Ausgabe, „Deadly Class 5: Karussell“, vor allem einige spannende neue Figuren wie den deutschen Metalhead Helmut oder die strenggläubige und schwer durchschaubare Zenzele im Gepäck. Die i-Dötzchen an der Kings Dominion sahen sich dabei direkt mit den neuen Mächtigen an der Schule für Killer konfrontiert: Der ebenso korpulente wie skrupellose Shabnam und der machthungrige Viktor streiten um die Vorherrschaft und die Gunst von Schulleiter Lin.

Der sechste Band widmet sich jedoch zunächst einem ganz anderen Kapitel. In einer Art Prequel sehen wir die Vergangenheit von Saya und ihrer Yakuza-Familie. Dabei wirkt sich ihre starke Beziehung zum Vater insbesondere auf die Beziehung zum eigenen Bruder aus.

Erstklässler on tour

Schon als Kind wollte Saya nichts anderes, als zur Kings Dominion zu gehen, um eines Tages ein Mitglied der Yakuza zu sein, deren Boss ihr Vater ist. Der Vater möchte jedoch nicht, dass seine geliebte Tochter in ihrem Leben nur noch mit Finsternis und skrupellosen Gangstern zu tun hat. Doch auch für den Mafia-Boss steht fest: Saya ist viel mehr der Sohn, den er immer haben wollte, als sein verkorkster Sohn Kenji. Freilich ist Kenji nicht bereit, seinen Anspruch auf die Macht zu teilen, geschweige denn völlig abzutreten. Und so entspinnt sich ein familiärer Verrat, der Bündnisse von jahrzehntelangem Bestand zerstört.

Während Saya für tot gehalten wird, entschließen sich ihre Erstklässler-Freunde Zenzele, Quan, Helmut und Tosahwi gemeinsam einen Roadtrip zu unternehmen. Helmut hat mittlerweile eine Beziehung mit Goth-Girl Petra (aus Marcus‘ Jahrgang) angefangen, die die Gruppe begleitet. Völlig unerwartet kommt es in Mexiko zu einem Treffen mit Marcus und Maria, die die Hetzjagd auf die Ratten überlebt haben.

Doch der nächste hinterhältige Angriff lässt in dieser gnadenlosen Welt nicht allzu lange auf sich warten.

Die Herkunft von Saya 

„Deadly Class 6: Nicht das Ende“ ist wieder genau dieses Lesevergnügen, das sich Fans der Reihe vorab davon zu versprechen vermögen.

Leseprobe aus „Deadly Class 6: Nicht das Ende“. (Copyright: Cross Cult)

Die neu vorgestellten Figuren werden von Multitalent Rick Remender mit spielerischer Leichtigkeit weiter etabliert und mit viel Leben gefüllt. Insbesondere der vollkommen schrullige Helmut festigt seine Rolle als neuer Publikumsliebling; ob der lebensfrohe Metalhead nun über die Kommerzialisierung von Kunst und Kultur, vor allem Musik, philosophiert oder sich darüber freut, dass er mit seinem „großen Geschäft“ die Keramik verstopft: Das ist eine Figur, die dem Leser die Tränen vor Lachen in die Augen treibt. Selbst die geradezu nihilistische Petra kann sich diesem Pfundskerl nicht entziehen.

Dabei sind Sprache, Dialoge und Themen so nah an der Lebenswelt, dass man meinen könnte, Remender hätte das alles genau so erlebt.

Die Geschichte um die knallharte Saya ist nicht minder lesenswert. So erinnert dieser Abschnitt des Comics an „Die Herkunft von O-Ren“ aus Tarantinos „Kill Bill – Volume 1“. Freilich weist Saya keine chinesisch-japanisch-amerikanische Abstammung auf; und dennoch ist sie eine junge Frau, die um den Vorsitz des Yakuza-Rates kämpft. In einer von Männern dominierten Gangster-Welt mausert sich die junge Frau zur gefährlichsten Killerin der Welt.

Wir werden auch diesmal nicht müde zu betonen, wie das unnachahmliche Artwork von Wes Craig und Jordan Boyd seinesgleichen sucht. Eine herrliche Figurengestaltung trifft auf unverkennbare Farben.

Fazit

Wer bis jetzt noch nicht „Deadly Class“ liest, der sollte endlich damit beginnen – eine wahnsinnig gute Comic-Reihe!

Inhalt

Die Erstklässler erhielten einen blutigen Empfang an der Kings Dominion, während die frisch an die Macht gekommene Schülervertretung mit brutaler Herrschaft die Schulflure und das Wohnheim regiert. Bist du nicht Teil der Gruppe – bist du Teil der Todesstatistik. Währenddessen wird Saya von ihrer eigenen düsteren Vergangenheit heimgesucht: List und Tücke an jeder Ecke. Fernab von diesem Blutbad ergehen sich Marcus und Maria, seltene Überlebende der tödlichsten Schule der Welt, in den schwärzesten Rachefantasien.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Rick Remender
ist ein amerikanischer Comicautor und Künstler, geboren am 06. Februar 1973. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Marvels Uncanny Avengers, die Uncanny X-Force und Venom.

(Quelle: Wikipedia)

Rick Remender – Homepage | Rick Remender – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 23.09.2020
Seitenzahl: 136
ISBN: 978-3-966580-85-4
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)