Review

Neue Klasse, neues Glück

Die Machtverhältnisse an der Akademie der tödlichen Künste haben sich massiv verändert. Der in vielerlei Hinsicht schwerfällige Shabnam, Marcus Lopez‘ ehemaliger Zimmergenosse, hat es sich in einer Position der Macht gemütlich gemacht. Dabei wird er allerdings vermehrt von seiner nicht minder korpulenten Freundin aus dem Hintergrund gelenkt. Konkurrenz macht diesem unappetitlichen Gespann der ebenso große wie muskulöse russische Berserker Viktor.

Des Schulleiters neuer Liebling ist hingegen Saya. Diese hat bei der Abschlussprüfung von sich reden gemacht, ihre Freunde – die Ratten – verraten, und sich nunmehr auf deren Kosten einen Ruf als schönste und tödlichste Auftragskillerin der Schule aufgebaut. Maria und Marcus sind (einstweilen?) von der Bildfläche verschwunden.

Außerdem gibt es neue Schüler an der King’s Dominion, die ebenfalls darauf brennen, alles über die Kunst des Mordens zu lernen. Und wenn Saya von ihrer Familie und den Yakuza heimgesucht wird, dann werden neue Freundschaften auf eine harte Probe gestellt.

Bewertung

Rick Remenders „Deadly Class“ bleibt ungebrochen ein furios inszenierter Rausch. Die Mixtur aus knüppelharter Action, bisweilen unerhörtem Tempo, gekonnt eingestreuten Coming-of-Age-Elementen sowie – auch und vor allem – besonders eigenwilligen und charismatischen Figuren ist derart gut gelungen, dass sie den Leser nachhaltig in ihren Bann zieht. Die Dramaturgie und der Stil und Ton der Geschichte sind schlicht großartig; insbesondere die intelligente, gewitzte Sprache.

Leseprobe aus „Deadly Class 5: Karussell“. (Copyright: Cross Cult)

Besonderes Lob verdient abermals die exzellente Figurengestaltung. Von den neuen Figuren spielen sich sogleich der glatte Charmeur und Rockabilly-Fan Quan, der riesige ostdeutsche Hüne und Metalhead Helmut sowie die amazonenhafte Kriegerin Zenzele in den Vordergrund. Das sind abermals echte Charakterköpfe. Diese unterschiedlichen Charaktere bereichern die ohnehin schon farbenfrohe und abwechslungsreiche Saga noch weiter. Selbst die scheinbar gefühllose Saya fühlt sich in dieser neuen Gruppe zunehmend wohl.

Vor allem Helmut schießt bei seinem ersten Auftritt den Vogel ab: Ob nun der leidenschaftliche Aufruf zu einer „Dungeons & Dragons“-Partie in Kiffer-Atmosphäre, Thor-gleiches Gemetzel auf dem Schlachtfeld oder aber eine brüllend komische Episode mit einer quer sitzenden Flatulenz und einem Fahrstuhl – diese Figur sorgt für einige Lacher und gelungene Unterhaltung. Daneben wird auch Zenzele unmittelbar als wichtige Figur der Geschichte installiert.

Visuell lässt „Deadly Class 5“, in Szene gesetzt von Wes Craig und Jordan Boyd, ebenfalls wieder keine Wünsche offen.

Fazit

Rick Remender und Wes Craig vermögen mit ihrer Serie konstant hochwertige Qualität zu garantieren. Kein Sättigungsgefühl in Sicht.

Inhalt

Ein neuer Morgen bricht an – in Amerika und bei DEADLY CLASS!

Die Überlebenden der blutigen Abschlussprüfung haben kaum Zeit das Erlebte zu verarbeiten, bevor eine neue Klasse von Kids an der Schule startet, erpicht darauf, alles über die Kunst des Mordens zu lernen.

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Rick Remender
ist ein amerikanischer Comicautor und Künstler, geboren am 06. Februar 1973. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Marvels Uncanny Avengers, die Uncanny X-Force und Venom.

(Quelle: Wikipedia)

Rick Remender – Homepage | Rick Remender – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 17.06.2020
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-959813-74-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)