Review

Auftragskiller von Morgen

In „Deadly Class 1: Die Akademie der tödlichen Künste“ haben wir den abgedrehten, melancholischen und bisweilen tiefgründigen Straßenjungen und Protagonisten Marcus Lopez kennengelernt. Der landet in den USA der 80er Jahre an keinem geringeren Ort als der King’s Dominion, einer geheimen Eliteschule und Akademie der tödlichen Künste. Dort sollen insbesondere die Sprösslinge aus alteingesessenen Syndikaten zu Auftragskillern und professionellen Mördern ausgebildet werden – und nun auch Marcus. Doch er gerät schnell zwischen die Fronten, als er sich mit Maria, der Freundin des Sohns eines Kartellbosses, einlässt.

Zu Beginn von „Deadly Class 2: Kinder ohne Heimat“ ist besagte Maria in einer ausgesprochen depressiven Phase. Marcus kommt damit nicht sonderlich gut zurecht. Abgesehen davon hat es ihm die geheimnisvolle Saya angetan. Mit der tödlichen japanischen Killerin betrügt er seine tödliche mexikanische Freundin – ein Spiel mit dem Feuer.

Darüber hinaus wartet eine ausgesprochen peinliche, unappetitliche Drogenerfahrung auf Marcus Lopez und er muss sich einem gefährlichen Feind aus seiner Vergangenheit im Kinderheim stellen. 

Völlig abgedreht, irrwitzig und unglaublich unterhaltsam

Rick Remender führt uns mit seinem zweiten Band der Vorlage für die Syfy TV-Serie „Deadly Class“ immer tiefer in den Kaninchenbau.

Leseprobe aus „Deadly Class 2: Kinder ohne Heimat“ (Copyright: Cross Cult)

Dabei bleibt es auch hier eine surreale Coming-of-Age-Geschichte in einem fantastischen Setting mit Auftragskillern, Drogen, Gewalt und Hinterwäldlern.
In die fantasievollen Bilder von Zeichner Wesley Craig gehüllt, gewinnt der Leser den Eindruck, dass man es in den Reagan-USA lediglich im Drogenrausch aushalten konnte. Mit einem ungewöhnlichen Ansatz sowie ungewöhnlichen Mitteln erzählt Remender so eine intensive und eindrückliche Story über das Erwachsenwerden, die sich herzlich wenig um die Grenzen des „guten Geschmacks“ kümmert.

Besondere Beachtung verdient hier auch, wie detailbesessen und akribisch Remender bei seinem grotesken Trip die Stimmung und die Idole einer ganzen Generation herausarbeitet. Klischees, popkulturelle Referenzen und ein Faible für (Punk-)Rockbands sind allgegenwärtig. Ob David Lynchs „Eraserhead“, Guns n‘ Roses, die Sex Pistols, Comic-Größen, Bettie Page und, und, und. Stundenlang könnte man in den fantastischen Seiten versinken.

Fazit

Rick Remender ist schlicht und ergreifend ein Tausendsassa. „Deadly Class“ hat das Potenzial zum Kultstatus und auch dazu, das Meisterstück des Autors zu werden. Gepaart mit den detailverliebten Bildern von Wesley Craig und den tollen Farben von Lee Loughridge haben wir hier ein Comic-Buch, das sich Freunde der 9. Kunst keinesfalls entgehen lassen sollten.

 

Inhalt

Seine Freunde sind Mörder. Seine Schule ist der gefährlichste Ort der Welt. Willkommen an der Akademie der tödlichen Künste.

San Francisco, 1987. Marcus Lopez gewöhnt sich langsam an das Leben an der King’s Dominion – der geheimen Eliteschule, an der die nächste Generation von Auftragskillern und professionellen Mördern ausgebildet wird. Als Außenseiter unter Außenseitern hat er endlich einen Ort gefunden, an den er gehört. Doch Marcus wurde nicht ohne Grund an der Akademie aufgenommen. Und nun bringt ein tödliches Geheimnis aus seiner Vergangenheit ihn und seine Freunde in Gefahr …

(Quelle: Cross Cult)

Autor

Rick Remender
ist ein amerikanischer Comicautor und Künstler, geboren am 06. Februar 1973. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Marvels Uncanny Avengers, die Uncanny X-Force und Venom.

(Quelle: Wikipedia)

Rick Remender – Homepage
Rick Remender – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 15.05.2019
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-959812-08-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)