Review

Herrschaft des Bösen

Das DC-Event „Year of the Villain“ ist hierzulande bei Panini Comics gestartet („Justice League #14“). Und mit „Das Jahr des Schurken 1“ liegt auch gleich der erste Sonderband zum Crossover mit vier abgeschlossenen Kurzgeschichten vor.

Dieser Band lässt sich dabei auch völlig losgelöst, unabhängig von den weiteren Ereignissen lesen. Wer das – wie gewohnt – übersichtliche und einsteigerfreundliche Vorwort von Christian Endres liest, der weiß im Prinzip alles, um sich diesen eigenständigen Geschichten hinzugeben.

Supermans Erzfeind Lex Luthor ist einer der genialsten und reichsten Männer der Erde. In der JUSTICE LEAGUE-Heftserie versammelte der Oberbösewicht zuletzt diverse Superschurken als Legion of Doom um sich. Luthor will das sterbende Multiversum – den Verbund aller Universen und Wirklichkeiten – mithilfe der göttlichen Perpetua untergehen lassen und nach seinem Willen neu gestalten. Dafür nahm er sogar seinen Tod und seine Wiedergeburt als noch potenterer Apex Lex in Kauf. Ein Teil seines Plans sieht vor, vielen irdischen Superschurken mittels Drohnen ein Angebot zu unterbreiten: Lex bietet den Kriminellen an, ihnen Geld, Macht, Waffen oder Wissen zu geben, sodass sie ihre größten Ziele und innigsten Träume in die Tat umsetzen können – etwa ihre Heldenerzfeinde nach zu vielen Niederlagen endlich und endgültig zu besiegen. Das ist die Prämisse des serienübergreifenden Events Das Jahr des Schurken.

Auszug aus dem Vorwort von Christian Endres in „Das Jahr des Schurken 1“, Panini Comics.

Year of the Villain

Der erste Sonderband beinhaltet Geschichten rund um die Schurken Joker, Black Mask, Sinestro sowie den Riddler.

Den Auftakt macht eine Story um den Wahnsinn des Clownprinzen des Verbrechens, der auf ein Angebot des neuen Lex Luthor nicht angewiesen ist, um in Gotham das Böse zu entfesseln. Eine packende Erzählung mit dem unberechenbaren, geisteskranken Joker, der sich eines verwirrten Jungen – mehr oder weniger – annimmt. Die abgeschlossene Geschichte weist indes überhaupt keinen spürbaren Bezug zu „Das Jahr des Schurken“ auf; sie erinnert insgesamt bisweilen an „Joker“ von Azzarello und Bermejo.

Im Anschluss bringt Lex Luthor den Bandenführer Black Mask alias Robert Sionis auf die Idee, ein Imperium zu errichten und eine wirtschaftlich mächtige Firma von innen heraus zu übernehmen. Dabei bekommt es der Schurke auch mit Batwoman zu tun. Der machthungrige Sinestro sichert sich mit Luthors Hilfe hingegen die Herrschaft über ein außerirdisches Volk und installiert sich als deren neuer Gott.

Zum Abschluss wartet eine Geschichte um den Rätselfreak Riddler alias Edward Nigma und den TV-Serien-Batman-Gegner King Tut. Wie üblich möchte der Riddler den Mitternachtsdetektiv mit seinen Rätseln besiegen und den Thron der Unterwelt von Gotham City erklimmen. Luthors Geschenk an den grünen Kollegen ist nicht Geld, Macht oder Waffen, sondern Erkenntnis. Um den Dunklen Ritter schlagen zu können, muss sich der Riddler endlich neu erfinden.

Fazit

Der Sonderband „Das Jahr des Schurken 1“ bietet in der Summe durchwachsene Unterhaltung.

eseprobe aus „Das Jahr des Schurken 1“.
(Copyright: Panini Comics)

Die abgeschlossene Geschichte um den Joker aus der Feder von Horrorfilm-Legende John Carpenter („Halloween – Die Nacht des Grauens“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Sie leben“) überzeugt mit einer kurzen packenden psychologischen Betrachtung des Jokers. Allerdings besteht keinerlei Zusammenhang mit dem neuen Crossover. Das malerische Artwork Philip Tans ist indes ebenfalls ein Blickfang.

Die Geschichten um Sinestro und Black Mask sind alles in allem recht unscheinbar und bleiben leider nicht lang im Gedächtnis verhaften. Hier spielt zwar Lex Luthor als Drahtzieher und Hintermann eine maßgebliche Rolle, aber so richtig fesseln kann das Gelesene nicht.

Der Abschluss des Sonderbandes gelingt dann wieder lesenswert, wenn der Riddler in einer Geschichte von Autor Mark Russell von Apex Lex zu einer Art Metamorphose angeregt wird, um seine Spielereien hinter sich zu lassen und zu einem gefürchteten Schurken zu werden.

Die Kurzgeschichten vermögen für einen kurzweiligen Abend auf der Couch herzuhalten, werden Neueinsteiger oder Gelegenheitsleser aber wahrscheinlich nicht dazu anregen, sich dem Crossover zu widmen.

Inhalt

Die Gegner von Batman und Co. im Rampenlicht

Im Crossover „Das Jahr des Schurken“ gibt Lex Luthor vielen Verbrechern die Mittel, ihren jeweiligen Helden-Erzfeind endlich zu besiegen. Was heißt das für den Riddler und King Tut?

Und während der Joker mit einem geisteskranken Komplizen aus Arkham ausbricht, stellt sich der mächtige Sinestro in Luthors Auftrag einer intergalaktischen Gefahr. Außerdem bekommen es Batwoman und Renee Montoya mit Black Mask zu tun …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 07.04.2020
Originalausgaben: Sinestro 1, The Joker 1, The Riddler 1, Year of the Villain: Black Mask 1
Seitenzahl: 140
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)