Review

Ganze sechs Jahre hat es gedauert, bis das Autorenteam Dana S. Eliott, bestehend aus Sandra Dageroth und Diana Kruhl, ihre als Quadrilogie angelegte Reihe „Taberna Libraria“ nun mit dem Roman „Taberna Libraria – Der schwarze Novize“ im Knaur Verlag weiterführt.

Chance(n) vertan

Eine lange Zeit, die für Leser und Fans der Reihe eine ebenso lange Lesepause bedeutete. Dieser Umstand hätte es umso sinnvoller gemacht, dem dritten Werk eine Art Personenregister hinzuzufügen; nicht nur, um sich schneller wieder im hier erschaffenen Fantasy-Kosmos der Autorinnen zurechtzufinden, sondern auch um den „Cliffhanger“ im Epilog verständlicher zu machen. Letzterer verfehlt nämlich genau dann seine Wirkung, wenn man mit dem darin erwähnten und überraschend wieder auftauchenden Namen auf Anhieb gar nichts anzufangen weiß …
Nun denn, Chance vertan. Und das trifft auf den gesamten dritten Teil zu. Warum?

Mit der Fortsetzung kann das Autorenteam das Niveau des Vorgängers halten. Leider muss man allerdings sagen, denn bei uns schnitt besagter zweiter Teil, namentlich „Taberna Libraria – Das Geheimnis von Pamunar“, nach einem eigentlich vielversprechenden Debüt („Taberna Libraria – Die Magische Schriftrolle“) nicht sonderlich gut ab. Und exakt die gleichen Kritikpunkte lassen sich nun auch in Band 3 ausmachen.

Das alles erweckt schließlich den Eindruck, es hier mit einem Lückenfüller bzw. einem unnötig aufgeblähten Zwischenstopp auf dem Weg zum Finale zu tun zu haben. Doch der Reihe nach.

>Fantastische Abenteuer in einer magischen Buchhandlung<

Diese Überschrift ziert auch den Klappentext des Buches, in dem die beiden Hauptfiguren Corrie und Silvana ein weiteres Mal ihre Jagd nach den „Büchern von Angwil“ fortsetzen, um ihren Widersacher, Erzmagier Lamassar, in seinem Streben nach Herrschaft und Macht aufzuhalten. Mit besagter Überschrift und diesem Hintergrundwissen ist auch bereits alles gesagt, was es inhaltlich – ohne Spoilergefahr – zum aktuellen Band zu sagen gibt: Es warten neue Abenteuer auf Figuren und Leser, die aus spannungstechnischen Gründen stets nur knapp bestanden werden.

Diese an Computerspiele erinnernde Art Quests gestalten sich insgesamt jedoch sehr übersichtlich und vorhersehbar. Umso verwunderlicher, dass man es dennoch mit einem 650 Seiten starken Wälzer zu tun hat.
Dies ist der Vorliebe für Ausschmückungen seitens der Autorinnen geschuldet, die zudem ihre eigenen Vorlieben immer wieder – mehr aufdringlich denn geschickt und homogen in ihren Roman einbauen, ohne für die Handlung in irgendeiner Form relevant zu sein. Die Detailerwähnungen in Form des Nightwish Songs „Wishmaster“ und des hauptfigürlichen Piercings sind Beispiele dafür. Detailreich, aber unnötig werden so die Seiten gefüllt, während Kürzungen des gesamten Textes äußerst ratsam gewesen wären; vor allem, wenn man bedenkt, dass erneut seitenweise wenig bis gar nichts passiert.

Zwei Nervensägen als Hauptfiguren

Man liebt sie, oder man hasst sie. Einen Mittelweg scheint es mittlerweile nicht mehr zu geben, wenn es um die beiden Protagonistinnen der Romanreihe geht.

Diana und Sandra bilden das Autorenteam Dana S. Eliott (Copyright: Malte Dageroth)

Einst noch sympathisch und authentisch wirkend, verkommen diese Eigenschaften mehr und mehr zu nervtötenden Faktoren.
Naiv und ungeschickt stolpern die jungen Damen durch die magische Welt und geraten meist dann außer Gefahr, wenn ihnen inzwischen weitaus beliebtere Nebenfiguren zu Hilfe eilen.

Nicht nur durch die ihnen zugeschriebenen Ecken und Kanten, die ihnen einst eine persönliche Note verpasst haben, büßen die beiden Charaktere an Heldentum ein.
Das zudem implizierte „Frauenbild“ wirkt mutwillig emanzipatorisch und ihre Selbstständigkeit aufgesetzt.

Immerhin: Leserinnen im Alter der Hauptfiguren werden wohl einiges an Identifikationspotenzial entdecken können.

Fazit

Trotz der Kritik möchte man natürlich wissen, wie der Vierteiler seinen Abschluss findet. Diesbezüglich bleibt die Hoffnung, dass das Finale so stark werden wird wie der Beginn dieser inhaltlich kompakten, von den Seitenzahlen her aber sehr ausschweifenden Reihe. Ob dies gelingt, bleibt weitaus spannender, als es die Handlung des dritten Teils geworden ist.

Inhalt

Corrie und Silvana bleibt kaum Zeit, sich auf die Vorweihnachtszeit im idyllischen Ort Woodmoore einzustellen, da sie sich auf die Suche nach dem nächsten magischen Buch machen müssen, bevor der finstere Magier Lamassar es finden kann. Außerdem gilt es noch immer den Verräter in ihren eigenen Reihen zu entlarven. Als sich die Ereignisse überschlagen, stehen die beiden Freundinnen unvermittelt vor der Frage, welchen Preis sie und ihre Verbündeten für den Kampf gegen Lamassar wirklich zu zahlen bereit sind …

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Dana S. Eliott ist das Pseudonym für die beiden aus Ostwestfalen stammenden Autorinnen Sandra Dageroth und Diana Kruhl. Seit die beiden sich 1996 kennenlernten und beschlossen, ihr Hobby gemeinsam auszuleben, sind bereits mehrere Science-Fiction- und Fantasy-Romane entstanden. Doch erst mit ihrem jüngsten Projekt, der Buchreihe „Taberna Libraria“, haben sie sich an die Öffentlichkeit gewagt.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 02.06.2020
Seitenzahl: 656
ISBN: 978-3-426-51834-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde