Review

Nach ihrem Debüt „Taberna Libraria – Die Magische Schriftrolle“ entführt uns das Autorenteam Dana S. Eliott, bestehend aus den jungen Nachwuchsschriftstellerinnen Sandra und Diana, mit „Taberna Libraria – Das Geheimnis von Pamunar“ zum zweiten Mal in ihre eigens kreierte fantastische Welt. Doch im Gegensatz zum Auftakt der als Quadrilogie angelegten Reihe um die beiden Hauptfiguren Corrie und Silvana, verliert die Magie des ersten Bandes in der Fortsetzung ihren Glanz und Ausdruck. Warum das so ist, klären die nächsten Zeilen.

Wie zu erwarten war, setzt sich die Jagd nach den „Büchern von Angwil“ auf ein Neues fort, um den Bösewicht der Romanreihe, Erzmagier Lamassar, in seinem Streben nach Herrschaft und Macht aufzuhalten.
Es ist nicht gerade die Copy-&-Paste-Variante, die das Autorenduo Dana S. Eliott dabei nutzt, dennoch scheinen sich die Abläufe und Abenteuer der Hauptfiguren im Vergleich zum ersten Band zu oft zu ähneln. Einiges kommt dem Leser durch mangelnde Variationen seitens der Autorinnen somit in groben Zügen bereits aus dem Erstwerk bekannt vor, daneben weben Dana S. Eliott aber auch neue, weitere zusätzliche Handlungsstränge wie beispielsweise eine aufkeimende Liebesgeschichte ein, die zunächst jedoch nur angeschnitten werden. So auch die Relevanz des Titels, nämlich das Lüften des Geheimnisses von Pamunar, welches nur kurz bzw. am Rande gestreift wird und gar nicht recht zum eigentlichen Handlungsverlauf – sowohl die Spannung als auch die Dramaturgie betreffend – beitragen möchte. Potenzial, was es in den nachfolgenden Teilen weiter auszubauen gilt, auch wenn viele dieser Ideen nicht unbedingt neu oder innovativ wirken.

Durch den Band 1 ähnelnden Inhalt wirkt „Das Geheimnis von Pamunar“ stellenweise zusätzlich sehr langatmig und vorhersehbar. Erst gegen Ende nimmt die Handlung samt Spannung ein wenig Fahrt auf und mündet schließlich in einem Cliffhanger mit vorübergehendem Happy-End-Charme. Warum nicht gleich so?

Die Antwort darauf findet man vielleicht dann, wenn man den Fokus auf die Figurenausarbeitung legt. Dana S. Eliott verschwenden kostbare Energie darauf, die einst so sympathisch wirkenden Protagonistinnen zu wahren Nervensägen mutieren zu lassen.
Sie wirken naiv und ungeschickt, gewinnen aber alle Kämpfe, denn oftmals eilen ihnen der Zufall und das Glück herbei. Eine Mixtur, die mal ganz plausibel erscheint, dauerhaft aber dem Ganzen seine Glaubwürdigkeit raubt. Zwar wurde versucht, den beiden Figuren durch diese Ecken und Kanten eine persönliche Note zu verpassen und Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen, vom wahren Heldentum großartiger Fantasyliteratur sind die Mädels jedoch weit entfernt.

Entsprechend der Ausarbeitung der Protagonistinnen gestalten sich auch die Dialoge ebenjener. Im umgangssprachlichen Teenie-Jargon soll mitunter eine Prise Humor in den Roman gebracht werden; die den Figuren durch ihre Abenteuer und Erlebnisse angedichtete Reife ist sprachlich dadurch allerdings nicht auszumachen.

Diana und Sandra bilden das Autorenteam Dana S. Eliott (Copyright: Malte Dageroth)

Diana und Sandra bilden das Autorenteam Dana S. Eliott (Copyright: Malte Dageroth)

Darüber hinaus wären Kürzungen des Textes äußerst ratsam gewesen, denn seitenweise passiert hier wenig bis gar nichts. Was einst an Detailreichtum noch gelobt werden konnte, verliert im Nachfolgewerk seinen Reiz.
Es gibt sie zwar zahlreich, die Ausschmückungen und Beschreibungen. Jene bleiben in all ihrer Länge jedoch zu wenig aussagekräftig und hinterlassen beim Leser somit kaum Spuren.

War „Die Magische Schriftrolle“ insgesamt sehr gut, lernte man doch eine neue, fremde Welt sowie viele abwechslungsreiche Wesen und Figuren kennen, so ist das angeköchelte Menü im zweiten Teil bereits ein wenig kalt geworden. Hoffentlich finden die Autorinnen für den dritten Band neue Zutaten, um der Lesespeise den nötigen Pepp zu verleihen und das Interesse des Lesers auf ein Neues zu wecken.

Inhalt

Eine fremde Welt, ein dunkler Magier und gefährliche Bücher

Unter Aufbietung all ihrer Kräfte konnten Corrie und Silvana zusammen mit ihren Freunden aus der magischen Buchhandlung „Taberna Libraria“ dem gefährlichen Magier Lamassar einen herben Rückschlag zufügen. Doch die Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, denn alle wissen, dass Lamassar weiter nach den noch fehlenden Büchern von Angwil suchen wird, um die Herrschaft an sich zu reißen. Corries und Silvanas einzige Chance ist, vor ihm den nächsten Hinweis zu entschlüsseln. Die Suche nach Antworten führt die beiden auf die abgelegene Insel Panumar – aber Lamassar erwartet sie schon …

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Dana S. Eliott ist das Pseudonym für die beiden aus Ostwestfalen stammenden Autorinnen Sandra Dageroth und Diana Kruhl. Seit die beiden sich 1996 kennenlernten und beschlossen, ihr Hobby gemeinsam auszuleben, sind bereits mehrere Science-Fiction- und Fantasy-Romane entstanden. Doch erst mit ihrem jüngsten Projekt, der Buchreihe „Taberna Libraria“, haben sie sich an die Öffentlichkeit gewagt.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 01.12.2014
Seitenzahl: 608
ISBN: 978-3-426-51544-0
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde