Review

Mit der Veröffentlichung des Debütromans „Frostflamme“ des amerikanischen Autors Christopher Husberg liefert der Knaur Verlag neues Lesefutter für alle Fantasy-Fans. Und wer hier Blut geleckt hat, darf sich auch zukünftig wohl auf weitere Publikationen freuen, denn laut Autor ist „Frostflamme“ der Auftakt einer gesamten Fantasy-Reihe, die unter dem Namen „Die Chroniken der Sphaera“ ganze fünf Bände umfassen soll.

„Ein eindringliches High-Fantasy-Epos voller Magie und Abenteuer“ wird mit „Frostflamme“ angekündigt – und bereits die ersten Kapitel zeugen davon, dass diese Umschreibung nicht falsch ist.
Magie und Abenteuer sind jedoch nur zwei der zahlreichen Ideen, die Einzug in den Auftaktroman halten. Darüber hinaus erschafft Christopher Husberg ein kleines beschauliches Universum, das nicht nur anhand der integrierten Karten, sondern auch durch die detailreiche Darstellungsweise vom Leser gut und anschaulich nachvollzogen werden kann.

Starke Frauen – allen voran die Protagonistin Winter – prägen die Figurenlandschaft in „Frostflamme“ und stellen so manche männliche Figur – wie den eigentlich vermeintlichen Dreh- und Angelpunkt Charakter Noth – ganz schön in den Schatten. Doch obgleich sich in der Figurenausarbeitung und -konstellation sehr viel Mühe gegeben wurde, schafft es Husberg in seinem ersten Roman der Reihe noch nicht, das Eis zwischen Leser und Charaktere zu brechen.

Ähnlich distanziert wird auch die Integration des beliebten Vampirs – hier in Form der mädchenhaften Astrid – zunächst aufgenommen. Auf der einen Seite sorgt Christopher Husberg damit für Gewohntes in seinem sonst recht innovativen Ideenspektrum, auf der anderen Seite scheint die Einbindung der beliebten Fantasy-Gestalt jedoch sehr gezwungen und aufgesetzt. Weiß man um seine Leidenschaft für die TV-Serie „Buffy“, die scheinbar sogar so weit geht, dass auch seine kleine Tochter diesen Namen trägt, so wundert es nicht, dass ein Blutsauger seinen Platz im Roman gefunden hat. Nötig wäre dies aufgrund der scheinbaren Eigenständigkeit des Romans und seiner Charaktere jedoch nicht gewesen, wenngleich man der Figur Astrid sehr schnell (mehr als bei anderen Figuren) etwas durchaus Sympathisches und Positives abgewinnen kann.

Christopher Husberg (Copyright: Cheryl Babb)

Christopher Husberg (Copyright: Cheryl Babb)

Der Leser folgt ihrem Tun sehr bereitwillig – und dies liegt insbesondere darin begründet, dass der Schreibstil von Husberg sehr gut und flüssig zu lesen ist. Gerade in einem richtigen Maß präsentiert er Details, Zusammenhänge und selbst erdachte Begrifflichkeiten, ohne dass der Leser überfordert wird. Gleiches trifft auch auf die wachsende Anzahl an Charakteren zu, die er peu a peu einführt und deren Handlungsstränge im Laufe des Romans harmonisch aufeinandertreffen.

Unbestritten kann ein Fantasy-Leser zügig Begeisterung für „Frostflamme“ entwickeln, zumal sich die genannten Kritikpunkte sicherlich im Laufe der Reihe verflüchtigen werden. Nichtsdestotrotz gelingt es nur bedingt, mit gekonnter Erzählweise in den Bann zu ziehen. Obwohl die Neugier auf eine Fortsetzung geweckt ist, fällt der Lesegenuss nicht permanent fesselnd und packend aus. Nachdem nun aber im ersten Teil alle Erklärungen erfolgt und Figuren vorgestellt sind, dürfte Tempo, Spannung und Dynamik schon im zweiten Band weitaus intensiver vorhanden sein. Ein vielversprechender Anfang ist zumindest gemacht.

Handlung

Ein eindringliches High-Fantasy-Epos voller Magie und Abenteuer

An einem eisigen Morgen ziehen zwei Fischer einen schwerverletzten Mann aus dem Golf von Nahl. Noth, wie sie den Fremden nennen, leidet unter Erinnerungs-Verlust und weiß nicht, wer er ist.
Winter ist eine junge Frau aus dem Volk der Tiellan, das gerade erst Jahrhunderten der Unterdrückung entkommen ist. Sie verliebt sich in den Fremden, aber auch sie verbirgt ein Geheimnis: Die Droge Frostflamme verleiht ihr magische Macht, die Magie zerstört sie langsam aber auch.
Als die beiden am Tag ihrer Hochzeit von einem Dutzend Bewaffneter angegriffen werden, die die Tiellan töten und Noth entführen wollen, wird klar, dass er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen muss – denn wenn er nicht herausfindet, wer er in Wirklichkeit ist, kann es für ihn keine Zukunft geben …

(Quelle: Knaur Verlag)

Autor

Christopher B. Husberg lebt in Utah und verbringt seine Zeit lesend, schreibend, spielend und wandernd und am liebsten mit seiner Familie. Wäre er nicht Autor geworden, würde er wohl immer noch an der Universität unterrichten und all seine Vorlesungen mit Zitaten aus „Buffy“ bereichern.

(Quelle: Knaur Verlag)

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Details

Format: Klappenbroschur
Vö-Datum: 04.10.2016
Seitenzahl: 704
ISBN: 978-3-426-51920-2
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Knaur Verlag

Copyright Cover: Knaur Verlag



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde