Review

Während das „World of Warcraft“-Universum stetig weiter wächst und gedeiht, liefert der Panini Verlag für Fans des geschriebenen Wortes mit Comics, Chroniken, Kompendien oder Romanen zum Spielehit von Blizzard Entertainment beständig neuen Lesestoff. 2017 steht bei Panini vor allem im Zeichen der neuen Reihe „Blizzard Legends“, die überarbeitete Neufassungen der ersten Romane bereithält. Den Anfang machen die Titel „Der Lord der Clans“, „Der letzte Wächter“ und „Aufstieg der Horde“ – und ersterer soll nun Gegenstand dieser Rezension sein.

In „Der Lord der Clans“ geht es um niemand Geringeren als Thrall. „Sklave, Gladiator, Schamane, Kriegshäuptling. All dies hat man den geheimnisvollen Orc namens Thrall schon genannt. Von grausamen menschlichen Herren aufgezogen, die ihn zu ihrem perfekten Werkzeug schmieden wollten, trieben die Wildheit seines Herzens und sein ruheloser Geist Thrall dazu an, einem Schicksal zu folgen, das er gerade erst zu verstehen begann. Er wollte seine Ketten zerreißen und die uralten Traditionen seines Volkes wieder entdecken.“ 

Für die literarische Umsetzung dieser dem Klappentext des Buches entnommenen Zusammenfassung zeichnet Christie Golden verantwortlich; keine Unbekannte, wenn es darum geht, das „World of Warcraft“-Geschehen in ausdrucksstarke, oftmals bewegende und packende Worte zu fassen. Ihr bewährtes Schreibgeschick ist also auch in „Der Lord der Clans“ zu bewundern; und während sie mit ihrem Talent die Leser umgehend in den Bann der Geschichte um Thrall zieht, stellt jener schließlich nach knappen 288 Seiten fest, bereits am Ende des Buches angekommen zu sein. Ein Zeitpunkt, zu dem die Geschichte des Protagonisten noch lange nicht auserzählt ist, denn „Der Lord der Clans“ streift lediglich Thralls Kindheit, Jugend und seine Anfänge als „Kriegshäuptling der Horde“ (wie im unten angefügten Video also bis 2:09 Minuten Spielzeit zu sehen).

Was aber macht die überarbeitete Neufassung genau aus? Zunächst wäre da mal die Optik. Eine silberne Zierleiste markiert die Zugehörigkeit des Taschenbuchs zur „Blizzard Legends“-Reihe und harmoniert farblich gut mit dem „World of Warcraft“-Logo auf dem Buchcover.

Christie Golden (Copyright: Christie Golden)

Weniger glanzvoll wie der Einband der Veröffentlichung schneidet hingegen die Korrektheit des Textes ab. Immer wieder stößt man diesbezüglich auf kleinere und größere Lektoratsfehler, die bei einer Überarbeitung eigentlich nicht zu erwarten wären und mal mehr, mal weniger den Lesefluss stören.

Gut, dass daher Christie Golden die Autorin des Romans ist, denn sie schafft es mit emotionalen Textpassagen, ausdrucksstarker Charakterausarbeitung bzw. -darstellung und spannender Erzählart derlei Missstände schnell vergessen zu machen. Zwar wirkt der kurze Ausschnitt aus Thralls Leben in „Der Lord der Clans“ zuweilen sehr gerafft und komprimiert, dennoch (oder gerade deswegen) wünscht man sich, nach Abschluss des Romans noch weiterlesen zu können.

Die Stärke von „Der Lord der Clans“ ist auch in der Neufassung somit durchaus die Autorin. Weder der neue Look noch die Haptik oder die Aussicht auf eine Neuausgabe können hier Kaufanreize bieten. Wer „Der Lord der Clans“ daher schon in „alter Version“ besitzt, verpasst hier nicht viel. Für Neueinsteiger in die Welt der literarischen „World of Warcraft“ ist die „Blizzard Legends“-Reihe hingegen zu empfehlen.

Video

Handlung

In den dunstverhangenen Nebeln der Vergangenheit war die Welt von Azeroth von wundersamen Wesen aller Art erfüllt. Geheimnisvolle Elfen und kühne Zwerge wandelten unter den Menschen – bis die Ankunft der dämonischen Armee, die man die Brennende Legion nannte, den Frieden für immer aus der Welt verbannte. Jetzt kämpfen Orcs, Drachen, Kobolde und Trolle um die Herrschaft über die zerschmetterten Königreiche.

Sklave, Gladiator, Schamane, Kriegshäuptling. All dies hat man den geheimnisvollen Orc namens Thrall schon genannt. Von grausamen menschlichen Herren aufgezogen, die ihn zu ihrem perfekten Werkzeug schmieden wollten, trieben die Wildheit seines Herzens und sein ruheloser Geist Thrall dazu an, einem Schicksal zu folgen, das er gerade erst zu verstehen begann. Er wollte seine Ketten zerreißen und die uralten Traditionen seines Volkes wieder entdecken. Jetzt kann die stürmische Geschichte seines Lebens – eine Saga der Ehre, des Hasses und der Hoffnung – endlich erzählt werden.

(Quelle: Panini Verlag)

Autorin

New York Times Bestseller-Autorin Christie Golden hat bereits über 40 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten in den Bereichen Science Fiction, Fantasy und Horror verfasst. Darunter finden sich über ein Dutzend „Star Trek“-Romane und mehrere eigenständige Fantasy-Romane.

Als aktive „World of Warcraft“-Spielerin hat sie zwei Manga-Kurzgeschichten und mehrere Romane verfasst, die in diesem Universum spielen („Der Lord der Clans“, „Aufstieg der Horde“, „Arthas: Aufstieg des Lichkönigs“, „Weltenbeben“, „Thrall: Drachendämmerung“ und „Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges“).

Aus ihrer Feder stammt auch die „StarCraft-Dunkle-Templer“-Saga, „Erstgeboren“, „Schattenjäger“ und „Zwielicht“, sowie die Romane „StarCraft II: Teufelskerle“ und „StarCraft II: Flashpoint“.
Golden arbeitete auch an drei Büchern für die „Star Wars“-Reihe „Das Verhängnis der Jedi-Ritter“, die sie mit Aaron Allston und Troy Denning zusammen verfasste.

Derzeit lebt Christie Golden in Tennessee.

(Quelle: Panini Verlag)

Christie Golden – Homepage
Christie Golden – Twitter

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 28.03.2017
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3-8332-3444-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag / Blizzard Entertainment



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde