Review

Finalausgabe

Die längste Zeit lenkte Autor Nick Spencer die Geschicke des ikonisch-amerikanischen Superhelden in der Serie Captain America: Steve Rogers“. Die Reihe war immerhin quasi die Pflichtlektüre zur Einstimmung und Begleitung von Spencers Marvel-Event „Secret Empire“ („Secret Empire Sonderband 1 (von 3): Im Schatten von Hydra“, „Secret Empire Sonderband 2 (von 3): Inhumans gegen Hydra“, „Secret Empire Sonderband 3 (von 3): Schild der Hoffnung“), das mittlerweile auch im Sammelband-Format erhältlich ist. In dieser komplexen Story wurde die Realität von Steve Rogers umgeschrieben, und er wurde zum Kopf der faschistischen Terrororganisation Hydra. So verriet ausgerechnet der schier unfehlbare Captain America seine Heldenkollegen und führte Hydra zur Macht über die USA.

Zur Ausgabe „Captain America – Steve Rogers 6: Land der Tapferen“ übernahm dann Autor Mark Waid zum Beginn der Ära Marvel Legacy“ und zur Vorbereitung auf die aktuelle Zeitrechnung „Fresh Start“ die starke und aufsehenerregende Serie von Nick Spencer. Und Waid machte Steve Rogers gleich mal wieder zum originalen Wächter der Freiheit im klassischen Sinne, der gewillt ist, seinen ramponierten Ruf wiederherzustellen.

Inhalt

Doch in „Captain America – Steve Rogers 7: Das gelobte Land“ geht es nur am Rande um den Helden im rot-weiß-blauen Kostüm.

New Washington im 24. Jahrhundert: Die Welt hat sich verändert. Die USA sind ein Vorbild. Es herrschen Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit. Steve Rogers‘ Traum von einer freien Welt, er ist Wirklichkeit geworden. Der amerikanische Held ist eine Legende, doch sein Supersoldaten-Serum ist mittlerweile absolut gewöhnlich und gebräuchlich. Das Serum macht einen nicht mehr zum Superhelden, doch es schützt die Menschheit vor Krankheiten und erhöht die Lebenserwartung.

In dieser Zukunftsutopie lebt ein später Nachfahre von Captain America, der Staatshistoriker Jack Rogers, und alles könnte so schön sein. Allerdings stößt ausgerechnet der Körper seines Sohnes Steve das Serum ab. Der Junge ist schwer krank und niemand kann oder will dem Historiker helfen, der schon bald vermutet, dass sich etwas Böses hinter den Kulissen abspielt.

So muss sich wieder ein Mann namens Rogers als Held erweisen …

Bewertung

Wer eine Geschichte über Captain America Steve Rogers lesen möchte, der wird hier nur eingeschränkt auf seine Kosten kommen, da der originale Wächter der Freiheit hier nur als verkörperter Gedanke, als Inspirationsquelle und in einigen Flashbacks in Erscheinung tritt.

Im Zentrum der Story steht der Staatshistoriker Jack Rogers, der weit weniger altruistisch veranlagt ist als sein Vorfahr, die rot-weiß-blaue Legende. Doch auch der Mann, der von sich selbst sagt, er sei kein Held, kann aus den richtigen Gründen zu einem heranwachsen. Der zunächst schlicht liebende Vater wird zum Retter der Menschheit und zum wahren Nachkommen von Captain America. Freilich gerät eine solche Geschichte nicht völlig ohne überbordendes Pathos, doch die Story von Waid fängt den Mythos der amerikanischen Legende gelungen ein und zeichnet sich auch immer wieder durch geerdete Momente aus.

Leseprobe aus „Captain America: Steve Rogers 7: Das gelobte Land“ (Copyright: Panini Comics)

Retro-Look

Die Zeichnungen und Farben kommen wie schon im Vorgänger-Band in einem passenden Retro-Look daher und akzentuieren den Marvel Legacy-„Back to the roots“-Gedanken.

Zum krönenden Abschluss umfasst der Sonderband dann auch noch die prestigeträchtige Ausgabe „Captain America #700“, für die sich Mark Waid etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen. In den Marvel-Archiven suchte der findige Autor nach Heften und Panels von der Legende Jack „King“ Kirby, schnitt sie aus, klebte sie neu zusammen und schrieb völlig neue Dialoge.

Bilder des Helden in den Farben der Flagge der Vereinigten Staaten vom Schöpfer Jack Kirby selbst verleihen der Ausgabe einen besonderen Wert.

Fazit

Unter Autor Mark Waid waren die Geschichten über Steve Rogers womöglich nicht mehr so brisant und heikel wie unter der Federführung von Spencer, doch verfügten sie über reichlich klassischen und traditionellen Charme.

Ab März schreibt dann „Black Panther“-Bestseller-Autor Ta-Nehisi Coates das Vermächtnis von Captain America fort – wir sind gespannt.

Inhalt

Im Jahr 2314 lebt ein Urenkel von Steve Rogers in einem Paradies. Doch etwas Böses hat das Land vergiftet. Ist die Ankunft von Amerikas größtem Helden genug, um das Rad der Geschichte zurückzudrehen?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Mark Waid
(*21. März 1962 in Hueytown, Alabama) ist ein US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 22.01.2019
Originalausgaben: Captain America 700 (II) / 701-704
Seitenzahl: 108
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)