Review

Maria Hill ist als SHIELD-Direktorin von einem Tribunal des Weltsicherheitsrates abgesägt worden, was nicht zuletzt an den Geschehnissen in Pleasant Hill liegt („Standoff – ohne Ausweg“). Ein Machtvakuum liegt dennoch nur äußerst kurz vor. Pfiffige Leser werden es sich schon bei unserer Review zu „Captain America – Steve Rogers 3: Hydra über alles“ gedacht haben: Steve Rogers ist nun der neue Kopf von SHIELD.

Zu jeder anderen Zeit wäre dies sicherlich eine Nachricht, die man ohne größere Beunruhigung zur Kenntnis nähme. Schließlich ist Steve nicht nur ein Avenger und eine lebende Legende, sondern Kult- und Identifikationsfigur einer ganzen Nation – der amerikanische Held schlechthin. Allerdings ist dessen gesamte Lebensgeschichte kürzlich von der kosmischen Kobik umgeschrieben worden, weshalb die Ikone nunmehr der Auffassung ist, sie sei schon seit Kindestagen ein loyaler Anhänger der faschistischen Organisation Hydra. Wer es genauer wissen möchte, schaut noch einmal in unsere Besprechung zu „Captain America – Steve Rogers 2: Der Krieg der Helden“. In diesem komplett neu geschriebenen Lebenslauf des Wächters der Freiheit ist außerdem Baron Helmut Zemo einer der engsten und ältesten Freunde aus Kindheitstagen.

In „Captain America – Steve Rogers 4: Der Niedergang einer Legende“ spielt sich das Geschehen auch wieder weitgehend in einem Nebeneinander aus Rückblenden und den aktuellen Ereignissen ab. So erfahren wir noch mehr über Steves indoktrinierte Vergangenheit und dessen gezielte Manipulation. In der Gegenwart haben ausgerechnet zwei Schurken aus der zweiten Reihe, nämlich Taskmaster und Black Ant, brisantes Filmmaterial entdeckt, mit dem sie dem schockierenden Geheimnis von Captain America auf die Spur gekommen sind. Die beiden Söldner sind sich dabei absolut bewusst, welch unschätzbaren Wert diese Information für die SHIELD-Direktorin a.D. Maria Hill hat und wollen sie dementsprechend kostspielig in klingende Münze umwandeln. Unterdessen bildet sich im Hintergrund ein neuer Hoher Rat von Hydra, den die mysteriöse Madame Hydra versammelt, und Steve Rogers möchte sich des amtierenden Obersten Anführers Red Skull entledigen. Alles läuft für den (neuen) Cap und Hydra-Agenten genau nach Plan und seine Machtergreifung steht unmittelbar bevor … 

Wer Lust auf das gerade eben angelaufene Marvel-Crossover-Event „Secret Empire“ (Heft 1 ist am 23.01.2018 erschienen) hat oder auch sonst regelmäßig die Marvel-Events liest, der sollte sich Caps aktuelle Solo-Serie und insbesondere die aktuelle Ausgabe „Captain America – Steve Rogers 4: Der Niedergang einer Legende“ nicht entgehen lassen. Schließlich hat Nick Spencer über das Avengers-Event „Standoff – ohne Ausweg“ und die bisherigen vier Ausgaben zu seinem „Steve Rogers“ den Grundstein für „Das Heimliche Reich“ und die womöglich größte Bedrohung, die das Marvel-Universum je gesehen hat, gelegt. Nick Spencer stutzt die Legende des amerikanischen Helden dabei kontinuierlich und schonungslos im Sinne einer gelungenen Dramaturgie zurecht.

Das Artwork der vorliegenden Ausgabe kann sich ebenfalls jederzeit sehen lassen, auch wenn es von mehreren Zeichnern stammt. Besonders erwähnenswert sind dabei die tollen Bilder von Jesús Saiz.

Die Geschichte von Marvels neuem Shooting-Star und Ex-Politiker Nick Spencer bleibt auch weiterhin relativ actionarm und dürfte adrenalinsüchtige Action-Enthusiasten vermutlich weniger abholen. Im Übrigen ist der Umgang mit dem personifizierten Symbol der USA weiterhin äußerst erfrischend, erbarmungslos und fesselnd – Leseempfehlung! 

Inhalt

Die Entscheidung! Der Red Skull glaubt, nur er kann Hydra zu neuer Dominanz und Stärke verhelfen. Doch Captain America hat eine ganz andere Idee. Aber wie konnte Cap im II. Weltkrieg überhaupt auf der Seite der Alliierten kämpfen? Und was hat Madame Hydra insgeheim mit dem Ganzen zu tun?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Nick Spencer
ist ein ehemaliger Politiker und heutiger US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 09.01.2018
Originalausgaben: Captain America: Steve Rogers 12-16
Seitenzahl: 132
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)