Review

Nach dem Durchlesen sowohl von „Black Science Buch 1: Der tiefe Fall“ als auch von „Black Science Buch 2: Willkommen, nirgendwo“ konnte man als Comic-Fan so richtiggehend ins Schwärmen geraten. Dementsprechend groß war die Vorfreude auf „Black Science Buch 3: Fluchtmuster“ und die Euphorie soll nach dem Schmökern in dieser Ausgabe erst so richtig Fahrt aufnehmen.

Zu Beginn wollen wir aber erst noch einmal kurz rekapitulieren, worum es in „Black Science“ überhaupt geht:

Der Wissenschaftler Grant McKay möchte mithilfe seiner Erfindung, dem sog. „Pfeiler“, die Welt verbessern. Dieser Apparat ermöglicht es McKay und seinem Team, den Dimensionauten, das Eververse im Sinne des Fortschritts zu bereisen. Allerdings wurde der Pfeiler von einem Mitglied des Teams sabotiert. Nun wechselt er fortwährend Ort und Zeit im Everversum und die Crew versucht inzwischen nur noch alles, um wieder nach Hause zu gelangen. Für die weiteren Einzelheiten der Story bisher nehme ich Bezug auf unsere Besprechung zu „Black Science Buch 2: Willkommen, nirgendwo“.

Der Anfang von Band 3 steht ganz unter dem Motto „Totgeglaubte leben länger“, denn Grant McKay kehrt zu seiner Gruppe und vor allem zu seinen Kindern zurück. Der Wunsch, die Welt zu verbessern, klingt für den Forscher inzwischen aber utopisch. Er ist vielmehr der Überzeugung, dass es immer schlimmer wird, wo auch immer seine Crew und er hinkommen. Mit seiner Erfindung habe er die gesamte Realität aufs Spiel gesetzt. Daher müssen sie ins Zentrum der Zwiebel reisen, um ihn davon abzuhalten, seine folgenschwere Schöpfung hervorzubringen. Zunächst ist das aber noch Zukunftsmusik, denn das Team ist in einer neuen Welt gelandet, die mindestens genauso bedrohlich, wenn nicht noch gefährlicher ist als alles zuvor Dagewesene. Hier herrscht eine Seuche, die die Bevölkerung dieser Dimension dahingerafft hat. McKay möchte diesen Ort schleunigst verlassen und nach Hause zurückkehren. Doch Shwan, dessen Mentor McKay ist, redet diesem ins Gewissen:

Wir haben das Ding gebaut, um zu helfen. Um Kriege zu stoppen, Heilmittel zu finden. Nicht nur für unsere Welt, sondern für alle Welten. „Jede Welt besser verlassen, als wir sie vorfanden.“ Deine Worte. (…) wir sollten anfangen, aufzuräumen.

Grant lässt sich von seinem Dimensionauten-Kollegen überzeugen und entschließt sich, diese Welt, die nicht seine ist, zu retten. War der Wissenschaftler bisher doch eher alles andere als ein Held, entschließt er sich nun, vor allem für seine Kinder, einer zu sein.

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Es sei nur noch der Hinweis erlaubt, dass es vorliegend noch zu einigen überraschenden Wendungen kommt. Vor allem den einzelnen Nebenfiguren (Rebecca, Shawn, Kadir, Pia) verleiht Autor Rick Remender deutlich mehr Tiefe und schafft am Ende einen Cliffhanger, der weitergehend gehörige Spannung garantiert.

Die von Autor Rick Remender und Zeichner Matteo Scalera erdachte Story weiß weiterhin vollends zu überzeugen. Black Science Buch 3: Fluchtmuster“ bietet, wie seine Vorgänger auch schon, spektakuläre Bilder und dramatische Höhepunkte ohne Unterlass. Remenders Story geht schwungvoll in die nächste Runde, bleibt aber auch weiterhin komplex und verlangt nach einem aufmerksamen Leser.

Leseprobe aus „Black Science Buch 3: Fluchtmuster“ (Copyright: Splitter Verlag)

Künstler Matteo Scalera verschafft der Serie darüber hinaus ihren eigenen markanten Look. Sein Artwork muss sich wahrlich vor niemandem verstecken. Insbesondere in seinen Actionsequenzen liefert Scalera nicht weniger als absolute Weltklasse ab; aber seine Zeichnungen sind grundsätzlich dynamisch, energiegeladen und voller Emotionen; seine eindrucksvollen Panels nehmen auch schon mal eine ganze Seite oder sogar Doppelseite ein. 

Voller Schrecken muss man jedoch zunächst feststellen, dass das Künstlerduo aus Zeichner Matteo Scalera und Dean White, dem Mann für die Farben, in diesem Band nicht mehr zusammenarbeitet. Stattdessen sehen wir als Koloristen des Science-Fiction-Epos‘ nunmehr Moreno Dinisio. Der Wechsel stellt Dinisio vor eine echte Herkulesaufgabe, denn Dean White hat zuvor schlicht atemberaubende Arbeit geleistet und harmonierte glänzend mit Scalera. Die „Black Science“-Liebhaber können jedoch beruhigt aufatmen; auch Moreno Dinisio macht hier einen exzellenten Job und es gelingt ihm, die großen Fußstapfen seines Vorgängers auszufüllen.

Black Science“ ist eine Comic-Serie, die man nicht verpassen sollte, sodass auch diesmal, ohne mit der Wimper zu zucken, die Höchstpunktzahl vergeben werden kann. „Black Science Buch 4: Gotteswelt“ erscheint bereits am 01. Mai 2017. Nur immer her damit!

Inhalt

Grant McKay, der Anführer der Anarchistischen Liga der Wissenschaftler, hat das Unmögliche geschafft: Er hat die „Schwarze Wissenschaft“ dekodiert und mit seiner Erfindung, dem „Pfeiler“, die Mauern der Wirklichkeit durchbrochen. Doch etwas ist gründlich schiefgegangen, und Grants Crew treibt nun orientierungslos durch die Weiten des Eververse, wie schiffbrüchige, lebende Gespenster in einem unendlichen Ozean voller unbekannter Welten. Ihnen bleibt keine Wahl, als immer weiterzumachen. Die Frage ist: Wie weit zu gehen sind sie bereit, um wieder nach Hause zu gelangen?

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Rick Remender
ist ein amerikanischer Comicautor und Künstler, geboren am 06. Februar 1973. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Marvels Uncanny Avengers, die Uncanny X-Force und Venom.

(Quelle: Wikipedia)

Rick Remender – Homepage
Rick Remender – Twitter

Details

Format: Hardcover – Bookformat
Vö-Datum: 01.04.2017
Seitenzahl: 136
ISBN: 978-3-95839-377-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)