Review

Direkt ab der ersten Seite von „Black Science Buch 1: Der tiefe Fall“ zieht einen die Science-Fiction-Story um Grant McKay und die anderen „Dimensionauten“ in ihren Bann. Dies ändert sich auch in „Black Science Buch 2: Willkommen, nirgendwo“ nicht.

Inhaltlich lässt sich „Black Science“ wie folgt kurz zusammenfassen:
Der Wissenschaftler Grant McKay hat die „Schwarze Wissenschaft“ entschlüsselt, weshalb nun die Mauern der Realität durchbrochen werden können. McKay und seine Crew versprechen sich davon, im Sinne des Fortschrittes, das sogenannte Everversum zu bereisen; sie sprechen in diesem Kontext auch von der „Zwiebel“ (diese ist auch das Logo auf dem Einband) und meinen damit vor allem „viele Schichten aus parallelen Dimensionen“. Den Weg in die Weiten des Eververse öffnet McKays Erfindung, der „Pfeiler“. Dieser „ist ein Werkzeug, das durch diese Lagen stößt und es (…) gestattet, in diese anderen Welten zu reisen.“ Doch der Pfeiler wurde sabotiert, weshalb Grants Mannschaft inklusive seiner noch jungen Kinder dann ziellos und hektisch durch unbekannte Welten treibt; oder mit den Worten des Autors selbst: „Redewendung: From pillar to post. (wörtlich: Von Pfeiler zu Pfosten) a) Von einem Ort zum anderen, ziellos. (oder: Von Pontius zu Pilatus.) b) Von einer miesen Situation in die andere geraten. (oder: Vom Regen in die Traufe.)“

Am Ende des ersten Bandes kommt es zu einem Zweikampf zwischen McKay und seinem Chef und Geldgeber Kadir. Infolgedessen wird der Erfinder des Pfeilers von einem Maschinenblock eingeklemmt. Bevor Kadir ihn verlässt, verspricht er ihm jedoch, dessen Kinder wieder nach Hause zu bringen. Glücklicherweise lebt Kadir nach dem Motto: „Versprich wenig… aber halte jedes Versprechen.“

Im zweiten Band geht insbesondere der Überlebenskampf aller Beteiligten in eine neue Runde, da diese weiterhin in erbarmungslose Welten katapultiert werden. Nachdem sie es schon mit Frosch- und Fischmonstern sowie Cyber-Indianern (Cherokesen) zu tun hatten, begegnen ihnen nun auch noch dinosaurierartige Kreaturen und vor allem ein Todeskult von telepathischen Tausendfüßern, der es auf den Pfeiler abgesehen hat. Mehr soll an dieser Stelle aber nicht preisgegeben werden.

„Black Science“ hat definitiv das Potenzial eines Science-Fiction-Klassikers. Die Geschichte fesselt den Leser direkt zu Beginn und es ist kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Die Story beginnt schon im ersten Band mittendrin und enthüllt erst nach und nach anachronisch ihre Ereignisse. 

Grant McKay ist als Drogenkonsument, Ehebrecher und schlechter Vater nicht gerade ein sympathischer Zeitgenosse, oder wie seine Tochter auch sagen würde: „Mein Vater ist ein egoistisches Arschloch.“ Auch viele der anderen Charaktere erhalten ihre Tiefe vor allem dadurch, dass sie eben nicht perfekt sind und menschliche Schwächen aufweisen. Noch dazu geht der Autor – ganz im Stile von „The Walking Dead“ oder „Game of Thrones“ – auch recht schonungslos mit seinen liebevoll aufgebauten Figuren um. Dies sorgt zusätzlich für Spannung und Unberechenbarkeit.

Kadir als Retter in der Not in „Black Science Buch 2: Willkommen, nirgendwo“ (Copyright: Splitter Verlag)

Autor Rick Remender präsentiert, zusammen mit Matteo Scalera und Dean White (alle drei sind insbesondere den Lesern der Marvel-Superhelden bekannt), mit „Black Science“ ein brillantes Science-Fiction-Epos. Nicht nur die Erzählweise ist hier genial. Das Artwork des Künstler-Duos Scalera und White ist atemraubend und absolut großartig. Die Zeichnungen von Scalera sind sehr detailliert und facettenreich und die Farben von White sind surreal und teilweise psychedelisch. Die Künstler harmonieren vorliegend einfach unglaublich gut. An den surrealen Farben und Welten in „Black Science“ kann man sich einfach nicht sattsehen.

Die Hardcover-Bände aus dieser Reihe weisen eine – für den Splitter Verlag gewohnte – hochwertige Optik auf, wodurch auch äußerlich der außergewöhnlich gute Inhalt gebührend eingekleidet wird.

„Black Science“ ist so gut, dass es eine Freude ist, seine Story am Stück aufzusaugen. Der einzige Wermutstropfen besteht hier darin, dass es jetzt noch bis zum 1. April 2017 dauert, bis „Black Science Buch 3: Fluchtmuster“ erscheint.

Diese Reihe mit ihren bizarren Welten und verrückten Wesen sollte kein Comic-Fan verpassen, der auch nur das kleinste bisschen für Science-Fiction übrig hat. Das meisterhafte Artwork ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben. Einfach zugreifen!

Inhalt

Grant McKay, der Anführer der Anarchistischen Liga der Wissenschaftler, hat das Unmögliche geschafft: Er hat die „Schwarze Wissenschaft“ dekodiert und mit seiner Erfindung, dem „Pfeiler“, die Mauern der Wirklichkeit durchbrochen. Doch etwas ist gründlich schiefgegangen, und Grants Crew treibt nun orientierungslos durch die Weiten des Eververse, wie schiffbrüchige, lebende Gespenster in einem unendlichen Ozean voller unbekannter Welten. Ihnen bleibt keine Wahl, als immer weiterzumachen. Die Frage ist: Wie weit zu gehen sind sie bereit, um wieder nach Hause zu gelangen?

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Rick Remender
ist ein amerikanischer Comicautor und Künstler, geboren am 06. Februar 1973. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Marvels Uncanny Avengers, die Uncanny X-Force und Venom.

(Quelle: Wikipedia)

Rick Remender – Homepage
Rick Remender – Twitter

Details

Format: Hardcover – Bookformat
Vö-Datum: 01.01.2017
Seitenzahl: 136
ISBN: 978-3-95839-376-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)