Review

Nachdem T’Challa zuletzt vor allem im Marvel-Superheldenkrieg „Civil War II“ zu sehen war, kommt mit „Black Panther – Sturm über Wakanda“ die zweite Runde seiner gelungenen Soloserie daher.

Wer den Antrittsband verpasst hat, mag womöglich zunächst einen Blick auf unsere Besprechung zu „Black Panther – Ein Volk unter dem Joch (Band 1)“ werfen.

In dem vorliegenden zweiten Band der Reihe, der die US-Ausgaben „Black Panther 5-8“ umfasst, sieht sich der vormals verehrte und anerkannte König und Champion seiner Heimat Wakanda chaotischen Zuständen ausgesetzt.
Die aufständische Bewegung „Das Volk“ unter der Führung von Tetu und Zenzi lehnt sich gegen den Monarchen auf. Als Verbündeter steht den Rebellen Iron Mans Gegenspieler Ezekiel „Zeke“ Stane, der Sohn von Obadiah Stane alias Iron Monger, zur Seite, der die Aufständischen mit der Repulsor-Technologie ausstattet. Derart ausgerüstet bedrohen Terroristen und Selbstmordattentäter des Panthers wakandanische Heimat.
An einer weiteren Front sehen wir Aneka und Ayo, die ehemaligen Mitglieder von T’Challas königlicher Garde, die sich inzwischen ebenfalls als Freiheitskämpfer verdingen. Doch dem Champion von Wakanda wird auch Hilfe zuteil, denn „The Crew“, (hier) bestehend aus Luke Cage, Misty Knight, Manifold sowie Black Panthers Ex Storm, tritt ihm tatkräftig zur Seite.
Unterdessen sehen wir auch Shuri, die Schwester des Königs, die sich in einem Zustand zwischen Leben und Tod befindet und die spirituelle wakandanische Erinnerungslandschaft namens Djalia durchstreift …

Die neue Soloserie des Anführers und Helden von Wakanda ist eine intelligent geschriebene und politisch durchzogene, wie sie der erste schwarze Superheld der Geschichte verdient. Insbesondere die Terrorgefahr in Form von Attentaten, die eine offene Konfrontation vermeidet und stattdessen das Sicherheitsgefühl der Zivilbevölkerung zu erschüttern versucht, ist ein zeitgemäßes und wirklichkeitsnahes Thema; wenngleich hier nicht religiös, sondern ausschließlich politisch motiviert.

Im Gegensatz zu Band 1 erlaubt Autor Ta-Nehisi Coates hier einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt von T’Challa und akzentuiert insbesondere dessen Rolle als widerstrebender Monarch:

In mir führen zwei Männer ständig Krieg… Der Mann, der ich sein soll, und der, der ich wirklich bin. Man nennt mich königlich, untadelig und allwissend. Das ist die Maske. Das ist der König. Doch in meinem Herzen bin ich Wissenschaftler, ein guter dazu. Doch all mein Scharfsinn hat mich vor allem eins gelehrt: Zeigt mir einen Allwissenden, und ich zeige euch einen Narren. Nicht meine Königlichkeit unterscheidet mich von anderen, sondern mein Drang nach Wissen (…) Ich schloss mich nicht den Avengers an, um für mein Land zu spionieren, sondern spionierte für mein Land, um mich den Avengers anschließen zu können.

Der Leser bekommt hier einen äußerst faszinierenden Einblick in das Seelenleben von Wakandas Herrscher und es bleibt spannend, zu sehen, wohin sich der Charakter entwickelt.

Darüber hinaus formt Coates auch den Mythos von Wakanda weiter aus, wenn der Leser Shuri durch die spirituelle wakandanische Erinnerungslandschaft begleitet und Geschichten von den Ahnen der Nation erfährt.

Kehrseite des vertieften Einblicks bei diesen beiden Figuren ist, dass die anderen mühsam aufgebauten Charaktere und deren Handlungsabschnitte auch noch Platz auf den knapp 100 Seiten finden wollen. Das wirkt teilweise leider etwas gedrungen, da wir es hier schließlich mit einigen Konflikten und Schauplätzen zu tun haben.

Anzumerken ist noch, dass der Wechsel am Zeichentisch der künstlerischen Qualität hier keinen Abbruch tut, da Chris Sprouse den dynamischen Stil von Brian Stelfreeze weitgehend übernimmt; einen Bruch in der ästhetischen Gestaltung der neuen Black Panther-Serie müssen die Leser daher nicht befürchten. Gerade auch, weil die großartigen Farben wieder von Laura Martin stammen.

Wer die neuen Abenteuer des Black Panther bisher noch vermieden hat, möge seine Entscheidung noch einmal überdenken, handelt es sich hier doch um einen besonders empfehlenswerten unter Marvels neuen Titeln.

Fazit: Der Champion von Wakanda überzeugt auch im zweiten Band auf ganzer Linie!

Inhalt

Die Soloserie von Marvels neuem Filmhelden!

Black Panthers Heimat Wakanda brennt! Terroristen und Selbstmordbomber zerstören das Königreich von Innen. Und während T’Challa mithilfe von Manifold, Luke Cage, Misty Knight und Storm dagegen vorgeht, bereist seine Schwester Shuri die Geisterwelt.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Ta-Nehisi Coates
(geboren 30. September 1975 in Baltimore) ist ein US-amerikanischer Journalist und Buchautor.

(Quelle: Wikipedia)

Ta-Nehisi Coates – Twitter

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 16.05.2017
Seitenzahl: 100
Storys: Black Panther 5-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)