Review

Geschichten aus dem Hammerverse

Zusätzlich zu den Bänden der regulären Hauptgeschichte aus dem „The Hammerverse“ („Black Hammer 1: Vergessene Helden“, „Black Hammer 3: Age of Doom Buch 1“) beglückt uns Autor Jeff Lemire in großer Regelmäßigkeit mit großartigen Spin-offs zu seinem ständig und rasant wachsenden Universum.

Nach dem grell-bunten und verrückten Band über den größten Schurken der Welt, Sherlock Frankenstein, („Black Hammer: Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels“) sowie dem fantastischen, melancholisch-anrührenden „Black Hammer: Doctor Star & das Reich der verlorenen Hoffnung“ dürfen sich die Fans der Reihe mit „Black Hammer: Quantum Age“ nunmehr auf eine futuristische Superhelden-Story um ein Team von Nachwuchshelden freuen.

Nachdem David Rubin das erste Spin-off mit herrlich cartoonartigen Bildern inszeniert und „Abe Sapien“-Zeichner Max Fiumara das zweite in tief berührende Bilder umgesetzt hat, folgt nun mit Künstler Wilfredo Torres ein solcher, der die Zukunft von Spiral City als klassische Sci-Fi-Superhelden-Welt präsentiert – abermals eingehüllt in die prächtigen Farben von Dave Stewart.

Die nächste Generation

Das goldene Zeitalter der Superhelden ist vorüber. Die großen Helden der Vergangenheit Black Hammer, Abraham Slam, Golden Gail, Madame Dragonfly, Barbalien, Colonel Weird und Roboter Talkie-Walkie sind zu staubigen Legenden geworden. 

125 bzw. – über Rückblenden – 100 Jahre in der Zukunft von Spiral City versammelt sich dann jedoch ein Team der Nachwuchshelden. Die nächste Generation besteht etwa aus einem Abkömmling von Black Hammer namens Hammer Lass, dem jungen Marsianer Barbaliteen, dem genialen Nachfolger von Talkie-Walkie namens Archive, der hartgesottenen Außerirdischen Modula sowie dem gürteltierartigen telepathischen Wesen Erb.
Diese Gruppe junger Superhelden firmiert unter dem Namen Quantum League. Sie müssen sich zunächst hunderten Invasoren aus dem All und später Gravitus, dem größten Despoten des Universums, stellen, der ein totalitäres Regime aufgebaut hat, um bestimmte Völker auszulöschen.

In ihrem Kampf machen die Teens irgendwann tatsächlich die Bekanntschaft einiger ihrer großen Idole, den Bewohnern der mysteriösen Superhelden-Farm …

Bewertung

Fernerhin unfähig zu enttäuschen, überzeugt auch das nächste Spin-off aus Jeff Lemires großartigen Hammerverse auf ganzer Linie.

Leseprobe aus „Black Hammer: Quantum Age“ rund um ein Team von Nachwuchshelden. (Copyright: Splitter Verlag)

Mit offenbar spielerischer Leichtigkeit entwirft der Autor zig neue, sympathische junge Superhelden, die diesen Ableger problemlos auf ihren Schultern tragen. Diese sind noch dazu exzellent durch die Charakterdesigns von Zeichner Wilfredo Torres in Szene gesetzt.

Da die Serie im Ganzen eine Hommage an die großen Superhelden der Comic-Geschichte ist, sind natürlich auch vorliegend wieder zahlreiche Referenzen und Anspielungen zu finden. Die künftigen Helden von Spiral City sind ein Stück weit Marvels X-Men, da sie ein buntes Team und Kämpfer für unterdrückte Minderheiten sind. Sie sind als Nachfolger ihrer legendären Vorgänger quasi eine Inkarnation der (Teen) Titans, aber ganz besonders sind sie eine Hommage an DCs Legion of Super-Heroes, ein zukünftiger Zusammenschluss junger Superhelden rund um einen jugendlichen Superman.

Die Elemente in Lemires Geschichte verbinden sich noch dazu einmal mehr zu einer emotionalen und cleveren Achterbahnfahrt

Fazit

Es nimmt kein Ende: „Black Hammer: Quantum Age“ ist die nächste Bereicherung für das Hammerverse. Anspielungen, Querverweise, Superhelden-Zitate, großartige Zeichnungen und prächtige Farben. Es geht zwar 100 Jahre in die Zukunft und die bekannten Gesichter sind eher eine Randnotiz, aber an Witz und Charme büßt auch dieses Spin-off nichts ein.

 

Inhalt

Das nächste Spin-off aus Jeff Lemires genialem Hammerverse (oder auch Lemireverse) führt uns in die Zukunft von Spiral City – 100 Jahre in die Zukunft!

Die mysteriöse Farm und ihre Bewohner sind längst zu Staub geworden, aber ihr Erbe besteht fort: Eine Gruppe junger Superhelden führt einen verzweifelten Kampf gegen ein totalitäres Regime, und ihre Hoffnung ruht auf den Schultern eines jungen Marsianers, der das Geheimnis um das Schicksal der Helden des 20. Jahrhunderts lüften muss.

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Jeff Lemire
(*21. März 1976) ist ein kanadischer Comicautor und Autor.
Lemire ist bekannt für seine launischen, humanistischen Geschichten und seinen skizzenhaften, filmischen Schwarzweiß-Zeichenstil.

(Quelle: Wikipedia)

Jeff Lemire – Homepage | Jeff Lemire – Twitter

Details

Format: Hardcover, Bookformat
Veröffentlichung: 23.07.2019
Seitenzahl: 176
ISBN: 978-3-96219-041-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)