Review

Die Ausgangssituation von >Black Hammer<

Dereinst waren sie die größten Helden der Erde und Beschützer von Spiral City: Der hartgesottene Vigilant Abraham Slam, Golden Gail mit den unglaublichen Kräften, die mystische und mysteriöse Madame Dragonfly, Barbalien, der Kriegsherr vom Mars, Oberst Seltsam mit seinem Roboter Talkie-Walkie sowie der gottgleiche Held Black Hammer mit seinem machtvollen Kriegshammer („Black Hammer 1: Vergessene Helden“).

Nachdem sie vor zehn Jahren den übermächtigen Schurken Anti-Gott in einer alles entscheidenden Schlacht in Spiral City besiegt hatten, hielt die ganze Welt die großen Superhelden ebenfalls für tot. Nur Black Hammers Tochter, die aufgeweckte Lucy Weber, gab die Hoffnung niemals auf und suchte unnachgiebig nach ihrem Vater und den anderen Superhelden von einst (siehe etwa „Black Hammer: Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels“), wobei sie von dem legendären, intergalaktischen Helden a.D. Doctor Star unterstützt wurde. Und Lucy sollte Recht behalten: Die Beschützer von Spiral City haben das Gefecht gegen ihren Erzfeind überlebt. Sie sind danach lediglich in einer Twilight Zone-artigen Welt gestrandet und leben nun auf einer Superhelden-Farm.

>Black Hammer 3: Age of Doom Buch 1<

Nach langer Suche hat Lucy Weber Abraham Slam und seine Gefährten endlich entdeckt, nur um zu erfahren, dass ihr Vater bei einem Fluchtversuch von der Farm aus dem Nirgendwo sein Leben gelassen hat. Nun ist es jedoch an Lucy, das Erbe ihres Vaters anzutreten und die neue Black Hammer – quasi die neue Göttin des Donners – zu werden. Der Kriegshammer ihres Vaters brachte ihr außerdem ihre Erinnerung zurück – sie kennt das Geheimnis über die Superhelden-Farm.

Doch gerade in dem Moment, in dem sie den anderen Helden offenbaren will, wie sie auf der Farm gestrandet sind und wie sie wieder nach Hause gelangen, löst sich Lucy urplötzlich in Luft auf. Die junge Heldin landet zunächst in einer Art Zwischenwelt, wo ihr ein zwielichtiger Barkeeper, allerhand Zombies und Monster begegnen, nur um anschließend in der wahrhaftigen Hölle aufzuschlagen und schließlich in Storyland anzukommen.

Unterdessen sind die Helden motiviert, ihr Kaff endlich hinter sich zu lassen. Lediglich Madame Dragonfly und Colonel Weird benehmen sich verdächtig.

Immer noch fantastisch

Das zügig wachsende und gedeihende Hammerverse des begnadeten Jeff Lemire ist bereits jetzt und bleibt eine echte Institution im Bereich der Superhelden-Comics. Die Hommage an die großen Superhelden der Geschichte erzählt weiterhin eine packende Geschichte mit tollen, vielgestaltigen und besonderen Figuren.

Leseprobe aus „Black Hammer 3: Age of Doom Buch 1“ (Copyright: Splitter Verlag)

Dabei lüftet der dritte reguläre Band der Reihe, „Black Hammer 3: Age of Doom Buch 1“, das große Geheimnis um das gottverlassene Nest, in dem sich die Helden befinden, und auch wie sie auf der Farm gelandet sind. Die Auflösung wird einerseits der großartigen Reihe bislang gerecht, öffnet andererseits aber auch die Tür, das Vergangene vergangen sein zu lassen und uns viele weitere Abenteuer zu bescheren.

Dabei ist selbstverständlich auch diese Ausgabe vollgepackt mit Referenzen, Querverweisen und Anspielungen auf die Welt der Superhelden-Comics im Allgemeinen.

Auch Dean Ormston und Dave Stewart laufen abermals zur Höchstform auf und zaubern eine Augenweide nach der anderen auf die Seiten. Diverse Splash pages haben ohne Weiteres das Potenzial für ein cooles Poster. Und die verrückte Reise von Lucy Weber könnte auch einem Gemälde von Salvador Dalí entsprungen sein.

Fazit

Jeff Lemire und das Hammerverse sind scheinbar unfähig zu enttäuschen. Von der Hommage an die großen Superhelden können selbst die alteingesessenen Verlage noch einiges in Sachen Kreativität und Storytelling lernen. Freudige Erwartung umschreibt jedenfalls nur unzulänglich, was wir in Anbetracht der kommenden Großoffensive des „Black Hammer“-Universums empfinden.

Inhalt

Lucy Weber hat das Erbe ihres Vaters angetreten und ist der neue Black Hammer. Aber genau in dem Moment, wo sie unseren Helden offenbaren will, wie sie auf der Farm gestrandet sind – und wie sie ihr entkommen können – verschwindet sie. Unsere junge Heldin landet in einer rauen Welt voll mit Zombie-Säufern, bizarren Göttern, anthropomorphen Menschen, absurden Helden und zahllosen weiteren Irren – eine verrückte Welt, von der es kein Entkommen gibt!

(Quelle: Splitter Verlag)

Autor

Jeff Lemire
(*21. März 1976) ist ein kanadischer Comicautor und Autor.
Lemire ist bekannt für seine launischen, humanistischen Geschichten und seinen skizzenhaften, filmischen Schwarzweiß-Zeichenstil.

(Quelle: Wikipedia)

Jeff Lemire – Homepage
Jeff Lemire – Twitter

Details

Format: Hardcover, Bookformat
Veröffentlichung: 19.03.2019
Seitenzahl: 136
ISBN: 978-3-96219-040-8
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)