Review

Das DC-Universum besteht nicht nur aus Batman und dem Joker. Schwer zu glauben, aber wahr. Noch schwerer zu glauben: Auch ein paar toughe Ladys mischen ordentlich in der Riege der SuperheldInnen mit. Wer sich nun geballt vom Können der weiblichen Protagonisten überzeugen möchte, sollte mal zu den „Birds of Prey“ greifen. Wer sich die – sehr lesenswerten! – Vorgänger noch nicht zu Gemüte geführt hat, sei aber gewarnt: Dieser Text könnte Spoiler enthalten.

Wenn man erklären möchte, wer die „Birds of Prey“ eigentlich sind, sitzt man schon ein bisschen in der Tinte. Zunächst lässt sich festhalten: Bei den Birds kommt es nicht so sehr darauf an, ob Frau auf der guten oder bösen Seite steht, Hauptsache die Damen können sich irgendwie vertrauen. Auch Charaktere wie Poison Ivy waren daher als Teamkollegen vertreten. Allerdings unterliegt die Heldinnen-Gruppierung aus Gotham einer ziemlich starken Fluktuation. In den bisher erschienen zwei Bänden gab es immer mal wieder ein bisschen Zickenkrieg, Streit und Verrat. Damit kommt zwar viel Dynamik ins Team, aber wenn man ehrlich ist, ist das fast schon zu typisch für eine Gruppe weiblicher Protagonisten. Auf jeden Fall sind danach neben viel verbrannter Erde nur noch Black Canary, Batgirl, Strix und Condor (ja, die Damenrunde hat mit Condor also sogar männlichen Zuwachs bekommen) als Birds of Prey übrig.

Die Vier verbündeten sich mit Mother Eve und sehen sich prompt einem mächtigen Feind gegenüber: Ra’s Al Ghul. Der Finalkampf der zwei Unsterblichen auf dem Schiff von Mother Eve stellt die Loyalität zweier Birds mächtig auf die Probe und liefert damit nicht nur viel Action, sondern auch einiges an Emotionen. Mit dieser furiosen Schlacht ist das Soul Crisis-Event aber noch nicht abgeschlossen. Es folgt ein kurzes Intermezzo mit Axton Loong, einiges Hin und Her zwischen Black Canary und ihrem Noch-Ehemann Kurt Lang, noch mehr Hin und Her zwischen Black Canary und Condor (das ihr nach dem Ehekrach gewissermaßen Aufwind gibt) und ein Zusammenstoß mit dem Suicide Squat – sprich einiges an Storyfetzen. Ein interessanter Spannungsbogen entwickelt sich bei diesen vielen kleinen Storyteilchen nicht mehr, allerdings geht dieser Punkt dann eindeutig zugunsten der Vielfalt.

Leseprobe zur Girlpower "Birds of Prey" (Copyright: Panini Verlag)

Leseprobe zur Girlpower „Birds of Prey“ (Copyright: Panini Verlag)

Der Ausflug in die Vergangenheit von Poison Ivy (Batgirl Annual 2) und einem weiteren in die Zukunft mit Canarys Roter Mordliga (Futures End) tragen zur Stückelung dann auch noch bei. Was man hier allerdings elegant geschafft hat: Verknüpfungen. Mit Futures End, Gothtopia und dem Suicide Squat hat man zumindest direkt eine Idee, was man als nächstes lesen möchte.

Im Ergebnis hat sich Christy Marx nach dem großartigen Höhepunkt zum Abschied irgendwie nur noch ein paar Einzelnummern geleistet. Diese sind auch allesamt spannend und überzeugend erzählt, dennoch bleibt die Frage: Ging ihr da zu früh die Puste aus? Gail Simone liefert mit Batgirl Annual 2 zwar außerdem eine sympathisch irre Ivy, aber die hätte vielleicht auch Band 1 bereichert.

Immerhin wirkt dieser Band optisch wie aus einem Guss, was vor allem Robson Rocha zu verdanken ist, der hauptsächlich seine Finger im Spiel hatte (und diese wunderschönen Art Nouveau-Cover entworfen hat!). Allein zum Anschauen halten die fast 200 Seiten einiges bereit.

Am Ende steht der Leser vor einem Haufen loser Fäden, die man dem verhältnismäßig schmalen Band nicht im Traum zugetraut hätte. Wer jedoch die Vorgänger gelesen hat, sollte hier wieder zugreifen, allein wegen der tollen Bilder.

Inhalt

Nicht nur Batmans Widersacher Ras al Ghul setzt den Birds zu, sie müssen es auch mit Amanda Wallers tödlichem Selbstmordkommando Suicide Squad um Harley Quinn aufnehmen.

Plus: Eine brandneue Batgirl/Poison Ivy-Geschichte von Top-Autorin Gail Simone und eine Story zum Zukunfts-Spektakel „Futures End“.

Abschlussband der Birds-of-Prey-Serie!

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Christy Marx
ist eine amerikanische Drehbuchautorin, bekannt für ihre Arbeiten an verschiedenen TV-Serien und ihre Comic-Serie „Sisterhood of Steel“. Zudem schreibt sie Dialoge für Games und ist als Game-Designerin tätig.

(Quelle: Wikipedia)

Christy Marx – Homepage
Christy Marx – Twitter

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 07.07.2015
Originalausgaben: Birds of Prey 29-34, Batgirl Annual 2, Birds of Prey: Futures End 1
Seitenzahl: 196
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag / DC



Über den Autor

Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer