Review

Urbaner Krieg

Batman und Commissioner Jim Gordon gelang es, aus der Irrenanstalt Arkham Asylum zu fliehen, nachdem man versucht hatte, sie umzubringen. Doch dann heißt es: Vom Regen in die Traufe.

Die mysteriöse Scorn-Armee, ein Söldner sowie der noch unbekannte Abkomme des Good Thing Killers haben es auf das gesamte Justizsystem von Gotham City abgesehen. Und sie betrachten den Mitternachtsdetektiv als einen Teil davon. Sinnbildlich sprengen sie daher das Batmobil in die Luft. Die Fledermaus nimmt den Kampf mit den Terroristen an und setzt dabei auf allerlei Hightech-Gadgets und die Mittel der modernen Kriegsführung. Unterdessen verteidigt Batmans treuer Butler Alfred Pennyworth das Wayne Manor vor mörderischem Besuch.

Besser ist es nicht geworden

Mit dem Paperback „Batmans Grab 2“ liegen nunmehr die US-Ausgaben „The Batman’s Grave #7-12“ und mithin auch das Finale der Miniserie auf Deutsch vor (zuvor: „Batmans Grab 1“).

Auch der erste Band von Autor Warren Ellis und Zeichner Bryan Hitch wusste weniger durch die Handlung als vielmehr durch sein Konzept und die Art und Weise der Inszenierung der psychologischen Ermittlungsmethoden des Mitternachtsdetektivs zu überzeugen. Diese feinsinnige Darstellung, wie Batman sich an Tatorten regelrecht in Mordopfer oder auch Täter hineinzuversetzen vermag, spielt hier (nahezu) keine Rolle mehr.

Leseprobe aus „Batmans Grab 2“.
(Copyright: Panini Comics)

Die deutlichen Schwächen der Geschichte und der Ausgestaltung der Figuren fallen daher umso mehr ins Gewicht. Das Ganze wirkt immer wieder irgendwie fahrig und unnötig verworren. Schon Band 1 wirkte an der einen oder anderen Stelle recht unzusammenhängend und sprunghaft; dieser Eindruck verstärkt sich hier von Seite zu Seite.
Der Schurke bleibt bis zum Ende blass und hinterlässt keinen nachhaltigen Eindruck. Apropos Ende: Das kommt viel zu abrupt und fühlt sich unvollständig an.

Auf der Habenseite steht, dass Warren Ellis seine Geschichte immer wieder mit witzigen Gadgets anreichert, wie vor allem Drohnen, die er als „Bat-Hunde“ bezeichnet.

Größter Trumpf ist indessen die Charakterisierung von Alfred Pennyworth, der eine tolle Figur als vorlauter und schlagfertiger Sidekick abgibt.

Bryan Hitch liefert seine gewohnt eindrucksvollen Action-Highlights, wobei ihm – meines Erachtens – Gesichtsausdrücke mitunter missglücken und auch Kampfeinlagen bisweilen irgendwie hölzern und behäbig daherkommen.

Fazit

Wenn eine Bat-Saga von zwei Superstars wie Warren Ellis und Bryan Hitch erscheint, ist die Erwartungshaltung naturgemäß hoch. Diese Erwartungen kann „Batmans Grab“ allerdings nie ganz erfüllen. Was bleibt, sind einige gute Ideen und Charaktermomente, aber nichts, was wirklich nachhaltig in die Bat-Historie eingehen wird.


Batmans Grab: Bd. 2 (von 2)

Inhalt

Der abschließende Band des knallharten Bat-Krimis

Batman jagt einen Serienkiller, muss aber auch die schwer bewaffnete, skrupellose Scorn Army stoppen. Dafür fährt er den Panzer aus der Bat-Höhle – und geht beim Verhör weiter als üblich!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Warren Ellis
(*16. Februar 1968) ist ein englischer Autor zahlreicher Comics, Bücher und Drehbücher. Außerdem ist Ellis eine sehr aktive Online-Persönlichkeit. Er lebt in Southend-on-Sea in England.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 16.02.2021
Originalausgaben: The Batman’s Grave 7-12
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)