Review

Durch dunkle Gassen zu später Stunde

Der Superschurke E.M.P. soll im Rahmen eines Gefangenentransports aus dem Arkham Asylum ins Blackgate-Gefängnis überführt werden. Freilich verläuft eine solche Überführung in Gotham City nicht wie geplant. E.M.P. wird von einer Straßengang befreit und setzt mit seinen Kräften einen erheblichen elektromagnetischen Puls frei. Gotham wird in Finsternis gestürzt.

Ohne Funkkontakt zu Alfred und in absoluter Finsternis versucht der Dunkle Ritter, den gefährlichen Schurken dennoch im Blackgate abzuliefern. Die zahlreichen Kriminellen sind allerdings mindestens ein so großes Problem wie die korrupten Cops im Sündenpfuhl.

Ein ganz normaler Tag bei Nacht 

Mit „Batman: One Dark Knight“ darf sich der Künstler Mark Simpson, besser bekannt unter seinem Pseudonym Jock, einen Herzenswunsch erfüllen und unter dem Black Label von DC Comics eine eigenständige Batman-Story als Autor und Zeichner in Personalunion erzählen.

Anlässlich dieser unabhängigen Miniserie, welche der Künstler über den Zeitraum von einem Jahr erarbeitet hat, präsentiert er den neuen unkontrollierbaren Widersacher E.M.P. Dieser hat zwar weitreichende elektromagnetische Fähigkeiten, kommt für einen Bat-Schurken jedoch nur mäßig markant daher.

Leseprobe aus „Batman: One Dark Knight“. (Copyright: Panini Comics)

Insgesamt zeigt sich vorliegend recht offenkundig „Fluch und Segen“ des Black Labels. So wird ein gefeierter Zeichner und Ausnahmekünstler wie Jock mit größtmöglicher kreativer Freiheit ausgestattet und damit betraut, eine für sich stehende Batman-Story nach eigenem Gusto abzuliefern. Dabei kann er zwar schalten und walten, wie es ihm beliebt, man merkt allerdings auch die fehlende korrigierende Einflussnahme oder Richtungsweisung eines erfahrenen Autors. Ein solcher ist Jock eben nicht. Das erinnert hier mitunter an Netflix-Wunschprojekte, die oftmals ebenfalls durch besondere kreative Freiheit, aber auch fehlende regulatorische Stringenz bzw. produktive Zusammenarbeit gekennzeichnet sind.

One Dark Knight“ erzählt eine überaus überschaubare und hausbackene Gotham-Geschichte, bietet kaum nennenswerte Handlungsmotive oder Absichten der (neuen) Figuren und weiß am Ende des Tages ausschließlich als kurzweiliger Action-Kracher im Stile von „Die Klapperschlange“ zu überzeugen. Bloß ist das hier keine Flucht aus dem, sondern in ein Gefängnis.

Das Artwork des Ausnahmekünstlers mit seinen Ecken und Kanten und der markanten Strichführung ist das Hauptargument für diesen Band.

Fazit

Jock präsentiert eine knackige, recht schnörkellose Geschichte und punktet mit allerhand Actionsequenzen. Es mangelt der gesamten Miniserie indessen an Esprit, Spannung und Witz.


Batman – One Dark Knight

Inhalt

Eine eigenständige Batman-Story, komplett in einem Band

Batman begleitet den Gefangenentransport, mit dem der Schurke E.M.P. ins Blackgate-Gefängnis überführt werden soll – für den Dunklen Ritter eigentlich Routine. Doch dann nehmen Gangster den Konvoi unter Beschuss und E.M.P. entkommt. Schlimmer noch: Mit einem gewaltigen elektromagnetischen Impuls stürzt er ganz Gotham City in die Finsternis …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 29.11.2022
Originalausgaben: One Dark Knight 1–3
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)