Review

Mittlerweile hat das Comic-Event des Jahres im DC-Universum aus der Feder vom Comic-Dream-Team Scott Snyder und Greg Capullo schon so richtig Fahrt aufgenommen.

Nach den beiden Prolog-Kapiteln „Dark Days: The Forge 1“ sowie „Dark Days: The Casting 1“ („Batman Metal – Die Vorgeschichte 1 & 2“) und dem deutschen Auftakt-Heft „Batman Metal 1 (von 5)“ dürften – jedenfalls – DC-Enthusiasten, -Langzeitleser und Sammler schon in angeregter Vorfreude auf das weitere Event und die weiteren uralten Geheimnisse aus dem DC-Universum sein. Denn Scott Snyders Crossover ist geradezu gespickt mit Anspielungen und Easter Eggs auf die klassische und moderne Geschichte und Mythologie des DC-Universums und entspricht damit ganz dem Leitsatz der „Rebirth“-Ära.

Hier kam der neugierige Leser bislang etwa in Berührung mit den fremdartigen Metallen Elektrum, Dionesium, Promethium oder auch dem berühmten Nth-Metall, das seinem Besitzer die verschiedensten Kräfte verleihen kann. Außerdem begegneten wir unter Supermans Festung der Einsamkeit mal wieder der klassischen riesigen Stimmgabel (Crisis on Infinite Earths“ lässt nett grüßen), Snyder reanimiert mit dem Rat der Eulen seine eigene Schöpfung und begibt sich auf die Spur des Familiengeheimnisses der Waynes. Das dürfte wohl schon genügend Reizpunkte für den einen oder anderen Leser bieten. 

„Batman Metal“ ist vor allem auch davon geprägt, dass der Dunkle Ritter sich geheimnisumwoben gibt und sowohl seine Batman-Familie als auch die JLA nicht so recht in seine Pläne einweiht. Als der Mitternachtsdetektiv im Zuge seiner Ermittlungen jedoch fünf verschiedene mächtige Metalle zusammenführt, öffnet sich dadurch ein Portal in eine finstere Dimension: Das Dunkle Multiversum. Und unser Batman fungiert dabei als menschliches Tor, als Opferlamm für Barbatos, den Fledermaus-Gott. Als Vorhut sind sieben grausame, verzerrte, gar groteske Versionen des Dunklen Ritters aus Barbatos Dunklem Multiversum in die Welt der DC-Helden eingedrungen. Es handelt sich um eine gewaltige Invasion, die jahrhundertelang geplant wurde.

Unser Batman ist aufgrund des „Rituals“ verschollen und in seiner Abwesenheit hat sich ein gewaltiger Berg mitten in Gotham City erhoben, von dem dunkle Energie ausgeht, die auch nicht von dieser Welt zu sein scheint. Umgeben ist dieser Riesenberg auch noch von einem gewaltigen Labyrinth.

Dies ist das Setting für den ersten Sonderband zum großen DC-Event „Batman Metal“: „Batman Metal Sonderband 1: Widerstand in Gotham“. Der Begleitband umfasst die gesamte Storyline „Dark Nights: Gotham Resistance“, die in den US-Ausgaben „Teen Titans #12“, „Nightwing #29“, „Suicide Squad #26“ sowie „Green Arrow #32“ erschienen ist. Und so bunt, wie die Herkunft der Tie-Ins, ist auch die Zusammensetzung des hiesigen Teams.
Zunächst macht sich zwar Batmans Sohn Damian alias Robin alleine auf die Suche nach seinem Vater. Unterwegs schließen sich ihm jedoch nach und nach die Gefährten Green Arrow, Harley Quinn und Killer Croc von der Suicide Squad und schließlich auch Nightwing an.

Eines der finsteren Zerrbilder des Mitternachtsdetektivs, nämlich der scheußliche Batman, der lacht, überreicht derweil den Schurken aus Batmans Welt, wie Poison Ivy, dem Riddler und Mr. Freeze, mysteriöse Metallkarten, die in der Hauptwelt bislang unbekannte Macht haben und ihren Trägern erschreckende neue Superfähigkeiten geben, ihnen etwa ermöglichen, die Realität so umzugestalten, wie es ihnen beliebt.
Um den Gefahren, die von diesen verstärkten Schurken ausgehen, zu begegnen, muss sich das ungewöhnliche Team um Batmans Schützlinge Robin und Nightwing zusammenraffen …

Leseprobe aus „Batman Metal Sonderband 1: Widerstand in Gotham“ (Copyright: Panini Comics)

In den „Batman Metal“-Sonderbänden, wie im vorliegenden „Batman Metal Sonderband 1: Widerstand in Gotham“, soll der Fokus darauf liegen, die Auswirkungen des Events im restlichen DC-Universum zu beleuchten. Das gelingt hier auch recht gut, wenn ein ungleiches Team aus klassischen Helden wie Nightwing und Green Arrow sowie Antihelden wie dem arroganten Robin und der verrückten Harley Quinn sich den Mächten der Finsternis in der Heimatstadt des Dunklen Ritters stellt.

Dabei ist die Story des ersten Sonderbandes nicht annähernd so komplex oder gar fesselnd, wie die äußerst gelungenen Vorgeschichten oder das erste Heft der Hauptreihe, sondern vielmehr kurzweilig. An zusätzlichen Kenntnissen über die Ereignisse von „Batman Metal“ erhält der Leser hier nur wenige neue dazu. Immerhin aber, dass Batmans Freunde und Angehörige den Dunklen Ritter für verschollen und womöglich sogar für tot halten.

Dessen ungeachtet ist diese Ausgabe – womöglich entgegen den übrigen bisherigen Heften – recht einsteigerfreundlich, actionreich und unkompliziert. Das erinnert mitunter an muntere Bosskämpfe wie im Videospiel, wobei man auch sagen muss, dass der Effekt der Metallkarten auf Batmans Widersacher deutlicher hätte hervorgehoben werden können. So ist hier teilweise kein einschneidender Unterschied zu deren „normalen“ Stärken und Fähigkeiten zu erkennen.

Wer sich zu den Komplettisten unter den Event-Lesern zählt, macht mit dem ersten Sonderband zu „Batman Metal“, der auch durchgehend visuell ansprechend ist, nichts falsch und darf sich einem eher kurzweiligen Ausschnitt aus dem DC-Comic-Event des Jahres hingeben.

Inhalt

Der erste Sonderband zum großen BATMAN-Event!

Ein gewaltiger Berg erhebt sich mitten in Gotham City! Und aus diesem Berg fällt das Grauen über die Stadt des Dunklen Ritters her! Doch Batman ist verschollen, und die Bürger von Gotham wären dem Schrecken schutzlos ausgeliefert würden nicht Helden wie Nightwing, Green Arrow und Robin mit seinen Teen Titans erbitterten Widerstand leisten. An ihrer Seite: Harley Quinn und die Schurken der Suicide Squad!

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 05.06.2018
Originalausgaben: Teen Titans 12 / Nightwing 29 / Suicide Squad 26 / Green Arrow 32
Seitenzahl: 100
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)