Review

Mit dem Paperback „Batman: König der Angst“ aus der Feder von Batman-Veteran Scott Peterson bringt Panini Comics die komplette Miniserie „Batman: Kings of Fear“ in einem Band nach Deutschland. Dabei sieht der Comic aus, als wäre er geradewegs den 90ern entsprungen: Schrillbunte Farben, wilde Proportionen oder auch ein Dunkler Ritter mit riesigen, spitzen Bat-Ohren.

Diese visuelle Gestaltung kommt nicht von ungefähr. Denn die Bilder stammen von Comic-Legende Kelley Jones, der bereits in den 90er-Jahren etliche Batman-Geschichten in seinem eigenwilligen Stil, vor allem an der Seite von Autor Doug Moench, inszeniert hat.

Durchgeknallt wie ein LSD-Trip

Der Dunkle Ritter aus Gotham City hat seinen Erzfeind, den Joker, geschnappt und liefert ihn in der Irrenanstalt Arkham Asylum ab. Doch urplötzlich sind Batmans größte Feinde um ihn herum versammelt, wie Two-Face, Bane, Mr. Freeze oder auch Poison Ivy. Zwar gelingt es der Fledermaus die Superverbrecher zu überwinden, doch derweil nutzt der Psychiater a.D. Jonathan Crane alias Scarecrow die Gunst der Stunde und flieht.

Als der Mitternachtsdetektiv den Irren einholt, konfrontiert ihn dieser mit seinem berüchtigten Angstgas und folglich mit seinen dunkelsten Ängsten, seinen seelischen Wunden sowie seiner Rolle für Gotham …

Die Kelley Jones-Show

In seiner Miniserie geht Autor Scott Peterson den klassischen Batman-Fragen nach. Welche Rolle nimmt der finstere Rächer von Gotham City für seine Stadt ein? Welche Schuld trifft ihn selbst am Dasein der Superverbrecher?

Leseprobe aus „Batman: König der Angst“. (Copyright: Panini Comics)

Dabei mutet „Batman: König der Angst“ bisweilen an wie Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte. Nämlich dann, wenn Scarecrow seinen „Patienten“ durch die Nacht und die dunklen Gassen von Gotham führt und ihm den Spiegel vorhält. Indes fragt sich der Mann Bruce Wayne freilich, ob er höchstselbst mehr hätte erreichen können, wenn er auf seine Karriere als größter Detektiv und Verbrechensbekämpfer aller Zeiten verzichtet hätte.

Anzumerken ist jedoch, dass die Geschichte von Peterson nur selten eine dramaturgische Dichte und psychologische Tiefe erreicht, wie dies bereits viele Batman-Grundsteine zuvor getan haben. Vor allem entzieht sich Peterson durchweg den Antworten auf seine schwierigen Fragen. Stattdessen begnügt er sich schlicht mit der Antwort, dass Batman Gotham besser macht.

Am Ende des Tages ist „Batman: König der Angst“ die Vitrine für die herrlichen, fantasievollen Horror-Bilder eines Kelley Jones, der hier zur Bestform aufläuft. Die von Jonathan Crane hervorgerufenen Ängste liefern die perfekte Möglichkeit, alptraumhafte Szenen des Schreckens und Wahnsinns in Szene zu setzen. Und so sorgt jedenfalls das stimmungsvolle, düstere Artwork des legendären Batman-Zeichners für ein ganz besonderes Lesevergnügen.

Fazit

Scott Peterson präsentiert eine Geschichte, die hier und da eine gewisse Eindringlichkeit vermissen lässt. Batman-Fans kommen jedoch trotzdem auf ihre Kosten, wenn sie durch das Horror-Artwork von Kelley Jones blättern und sich an dessen Können ergötzen dürfen.

 

Inhalt

Das neue Horror-Meisterwerk des legendären BATMAN-Zeichners Kelley Jones!
Komplette Miniserie in einem Band

Als Batman den Joker in Arkham abliefert, wird er von Two-Face, Bane und anderen attackiert. Scarecrow nutzt das zur Flucht. Der Dunkle Ritter verfolgt ihn und wird wie nie zuvor mit seinen dunkelsten Ängsten, seinen seelischen Wunden und seinem eigenen Wahnsinn konfrontiert …

(Quelle: Panini Comics)

Autor & Zeichner

Scott Peterson
startete seine Comic-Laufbahn als Assistent von Batman-Legende Dennis O’Neil und kümmerte sich als Redakteur in den gesamten 90ern um die Titel aus der Welt des Dunklen Ritters. Später war er als Redakteur des WildStorm-Imprints von DC tätig. Als Autor verfasste er im Laufe der Jahre selbst mehrere Kinderbücher und natürlich auch Comics. Im Videogame-Bereich steuerte er Story-Material zu Batman: Dark Tomorrow und Superman: The Man of Steel bei.

Kelley Jones
Nur wenige Comic-Künstler haben einen so einmaligen, unverkennbaren Zeichenstil wie Kelley Jones. Dieser startete seine Karriere Mitte der 80er als Tuscher. Zu den bekanntesten Arbeiten des 1962 geborenen Amerikaners zählen Neil Gaimans einflussreiche SANDMAN-Saga und natürlich jede Menge Geschichten über den Dunklen Ritter, die Jones zu einem der emsigsten Batman-Zeichner der 90er machten. Dazu kommen viele weitere Comics aus dem Superhelden-Sujet und dem Horror-Genre.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 09.07.2019
Originalausgaben: Batman Paperback
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)