Review

Schlägt man „Batman Europa“ zum ersten Mal auf, ist die Freude groß. Europa? Das klingt nach vielen Orten, die Batman bereisen wird. Endlich spielt es auf unserem Kontinent und in dieser ersten Ausgabe sind sogar Berlin und Prag mit dabei.

Die interessante Storyidee von Brian Azzarello und Matteo Casali ist eigentlich eine gute. Die Story an sich ist zudem schon über zehn Jahre alt und wurde immer wieder mal verschoben. So wie das mit guten Sachen eben ist.
Liest man dann noch, dass Batman mit einem unglaublichen Verbündeten zusammenarbeiten muss und dass Jim Lee gezeichnet hat, sollte eigentlich jedem der Kopf platzen. Ob „Batman Europa“ ein Heft für zwischendurch oder sogar ein kleiner Geheimtipp ist, klären wir jetzt.

In den ersten Panels liegen sich die beiden Hauptcharaktere dieser Story blutverschmiert gegenüber. Dem unglaublichen Verbündeten ist der Wahnsinn bereits ins Gesicht geschnitten, Batman schaut hingegen etwas fertig drein. Die Figuren sind leicht verwaschen, stark schattiert und ramponiert – der Leser wird vom Artwork weggeblasen.

Wo befinden wir uns gleich zu Beginn? Richtig, in Berlin, weshalb kurz darauf auch das Brandenburger Tor erstrahlt.
Obschon Killcroc auf dem Cover aufgelistet wird, ist er in dieser Story völlig zu vernachlässigen, denn die eigentliche Geschichte spielt sich zwischen Batman und dem Joker ab. Beide scheinen vom gleichen Virus befallen zu sein; Batman erfährt es über seinen gehackten Bat-Computer, der Joker von einem mysteriösen Typen.

Wenn man das Comic durchliest, fühlt man sich oftmals wie in einem Reiseführer. Es werden bekannte Orte und Bauten beschrieben sowie ein wenig zur Geschichte der Städte erzählt.
In Berlin treffen die beiden dann auf wundersame Weise zusammen. Der Zufall kommt schon etwas gestellt daher, nicht zuletzt da sich Batman und der Joker sofort einigen, gemeinsame Sache machen zu müssen. Klar ist das Bleichgesicht mit seinen Sprüchen immer etwas erfrischend, dennoch ist der Plot viel zu einfach gestrickt.
Wie dem auch sei, zusammen verhören sie die verdächtige Person, die sich in den Bat-Computer gehackt hat. Alle Spuren führen nach Prag und so geht die Reise dahin weiter. Endlich ein wenig Action, aber wirklich interessiert liest sich das nicht so recht.

Zwischendurch kämpfen – oder besser kabbeln – die beiden ganz gerne, wobei Batman ganz klar die Rolle der genervten Dame einnimmt und Joker der pubertäre Mittzwan­zi­ger ist. Kein Platz für Story, keine Zeit, um mal ein wenig drum herum zu erzählen. Wie soll das auch in nur zwei Heften funktionieren?

Positiv hervorzuheben sind demnach nur das Artwork und die Kolorierung vom Meister persönlich. Fast zu schade, um sie in dieser Geschichte zu verarbeiten.

„Batman Europa“ klingt groß, bleibt im Kern aber ganz klein. Die Schauorte locken, da man etwas mit ihnen anfangen kann. Wie cool klingt „Batman in Berlin“? Ziemlich, daraus gemacht wurde aber wenig, weshalb am Ende nur die Zeichnungen und der Plot mit Batman und Joker in ihrer Grundidee überzeugen können.

Inhalt

Als der Dunkle Ritter mit einem unheilbaren Virus infiziert wird, muss er sich mit dem Joker verbünden! Gemeinsam reisen Batman und sein Erzfeind zunächst nach Berlin, um in der deutschen Hauptstadt alles über die Infektion herauszufinden.

Abgeschlossene Miniserie in zwei Heften.

(Quelle: Panini Comics)

Autoren

Brian Azzarello (Autor)
ist ein US-amerikanischer Comicautor, der unter anderem für die 100 Bullets-Reihe, eine Kurzepisode für Flinch, Episoden für Hellblazer und diverse andere Marvel/DC-Mainstream-Serien schreibt. 100 Bullets gewann 2002 sowohl den Harvey Award als auch den Eisner Award für die beste fortlaufende Serie.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Azzarello – Twitter

Jim Lee (Zeichner)
ist ein US-amerikanischer Comiczeichner und -verleger.

(Quelle: Wikipedia)

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Jim Lee – Twitter

Details

Format: A4, Heft
Vö-Datum: 03.05.2016
Originalausgaben: Batman Europa 1-2
Seitenzahl: 69
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus