Review

The Batman

Mit „Batman: The Imposter“ schwappt der nächste Titel aus dem großartigen Black Label von DC zu uns nach Deutschland herüber. Der Beschützer von Gotham City hat es den Kreativen dabei wie kein anderer DC-Held als Gegenstand für neue Alternativweltgeschichten angetan (vgl. nur „Damned“, „Die drei Joker“, „Der letzte Ritter auf Erden“, „Der Weiße Ritter“, „Der Fluch des Weißen Ritters“).

Wir haben uns den Auftakt zur neuen Serie von Autor Mattson Tomlin und Ausnahmekünstler Andrea Sorrentino, hierzulande unter dem Titel „Batman: Die Maske im Spiegel 1“, angeschaut und verraten euch, ob sich auch diese Interpretation um den Mitternachtsdetektiv lohnt.

Mächtige Feinde und Nachahmungstäter

Der junge Bruce Wayne ist erst seit kurzer Zeit Batman, der Dunkle Ritter von Gotham. Allerdings hat er bereits gewisse Erfolgserlebnisse zu verbuchen. Die Straßen sind ruhiger geworden. Die Kriminalität ist gesunken.

Den Mächtigen von Gotham City ist der finstere Mitternachtsdetektiv jedoch ein Dorn im Auge; insbesondere der machthungrige Mr. Wesker ist der Meinung Batman ist schlecht fürs Geschäft“. Eine Spezial-Einsatztruppe der Polizei ermittelt in Sachen Batman. Unter den Kolleginnen und Kollegen gibt es jedoch auch Befürworter des Helden im Zeichen der Fledermaus.

Anlass der Ermittlungen ist insbesondere eine Videoaufnahme, die zeigt, wie Batman gnadenlos gefesselte Kriminelle von einem Hochhaus hinunter tritt. Ein Doppelgänger treibt sein Unwesen.

Unterdessen ist die Ärztin Dr. Leslie Thompkins um Bruces Geisteszustand zunehmend besorgt. In täglichen Sitzungen kritisiert sie seine Methoden als maskierter Verbrecherjäger und versucht herauszufinden, was ihn antreibt.

Kraftvoll und düster

Mit dem Auftakt zu seiner eigenständigen Alben-Trilogie erfüllt sich Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Mattson Tomlin einen lang gehegten Traum: Eine Batman-Geschichte inszenieren. DC charakterisiert den Ansatz des Filmemachers als „gritty, hard-boiled version of Gotham City“. Das trifft es recht gut.

„Batman: The Imposter“ kommt im Fahrwasser etlicher Ursprungsgeschichten um den Mitternachtsdetektiv daher. Der Stil erinnert freilich an „Jahr Null“ von Scott Snyder und Greg Capullo („Batman“) oder – noch klassischer – an „Das erste Jahr“ von Frank Miller und David Mazzucchelli („Marvel Must-Have: Daredevil – Auferstehung“).

Leseprobe aus „Batman: Die Maske im Spiegel 1“. (Copyright: Panini Comics)

Jahre nach der Ermordung seiner Eltern kehrt der junge Milliardenerbe Bruce Wayne nach Gotham zurück, um Verbrechen und Korruption in die Schranken zu weisen. Ähnlich wie im „Dark Knight“-Ansatz von Regisseur Christopher Nolan geht es auch darum, welche Methoden der junge Batman tatsächlich wählt, um zum Schrecken der Unterwelt zu werden. So finden sich beispielsweise wertvolle Zweiräder oder auch Seilbahnen, die über ganz Gotham verteilt sind, damit der Dunkle Ritter überall einsatzbereit sein kann. Freilich ist diese Episode aus den Anfangstagen bislang keine bahnbrechende Neuinterpretation der Herkunftsgeschichte, dennoch bietet der Blick auf den Grundstein von Batmans Wirken immer wieder fesselnde Aspekte und Perspektiven.

Für Zeichner Andrea Sorrentino („Gideon Falls“) ist dies bereits eine Rückkehr in die Welt des Dunklen Ritters unter dem Black Label („Joker: Killer Smile“). Das Artwork Sorrentinos hebt jede Story auf ein (noch) höheres Level. So illustriert der italienische Künstler auch diese Miniserie in seinem unverkennbaren Stil, der sich immer wieder durch kreative und eigenwillige Paneldesigns auszeichnet. Die Bilder zeugen von besonderer Düsternis und Schwere und passen damit vortrefflich zum grimmigen Dark Knight. Rein visuell erinnert dieser Alternativwelt-Batman auch an den kommenden Film „The Batman“ von Matt Reeves mit Robert Pattinson in der Titelrolle – ein junger, drahtiger und athletischer Dunkler Ritter.

Fazit

Mattson Tomlin und Andrea Sorrentino prägen eine abermals neue Sichtweise auf eine legendäre und ikonische Figur. Allgemein bekannte Zutaten werden in dieser neuen Kombination frisch – und stellenweise neu – zubereitet.


Batman: Die Maske im Spiegel: Bd. 1 (von 3)

Inhalt

Obwohl der Dunkle Ritter erst seit kurzer Zeit gegen das Verbrechen in Gotham City kämpft, ist er bereits zur Legende geworden. Die Unterwelt zittert vor ihm, und all den Korrupten und Mächtigen, die bisher über Gotham herrschten, ist er ein Dorn im Auge. Dann aber taucht plötzlich ein weiterer Batman auf, und dessen Methoden unterscheiden sich radikal von denen des echten: Der Doppelgänger verübt gnadenlos und brutal Selbstjustiz und tötet Kriminelle vor laufender Kamera! Während die Polizei und die ganze Stadt Jagd auf den vermeintlichen Mörder Batman machen, versucht der echte Mitternachtsdetektiv herauszufinden, wer seinen Namen und seine Maske missbraucht und was der Unbekannte mit seinem blutigen Feldzug bezweckt …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 12.10.2021
Originalausgaben: Batman: The Imposter 1
Seitenzahl: 60
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)