Review

Da kommt was Grosses auf uns zu

Die kürzlich erschienene Neuauflage zu „Justice League: Der Darkseid Krieg“ von Geoff Johns, Jason Fabok und Francis Manapul ist nicht nur eine passende Nachlektüre zu „Zack Snyder’s Justice League“; nein, sie ist auch der ideale Wegbereiter für das neueste Werk aus der Schmiede von Könner Geoff Johns („Doomsday Clock 2 (von 4)“) und Ausnahmezeichner Jason Fabok („Justice League vs. Suicide Squad“): „Batman: Three Jokers“.

Denn als der Fledermausritter – im Zuge der Schlacht zwischen dem galaktischen Gott Darkseid und dem gottgleichen Anti-Monitor – auf dem machtvollen Möbius-Stuhl Platz nahm, erhielt er einstweilen die Gabe zu sehen. Und es offenbarte sich ihm eine versteckte Wahrheit. Seine Nemesis, der Killerclown, der Joker, existiert offenbar in dreifacher Ausfertigung.

Eine lang herbeigesehnte Geschichte und eine wahnsinnig spannende Prämisse. Ob der Auftakt mit „Batman: Die drei Joker 1 (von 3)“ überzeugen kann, verraten wir hier.

Aller guten Dinge sind drei

Der kann doch nicht an drei Orten zugleich sein.“

Harvey Bullock in „Batman: Die drei Joker 1 (von 3)“, Panini Comics

In Batmans Heimat Gotham City ereignen sich eines Tages zeitgleich drei Verbrechen. Die Indizien in den Mordfällen weisen allesamt die Handschrift des Jokers auf. Harvey Bullock, Jim Gordon und die übrigen Ermittler von Gothams Polizei grübeln, welche Tat tatsächlich dem wahnsinnigen Mörder zuzuschreiben ist; auch Nachahmungstäter können sie nicht ausschließen.

Der Dunkle Ritter hat hingegen eine ganz eigene Theorie: Der Clownprinz des Verbrechens war niemals nur eine einzige Person. Gemeinsam mit seinen Zöglingen Barbara Gordon alias Batgirl und Red Hood Jason Todd macht sich der Fledermausritter auf die Suche. Sie alle verbindet mit dem Joker eine tragische und dramatische Vergangenheit.

Unterdessen wird ein Tankwagen von Ace Chemicals entwendet – und zwar vom Joker. Und dieser fährt in einen düsteren Wald hinein, wo seine Mitstreiter schon auf ihn warten: Zwei weitere Joker.

Packendes Werk der Batman-Mythologie

Der Kriminelle. Der Komiker. Der Clown. Das ist die Prämisse von „Three Jokers“ „in a nutshell“.

Geoff Johns arbeitet sich an der Persona, am Mythos und der Mystik des größten und berühmtesten aus der illustren Riege von Batmans Widersachern ab. Der Wahnsinn und die Gefährlichkeit der Feinde des Dunklen Ritters sind freilich im Allgemeinen unübertroffen. Und dennoch sticht der Joker aus der großen Masse hervor – weit über die Grenzen jeder Popkultur hinaus.

So ist Batmans Erzfeind – gerade über die Jahre betrachtet – ohne jedwede konstante Persönlichkeit. Alles nur Illusion. Er war unter anderem der verrückte, geradezu lächerliche Clown, der mit lachenden Fischen hantiert; er war ein klug taktierender Gangsterboss; und er war auch ein unberechenbarer Mörder, der sich sein eigenes Gesicht lose als Maske annäht und damit seinen Wahnsinn offenkundig zur Schau stellt.

Wahnsinn ist die einzige Konstante.

Die unterschiedlichen Inkarnationen macht Johns zur Grundlage dieser eigenständigen Geschichte und wagt sich dabei in die Tiefen des Mythos einer Ikone vor. Dabei greift er auf Versatzstücke diverser klassischer und zentraler Werke der Batman-Mythologie zurück, bringt diese gehaltvoll ein und setzt deren Kenntnis – trotz des Anspruchs des Black Labels, auch für Neueinsteiger und Gelegenheitsleser da zu sein – ein Stück weit voraus. Wie stets bei Comics, ist die Lektüre natürlich auch ohne Vorkenntnisse und ohne lange Einarbeitungszeit möglich, aber sicherlich weniger ereignisreich und ergiebig.

Leseprobe aus „Batman: Die drei Joker 1 (von 3)“.
(Copyright: Panini Comics)

Nicht zufällig sind es die vorliegenden Weggefährten, der zweite Robin Jason Todd sowie James Gordons Tochter Barbara alias Batgirl, die in die Ermittlungen um die drei Joker involviert sind. So verbindet diese beiden Protegés mit dem Joker – jeweils – eine traumatische und existenziell bedrohliche Erfahrung. Wer diese Comic-Klassiker nicht kennt, demjenigen bzw. derjenigen sei unbedingt die Lektüre von Batman: Killing Joke“ sowie „Batman: Ein Todesfall in der Familie“ ans Herz gelegt – auch völlig unabhängig vom vorliegenden Werk. So hat der gefährliche Killerclown dereinst Batgirl gewaltsam in den Rollstuhl befördert und Jason als Robin mit einem Brecheisen den Schädel eingeschlagen. Nicht umsonst ziert das vorliegende Albumcover einen Joker, der ein blutverschmiertes Brecheisen umklammert.

Der Autor widmet sich ferner einer interessanten (tiefen-)psychologischen Betrachtung gerade im Hinblick auf Jason Todd, wenn er der Frage nachgeht, was es über die Psyche des Waisenjungen aussagt, dass dieser in seiner weiteren Karriere den Weg der Gewalt geht. Und das unter dem Banner von Red Hood als schonungsloser Antiheld; denn schließlich war es (nach einer Origin) der Joker, der einst der Anführer der Red Hood Gang war.

Was soll man sagen? Geoff Johns kann einfach erzählen und hat noch dazu keine Angst, große Geschichten anzugehen. Hier wird nicht bloß im seichten Gewässer gefischt, sondern etwas gewagt und gemacht. Dem allein gebührt Respekt. Wo die Reise hingeht und ob die Auflösung und die Wahrheit über die drei Joker tatsächlich zu überzeugen vermag, ist noch Zukunftsmusik. Bislang ist die Lektüre allerdings fesselnde Unterhaltung.

Jason Fabok ist ein Künstler, der nichts mehr zu beweisen hat, es dennoch wieder mit Bravour tut und abermals umwerfende Arbeiten produziert.

Fazit

Geoff Johns und Jason Fabok legen den Auftakt einer der am meisten erwarteten Comics vor und bislang ist das ausgezeichnete Unterhaltung, die gespannt auf das nächste Hardcover-Album warten lässt.


Batman: Die drei Joker: Bd. 1 (von 3)

Inhalt

Endlich! Die Wahrheit über die drei Joker wird enthüllt!

Der Joker ist der schlimmste Feind von Batman, ein irrer Verbrecher, für den selbst Massenmord ein Riesenspaß ist. Er hat nicht nur eine Spur aus Leichen in Gotham City hinterlassen, sondern auch das Leben von Batgirl und Jason Todd zerstört, als dieser noch Batmans Gefährte Robin war. Nun schlägt der Joker wieder zu – doch diesmal zeitgleich an drei Orten! Und Batman, Batgirl und Jason, die sich gemeinsam auf die Jagd nach dem wahnsinnigen Mörder machen, müssen sich fragen: Gibt es womöglich mehr als einen Joker?

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Geoff Johns
(*25. Januar 1973 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Comicautor, Filmproduzent und Drehbuchautor. Des Weiteren ist er Präsident und „Chief Creative Officer“ des US-amerikanischen Comicverlages DC Comics.

(Quelle: Wikipedia)

Geoff Johns – Homepage | Geoff Johns – Facebook

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 02.03.2021
Originalausgaben: Batman: Three Jokers 1
Seitenzahl: 60
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)