Review

Spiel mit der Angst

Ein neuer Bösewicht treibt in Gotham sein Unwesen: Karma.

Dieser behelmte Schurke ist geradezu versessen darauf, Batman um seine Fledermaus-Gefährten zu erleichtern. Der Haufen unwürdiger Kinder mache den Mitternachtsdetektiv lediglich schwach und verwundbar. Dabei macht sein außerirdischer Helm diesen gnadenlosen neuen Widersacher nicht nur stärker und schneller, sondern verleiht ihm obendrein noch telepathische Kräfte, mit denen er die Ängste und Schwachstellen seiner Gegenüber lesen kann.

Um seine neue hartgesottene Spezial-Einsatztruppe zu leiten, rekrutiert Batman den Lehrer Jefferson Pierce alias den Superhelden Black Lightning. Nachdem Batmans junge Mitstreiter zunächst vor allem durch Ungehorsam glänzen, reißen sie sich in der Folge zusammen, um Karma mit einem gezielten und koordinierten Angriff gemeinsam in die Flucht zu schlagen.

Die Geburtsstunde der neuen Outsiders

Zwar beginnt „Batman – Detective Comics 8: Außenseiter“ mit einer Einzelgeschichte (US-Ausgabe „Detective Comics #982„), in der es Batman als Einzelheld mit einem Rachegeist aufnehmen muss. Diese kurze Episode aus der Feder von Michael Moreci, prächtig in Szene gesetzt von Sebastian Fiumara („Geschichten aus dem Hellboy-Universum 7“, „All-Star Batman 3: Der Verbündete“), vermag jedoch nichts daran zu ändern, dass „Detective Comics“ auch mit dem achten Paperback ein Team-Comic bleibt.

Nunmehr sucht sich der Dunkle Ritter Hilfe bei Black Lightning und versammelt ferner seinen früheren Protegé Signal, Katana und Orphan um sich – und gemeinsam sind sie die neuen Outsiders. Nach den erschütternden Ereignissen aus „Jeder lebt für sich allein“ sowie „Der tiefe Fall der Batmen“ hat der Dunkle Ritter seine Hoffnung auf eine funktionierende Team-Initiative noch nicht aufgegeben. Am neuen Outsiders-Team besonders Interessierte können die Abenteuer mit „Batman und die Outsiders 1: Niedere Götter“ noch weiter vertiefen. 

Dies ist allerdings auch ein Manko der Ausgabe. Die Geburtsstunde und die einzelnen Charaktere der neuen Outsiders bleiben – jedenfalls hier – weitestgehend unbeschrieben und blass; auch der Schurke Karma sticht unter den zahlreichen Bösewichten Gothams nicht maßgeblich hervor.

Leseprobe aus „Batman – Detective Comics 8: Außenseiter“. (Copyright: Panini Comics / DC Comics)

Lediglich die Figurenzeichnung des Black Lightning erfolgt – seitens Autor Bryan Hill – spürbar mit mehr Liebe zum Detail.

Der finale Schlagabtausch zwischen Batman und seinem – zunächst recht overpowered wirkenden – Kontrahenten fällt schließlich auch wenig berauschend aus und wird dem Aufbau der Geschichte und der Figur nicht gerecht.

Alles in allem handelt es sich dennoch um eine solide und recht düstere Batman-Ausgabe, die an das Niveau unter Autor James Tynion IV anschließt und dieses überwiegend aufrechterhält.
Insbesondere die Zeichner Philippe Briones und Miguel Mendonça lassen den Leser keinen qualitativen Bruch spüren.

Fazit

„Detective Comics“ bleibt auch nach dem Abgang von James Tynion IV eine lesenswerte Reihe und hat gleich zum Auftakt die Gründung eines neuen Outsiders-Team zu bieten.

Es gibt vorliegend zwar keine überwältigenden oder unvergesslichen Momente; wie etliche der Vorgänger auch, liefert der Paperback aber spannungs- und actiongeladene Abenteuer aus Gotham City.

Inhalt

Die Geburtsstunde der neuen Outsiders

In den Tunneln unter Gotham City tritt Batman gegen einen düsteren Kult und den Geist eines Fanatikers an. Als dann auch noch der neue Schurke Karma die Stadt mit Bombenterror schockt, soll Black Lightning für Batman aus Signal, Orphan und Katana ein Team machen.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 08.09.2020
Originalausgaben: Detective Comics 982-987
Seitenzahl: 148
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)