Review

Nach der Jubiläumsausgabe 

Während „Batman – Detective Comics 10: Der Batman-Mythos“ die US-Ausgaben „Detective Comics #994-999“ umfasste, muss die Leserschaft entweder das Heft „Batman Special – Detective Comics 1000“ oder das übergroße Hardcover „Batman – Detective Comics 1000 (Deluxe Edition)“ erwerben, um in den Genuss der vollständigen Jubiläumsausgabe der Traditionsreihe zu kommen. Dort finden sich sämtliche Kurzgeschichten anlässlich der Jubelnummer.

Im hiesigen Paperback „Batman – Detective Comics 11: Duell der Ritter“ ist hingegen nur ein Teil von Detective Comics #1000″ enthalten. Und zwar derjenige, der für die weitergesponnene (Kurz-)Geschichte von Peter J. Tomasi und Doug Mahnke erforderlich ist. Diese Geschichte wird vervollständigt in den US-Ausgaben „Detective Comics #1001-1005“; während das ebenfalls enthaltene Sonderheft „Detective Comics Annual 2“ noch ein neues Kapitel aufschlägt.

Vom Videospiel in die Comics

Üblicherweise verläuft dieser Weg umgekehrt. Doch die Figur des Arkham Knight kennen wir bereits aus dem gleichnamigen Videospiel „Batman: Arkham Knight“. Für die Comic-Adaption dieses neuen Gegners hat Peter J. Tomasi eine neue alternative Motivation und eine gänzlich neue Origin erdacht. Mehr oder weniger gleich bleibt hingegen das Figurendesign, insbesondere die visuelle Gestaltung der Rüstung, die wir so aus der Game-Welt bereits kennen.

„Die Menschen Gothams verdienen mehr als einen Dunklen Ritter. Sie werden bald einen wahren und gerechten Diener erleben… und sie werden bezeugen, wie der Arkham Knight Batman endlich seiner gerechten Strafe zuführt.“

(Auszug aus „Batman – Detective Comics 11: Duell der Ritter“, Panini Comics)

Was zunächst etwa nach der wahnhaften Rhetorik eines Schurken/Antihelden wie Azrael klingt, stammt aus dem Gedankengut des neuen Schurken Arkham Knight. Dieser führt offenkundig eine persönliche Vendetta gegen den Mitternachtsdetektiv.

Es ist zunächst ein mysteriöses Massensterben von Fledermäusen, das den Dunklen Ritter auf den Plan ruft. Ein bedeutungsschwangeres Signal und eine Kampfansage. Der Arkham Knight versammelt eine Kleinarmee von Gefolgsleuten – Ritter in Rüstungen mit Spezialwaffen – hinter sich, um Gotham von Batman und schädlichem Einfluss zu befreien. Der Dunkle Ritter und Robin müssen in das Arkham Asylum vordringen, um das Geheimnis um die Identität des Superschurken zu lüften.

In einer weiteren eigenständigen Geschichte verfolgt der Mitternachtsdetektiv außerdem den mörderischen Sensenmann Reaper.

Neuer Schurke in Gotham

In der oben bezeichneten Jubiläumsausgabe und eben zu Beginn dieses Paperbacks taucht der neue Arkham Knight zum ersten Mal auf.

Dieser wird also von Tomasi in die Comic-Hauptrealität des DC-Universums eingeführt. Hinter der Maske verbergen sich jedoch ein anderes Gesicht und eine andere tragische Geschichte als im Videospiel. Mit den übrigen Batman-Schurken eint indessen auch den Arkham Knight, dass er durch seinen fanatischen Kreuzzug den Dunklen Ritter beseitigen will.

Was war zuerst da: Das Ei oder das Huhn? Batman oder seine Feinde?

Leseprobe aus dem Paperback „Batman – Detective Comics 11: Duell der Ritter“. (Copyright: Panini Comics)

Peter J. Tomasi („Superman Sonderband 8: Bizarro-Welten“) ist sicherlich nicht der erste (Batman-)Autor, der sich der Frage nach Batmans Verantwortlichkeit für das Böse in Gotham City widmet. Und der Arkham Knight ist auch nicht der erste Schurke, für den das Symbol der Fledermaus nichts anderes als Furcht und Schrecken repräsentiert. Die Feinde des Dunklen Ritters zählen im Allgemeinen aber nun mal zu den berühmtesten Verbrechern der gesamten Popkultur. Und mit diesen muss sich der hiesige Widersacher messen lassen.

Tomasi widmet sich der Identität und der tragischen Geschichte des neuen Gegners auf wenigen Seiten; inszeniert dabei indessen ausgesprochen solide und routiniert. Die Story erzählt allerdings nichts gänzlich Neues, sondern variiert bereits bekannte Versatzstücke und Motive von Schurken aus der Batman-Mythologie.

Die Jagd auf den mörderischen Reaper dient – nach meinem Dafürhalten – eher dazu, künftige Geschichten anzuteasern, als eine abgeschlossene Kurzgeschichte in einem Kapitel zu erzählen.

Das Artwork stammt überwiegend von Brad Walker, dessen Bilder einen gekonnten Strich offenbaren. Indes wirken die Zeichnungen oftmals zu „clean“ und zu cartoonhaft für meinen Geschmack. Dem Mitternachtsdetektiv steht die Finsternis besser. Könner Doug Mahnke zeigt gleich zu Beginn der Ausgabe, wie das aussehen kann und soll. Das letzte Kapitel wird dagegen von Travis Moore in Szene gesetzt, dessen Arbeiten ebenfalls ausgesprochen ansehnlich geraten.

Fazit

Während sich die Traditionsreihe „Detective Comics“ zu Beginn vor allem als seriell verstanden wissen wollte, mehren sich zuletzt die eigenständigen Geschichten. Dadurch werden diese Paperbacks nunmehr auch für Gelegenheits- und Neuleser attraktiv, wobei die Stammleserschaft möglicherweise einen größeren roten Faden vermissen dürfte.


Batman – Detective Comics: Bd. 11 (2. Serie): Duell der Ritter

Inhalt

Batman-Action für Fans und Neuleser

Der Dunkle Ritter und Robin werden vom neuen Schurken Arkham Knight attackiert, dessen Ziel es ist, den Mitternachtsdetektiv zu vernichten.

Plus: Batman jagt in Griechenland den mörderischen Reaper…

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Peter J. Tomasi
ist ein amerikanischer Comic-Redakteur und Schriftsteller, der für seine Arbeit für DC Comics bekannt ist. Als Redakteur betreute er zahlreiche Bücher der Justice League, darunter Bücher mit verschiedenen Mitgliedern des Teams wie Batman, Aquaman, Martian Manhunter, Green Lantern oder Flash. Als Schriftsteller hat er Bücher mit Batman und Robin und The Outsiders sowie Green Lantern bezogene Bücher wie Blackest Night oder Brightest Day geschrieben.

(Quelle: Wikipedia)

Peter J. Tomasi – Twitter

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 12.10.2021
Originalausgaben: Detective Comics 1000 (XI), 1001-1005 & Annual 2
Seitenzahl: 180
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)