Review

DCs Black Label

Unter dem Banner „Black Label“ veröffentlicht DC einerseits abgeschlossene, klassische, prestigeträchtige Abenteuer von absoluten Meistern der Comic-Kunst wie beispielsweise Grant Morrisons „All-Star Superman“, Darwyn Cookes unsterbliches Werk „DC: The New Frontier“ oder auch den Meilenstein „Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons.

Andererseits sollen aber natürlich auch frische Werke präsentiert werden. Der Anspruch ist dabei, ernsthafte Geschichten für ein erwachsenes Publikum, losgelöst von der Kontinuität des DC-Universums, zu erschaffen.

Als Vorbild für dieses Konzept wird vielerorts der legendäre Comic-Klassiker Batman: Killing Joke“ von Comic-Ikone Alan Moore und gezeichnet von Brian Bolland genannt. Sicherlich hätte auch der eigenständige und hervorragende Marini-Batman („Batman: Der Dunkle Prinz 1 (von 2)“, „Batman: Der Dunkle Prinz 2 (von 2)“), der erst in jüngerer Vergangenheit hierzulande erschienen ist, prächtig in diese Reihe gepasst.

Batman-Koryphäen zum Start

Obwohl sich die Comics auf meinem Lesestapel noch meterhoch türmen, konnte ich nicht anders, als mir den am 26. März 2019 erscheinenden luxuriösen Alben-Band „Batman: Damned 1 (von 3)“ zuerst einzuverleiben.

Grund dafür ist einerseits das Versprechen einer finsteren Black Label-Geschichte über den Dunklen Ritter, aber andererseits und vor allem die Paarung der brillanten Batman-Könner Brian Azzarello sowie Lee Bermejo.

Während beide für sich schon hervorragende Titel über den Mitternachtsdetektiv vorgelegt haben, wie etwa „Batman: Dark Knight III“, „Batman Europa“ oder Batman: Kaputte Stadt“ von Azzarello oder die umwerfend düstere Batman-Weihnachtsgeschichte Batman: Noël“ von Bermejo, so hat eben auch deren Zusammenarbeit schon herausragende Ergebnisse hervorgebracht. Unter der Federführung von Azzarello und Bermejo entstanden bereits „Batman: Joker“, „Lex Luthor – Mann aus Stahl“ oder auch „Before Watchmen: Rorschach“.

Nach diesem Vorwort ist die Erwartungshaltung hinsichtlich „Batman: Damned 1 (von 3)“ berechtigterweise hoch. 

Was unterscheidet euren Black Label-Batman von der Version des kanonischen DC-Universums?

Kontinuität. Wir können außerhalb des Kanons eigene Geschichten erzählen. Ich glaube nicht, dass die im normalen Batman-Universum so möglich gewesen wäre. Ich glaube, unsere Richtung wird ein paar Leute schockieren. Aber wir machen hier keinen Batman, der aus der Rolle fällt. Er spielt jetzt nur auf HBO.

(Zitat von Brian Azzarello über die Arbeit an Batman: Damned;
Quelle:
Batman: Damned 1 (von 3)„, Panini Comics)

Die Geschichte 

Ein schwer verwundeter Mitternachtsdetektiv wankt und taumelt durch die düsteren Gassen von Gotham City.

Als er erschöpft zusammenbricht, wird er vom Okkultisten John Constantine gefunden, der beim Leser herrlich gekonnt als unzuverlässiger Erzähler vorstellig wird. Der Hellblazer weiß offenbar nicht nur mehr über das Geschehen als der Dunkle Ritter, sondern vor allem auch als der Leser. Nachdem Bruce aus fiebrigen, alptraumhaften, posttraumatischen Flashbacks erwacht, erfährt er an der Seite von Constantine, dass sein Erzfeind, der wahnsinnige Clownprinz des Verbrechens, der Joker, ermordet wurde.

Während seiner Ermittlungen soll ein mental gebrochen wirkender Batman noch auf die schöne Rückwärtszauberin Zatanna Zatara sowie Deadman, der die Körper der Lebenden in Besitz nehmen kann, treffen …

Erste Einschätzung

Der Aufschlag der dreibändigen Geschichte „Batman: Damned 1 (von 3)“ von Brian Azzarello und Lee Bermejo hält viel von dem, was er verspricht.

Das Künstler-Duo wählt – selbst für die Verhältnisse des Dunklen Ritters – einen beachtlich düsteren Erzählton. Dabei legen sie insbesondere auch Hand an Bruce Waynes Kindheit und gestalten diese noch finsterer, als sie üblicherweise ohnehin schon ist. Offenbar wurde Bruce schon als kleiner Spross regelmäßig von Dämonen heimgesucht und die Ehe von Martha und Thomas Wayne verlief in dieser Welt, abseits der klassischen Batman-Mythologie, wohl auch alles andere als rosig.

Die Bilder von Lee Bermejo sind der Wahnsinn in „Batman: Damned 1“ (Copyright: Panini Comics)

Die Top-Künstler Azzarello und Bermejo präsentieren, wie man erwarten durfte, eher eine geerdete Detektivgeschichte denn Superhelden-Bombast, wobei sie diese überraschenderweise mit allerhand übernatürlichen Charakteren (Magierin, Okkultist und Geist) aus dem DC-Universen anreichern. 

Man wird aber sagen dürfen: Die Geschichte verläuft bislang noch recht schleppend und kann sich noch überall hin entwickeln. Inhaltlich sind wir noch nicht weit gekommen. Die wesentlichen Figuren wurden eingeführt und der Fokus liegt auf einer düsteren Atmosphäre.

Bermejo: über jeden Zweifel erhaben

Was den Auftakt dessen ungeachtet schon großartig macht, ist Ausnahmekünstler Lee Bermejo.

Der Amerikaner profitiert von der düsteren Geschichte und präsentiert seinen unverwechselbaren und aufwendigen Stil, der auch schon „Batman: Noël“ zu einem solchen Lesegenuss gemacht hat.

In seinen detailbesessenen Bildern kann der Leser versinken und allerorts die Liebe zum Detail entdecken. Ob das Kostüm Batmans oder auch dessen Spiegelung in einer Pfütze, alles kommt in realistischen und düsteren Bildern daher, die ihresgleichen suchen.

Fazit

„Batman: Damned 1 (von 3)“ ist ein starker Auftakt für das Black Label und macht – wie erhofft – direkt Lust auf mehr. 

Inhalt

Die Superstars Brian Azzarello und Lee Bermejo präsentieren eine finstere Geschichte unter dem neuen Black Label, das für besonders anspruchsvolle Comics steht.

Der Dunkle Ritter erfährt, dass sein Erzfeind Joker ermordet wurde, und bei seinen Ermittlungen trifft er John Constantine, Deadman und Zatanna.
Zudem kommen dämonische Geheimnisse aus Bruce Waynes Kindheit ans Licht …

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Brian Azzarello
ist ein US-amerikanischer Comicautor, der unter anderem für die 100 Bullets-Reihe, eine Kurzepisode für Flinch, Episoden für Hellblazer und diverse andere Marvel/DC-Mainstream-Serien schreibt. 100 Bullets gewann 2002 sowohl den Harvey Award als auch den Eisner Award für die beste fortlaufende Serie.

(Quelle: Wikipedia)

Brian Azzarello – Twitter

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 26.03.2019
Seitenzahl: 60
Storys: Batman: Damned 1
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)