Review

Batgirl zählt schon lange zu den Serien, die vor allem junge Leser – insbesondere Frauen und Mädchen – anzieht. Kein Wunder, denn Barbara Gordon ist eine junge und kluge Protagonistin, in der sich viele wiederfinden können. Lange Zeit war Barbara an einen Rollstuhl gefesselt und zum Zuschauen verband, bis sie im Zuge des Neustarts des DC Universums geheilt und fortan, unter Federführung Gail Simones, ein Teil der Birds of Prey wurde. Nun bringen Autoren Cameron Stewart und Brenden Fletcher sowie Zeichnerin Babs Tarr frischen Wind ins Leben der Superheldin.

Barbara Gordon will neu anfangen, will raus aus Gotham City und weg von ihrer Vergangenheit. Also zieht sie nach Burnside – einem hippen Außenbezirk Gotham Citys, gefüllt mit jungen Leuten. Hier kann sie endlich wieder frei atmen, sie selbst sein und Spaß haben. Als während einer Party Barbaras Laptop mit ihrer Doktorarbeit verschwindet, macht sie sich auf die Suche nach dem Übeltäter, bewaffnet mit quietschgelben Doc Martens. Doch in der Welt von Smartphones und Social Media bleibt ihr Schaffen nicht lange unbemerkt und Batgirl erlangt (zweifelhaften) Ruhm, der schon bald einen Gegner auf die Matte bringt, der ihr viel näher ist, als sie zunächst vermutet.

Dieser erste Band der neuen Batgirl-Reihe liefert einen guten Einstand mit einer spannenden Geschichte. Was zunächst klar erscheint, entpuppt sich nach und nach als Fehleinschätzung, denn mit jedem besiegten Gegner wird deutlich, dass diese nur Marionetten im Spiel eines anderen sind. Zusammen mit Barbara entdecken die LeserInnen jeden Faden und verfolgen ihn bis zum Schluss. Doch wer dort wartet – das hat nicht einmal Babs selbst vorhersehen können. Der Spannungsbogen wurde hier also wirklich gut herausgearbeitet und hält die LeserInnen bis zum Schluss bei der Stange.

Kaum eine Comicserie kommt heute eigentlich noch an modernen Medien, Smartphones und Social Media vorbei – Serien, die die digitale Welt ignorieren, hinterlassen bei mir immer Fragezeichen, denn sie gehen am Geist der Zeit vorbei. Bei Batgirl wurde hier jedoch alles richtig gemacht. Nicht nur, dass sich die Geschichte im ersten Band um soziale Netzwerke und ihre Auswirkungen auf die Privatsphäre dreht, Barbaras soziales Umfeld ist auch aktiv und regelmäßig in den sozialen Medien unterwegs – sei dies Instagram, Twitter oder das serieneigene Portal hooq. Einträge auf diesen Kanälen werden aktiv in die Geschichte eingebunden und werden beispielsweise dazu genutzt, um Standorte oder die Stimmung in einer Peergroup zu vermitteln. Als Digital Native fand ich diesen Aspekt des Comics sehr spannend und ich hoffe, dass dies auch im zweiten Band weiter eine Rolle spielen wird.

Auf der Jagd nach einem Dieb - Babs Gordon wird auch ohne Superheldinnen-Kostüm aktiv. | Copyright: Panini Comics

Auf der Jagd nach einem Dieb – Babs Gordon wird auch ohne Superheldinnen-Kostüm aktiv. (Copyright: Panini Comics)

Schön ausgearbeitet ist auch der Charakter der Babs Gordon. Alteingesessene und Neueinsteiger zugleich bekommen einen guten Einblick in Barbaras Welt und das ohne den faden Beigeschmack, den schlechte Charakterisierungen manchmal hinterlassen. In Babs werden sich sicher viele junge Frauen wiedererkennen, weil sie menschlich und damit nicht perfekt ist. Sie hat Schwächen, sie hat schlechte und gute Tage und sie ist eine junge Frau, die manchmal einfach nicht weiter weiß und die Unterstützung ihrer Freunde benötigt. Eine Unterstützung, die sie von vielen tollen Frauen bekommt – seien das ihre Mitbewohnerin Frankie, die als Programmiererin arbeitet, oder Black Canary, mit der sich Babs erst wieder zusammenraufen muss.

Positiv erwähnt gehört hier auch Batgirls Kostüm: keine High Heels, kein weiter Ausschnitt und kurze Röcke – dafür mit badeentchengelben Doc Martens, meinem persönlichen Highlight. Das neue Superheldinnenkostüm ist praktisch und sinnvoll – perfekt um diversen Schurken so richtig in den Hintern zu treten. So muss das und da könnten sich noch diverse Comic-Autoren und -Zeichner eine Scheibe abschneiden.

Ein toller und spannender Comic für alteingesessene und neue Batgirl-Fans, der genau weiß, wie er seine LeserInnen überraschen und zufriedenstellen kann. Ich kann diesen Band vollends empfehlen – insbesondere für Mädchen und junge Frauen, die einen guten Einstieg in die Welt der Comics suchen.

Handlung

Barbara Gordon kehrt Gotham City den Rücken und wagt im hippen jungen Außenbezirk Burnside einen Neuanfang. Doch natürlich kämpft sie als Batgirl weiterhin gegen das Verbrechen, auch nachdem sie sich mit ihrer Freundin und ehemaligen Kampfgefährtin Black Canary verkracht hat. In einer Welt in der sich alles um Smartphones und Social Media dreht, tritt Batgirl gegen kriminelle Daten-Piraten und Anime-Schurkinnen an und wird zum gefeierten Star der Szene. Doch dann ist plötzlich jemand hinter ihr her, der auch das letzte Geheimnis über sie weiß – und der dieses Wissen mittels der digitalen Medien gezielt gegen sie einsetzt.

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Veröffentlichung: 15.03.2016 (Panini) / 21.03.2016 (Amazon)
Seitenzahl: 132
ISBN: 978-3957987549
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Jen
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"Bro. Seriously. Seriously, Bro." "Bro. BroBroBroBro. Seeeeriously." - Hawkeye, Vol. 1