Review

13. November 2015, Paris. Attentäter stürmen das Konzertcafe Bataclan und erschüttern mit ihrem terroristischen Akt die Welt. Viele Konzertbesucher verloren an diesem Abend ihr Leben, andere überlebten – einer von ihnen ist Fred Dewilde. Er verarbeitet seine Erlebnisse in der 50-seitigen Graphic Novel „Bataclan – Wie ich überlebte“.
Ein Hardcover, das unter die Haut geht.

In zwei Teile gegliedert, besteht „Bataclan – Wie ich überlebte“ aus ca. 50% Comic und 50% Text mit gelegentlich eingefügten Zeichnungen. Diese Aufteilung ist in diesem Kontext ein gutes Stilmittel, denn zur Visualisierung der traumatischen Erlebnisse dienen die teils drastischen Bilder in Schwarz-Weiß sehr gut.

Als Einstieg erzählt Fred Dewilde von einem feucht-fröhlichen Konzertabend, der ihm, gemeinsam mit Freunden, eine kleine Auszeit als Familienvater bescheren sollte. Die hier anzutreffenden Zeichnungen sind von Dewilde angefertigt und wirken rundum charmant inszeniert. Der Leser fühlt sich sofort angesprochen und „heimisch“, so als stünde er selbst gerade – in freudiger Erwartung auf die Band – mit einem Bier an der Bar. Doch nach kurzer Zeit verschwimmt alles in einem Meer aus Tod und Blut.

Einblick in die Graphic Novel „Bataclan – Wie ich überlebte“ (Copyright: Panini Verlag)

Fred nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, findet aber immer die richtigen Worte für das Erlebte zwischen toten Körpern und Chaos. Vor allem der Schwarz-Weiß-Stil trägt zur Atmosphäre bei, die dicht und beängstigend ist.

Wirklich clever ist zudem die Darstellung der Attentäter. Sie sind als todbringende Skelette dargestellt, was dem Geschilderten ein wenig den Druck nimmt und ihm etwas Abstraktes verleiht. Präsent bleibt dennoch stets die Tatsache, dass die Geschehnisse sehr real waren – und dies nicht ohne Folgen für die Überlebenden.

Um genau diese Auswirkungen auf das weitere Leben dreht sich der zweite Teil von „Bataclan – Wie ich überlebte“.
Fred Dewilde erzählt, mit welchen Ängsten und Gedanken er täglich zu kämpfen hat, und es wird deutlich, dass das Erlebte immer ein Teil seines Lebens bleiben wird.

Fred Dewildes Erzählung berührt. Seine Schilderungen zu lesen, ist uneingeschränkt empfehlenswert.

Inhalt

Freitag, der 13. November 2015. An diesem verhängnisvollen Tag stürmen fundamentalistisch-religiös motivierte Attentäter das Konzertcafe Bataclan in Paris und töten wahllos unschuldige Konzertbesucher. Unter den Anwesenden ist auch der Zeichner Fred Dewilde. Stundenlang harrt er zwischen Toten und Verletzten aus, während die Terroristen wüten. Seine traumatischen Erlebnisse in den Stunden zwischen Bangen und Hoffen hat er in einer eindrucksvollen Graphic Novel festgehalten. Ein bewegendes Zeugnis gegen fundamentalistischen Terrorismus.

(Quelle: Panini Verlag)

Autor

Fred Dewilde
ist ein französischer Zeichner.

Fred Dewilde – Twitter

Details

Format: Hardcover
Vö-Datum: 19.09.2017
Seitenzahl: 50
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Marcus