Review

Captain Marvel

Der eine oder andere hat sicherlich schon „Captain Marvel“, den aktuellen Film innerhalb des Marvel Cinematic Universe gesehen.

Der 21. Film des MCU stellt erstmals eine weibliche Superheldin als Protagonistin ins Zentrum des Geschehens. Und das ist nicht irgendeine Heldin. Die frühere Air Force-Pilotin und frühere Ms. Marvel Carol Danvers ist als Captain Marvel eine der mächtigsten Heldinnen des Marvel-Universums. Nach einem vom Gesamteindruck her mäßigen bis soliden Auftakt mit ihrem Solo-Film warten Seite an Seite mit ihren Avengers-Kollegen Captain America, Thor, Hawkeye & Co. noch größere Abenteuer auf die von Brie Larson verkörperte Carol Danvers im am 24. April in den Lichtspielhäusern startenden Bombast-Kino Avengers: Endgame“ (Vorgänger: „Avengers: Infinity War“).

Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg

Neben der titelgebenden Heldin ist ein weiterer Kernbestandteil der Handlung von „Captain Marvel“ der intergalaktische Konflikt zwischen den Kree und den Skrulls.

Lose Inspirationsquelle für den Marvel-Blockbuster ist in dieser Hinsicht der vorliegende Avengers-Klassiker „Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg“ von den Comic-Ikonen Roy Thomas, Sal Buscema, Neal Adams sowie John Buscema, den Panini Comics in diesem Zusammenhang – freilich nicht ganz zufällig – als Neuauflage auf den heimischen Comic-Markt bringt. Dabei ist für den interessierten Marvel-Kinogänger sicher nicht unerheblich, dass die Rolle von Captain Marvel seinerzeit noch von Carols Kree-Vorgänger Mar-Vell ausgefüllt wurde.

Der ewige intergalaktische Krieg

Da der epische Marvel-Meilenstein ein Füllhorn an Themen und Figuren bereithält, wollen wir uns hier auf einige wesentliche Aspekte der Geschichte beschränken.

Der Krieg zwischen den Kree und den Skrulls erreicht die Erde und bedroht ihre Unabhängigkeit. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Held Captain Marvel. Dieser entstammt eigentlich dem außerirdischen Volk der Kree, sympathisiert aber mit der Erde. Dabei sind im Laufe der Geschichte zahlreiche Helden, Wesen und Schurken beteiligt. Darunter die ruhmreichen Avengers, die Fantastischen Vier oder auch die Inhumans um König Black Bolt.

Abseits des Konflikts zwischen den Kree und Skrulls bekommen es die Avengers mit Annihilus zu tun. Ant-Man muss in einer Variante der Reise zum Mittelpunkt der Erde in das Innere die Androiden Vision reisen, um ihn zu retten („A Journey to the Center of the Android!“). Und Senator H. Warren Craddock begibt sich auf eine Hetzjagd nach den Kree und bringt die Bevölkerung gegen die mächtigsten Helden der Erde auf. Dabei kann man sich nie ganz sicher sein, wen man vor sich hat, da die Skrulls auch auf der umkämpften Erde wandeln …

Würdigung

Die Geschichte um diesen intergalaktischen Krieg ist fraglos ein Marvel-Meilenstein, der Comics und Filme gleichermaßen bis heute inspiriert.

Leseprobe aus dem Klassiker „Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg“ (Copyright: Panini Comics)

Kritisch anmerken möchte man dessen ungeachtet, dass „Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg“ aufgrund der Vielzahl der involvierten Figuren, Schauplätze und Ereignisse oftmals nicht wie aus einem Guss wirkt. Zuweilen mutet das Ganze wie eine Aneinanderreihung unterschiedlichster Einfälle an.

Typische Begleiterscheinung ist ferner – wie wir es auch bei anderen Klassikern bemerken („X-Men: Die Dark Phoenix-Saga“, „Marvel Klassiker: Thor“) -, dass der Sammelband ein Kind seiner Zeit ist. Oftmals werden an sich selbsterklärende Panels von einem erläuternden Text oder davon begleitet, dass die Figuren selbst erklären, was gerade passiert. Das hemmt zuweilen spürbar den Lesefluss.

Von dieser Kritik einmal abgesehen, bietet „Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg“ ein intergalaktisches Abenteuer und wunderbare Zeichnungen, insbesondere von Legende Neal Adams, die den klassischen Charme dieser Ära einfangen. Darüber hinaus finden sich noch klare Verweise auf die Hetze der McCarthy-Ära, die das Weltraumabenteuer noch um eine politische und gesellschaftskritische Komponente bereichern.

Fazit

Der Titel „Avengers: Der Kree/Skrull-Krieg“ für die US-Ausgaben „Avengers #89–97″ von 1971 bis 1972 ist womöglich trügerisch. Denn der Sammelband beleuchtet weder den Beginn, noch den Ausgang, geschweige denn die Hintergründe für den ewigen Krieg.

Indessen handelt es sich gerade für Fans des MCU um eine lesenswerte „Geschichtsstunde“, da hier der Grundstein für Vieles gelegt wurde, was sich bis heute im Marvel-Universum bewährt hat: Galaktische Science-Fiction-Abenteuer, Kree und Skrulls, Ronan, der Ankläger, und insbesondere die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Vision und Scarlet Witch.

Kurzum: Trotz einiger Schwächen einer der äußerst empfehlenswerten Klassiker der Marvel-Historie.

Inhalt

Die Erde gerät in die Schusslinie des intergalaktischen Krieges zwischen den Kree und den Skrulls. Avengers wie Captain America, Iron Man, Thor und Vision versuchen ebenso, die Erde vor der Vernichtung zu bewahren, wie Kree-Krieger Captain Marvel …

(Quelle: Panini Comics)

Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 12.03.2019
Originalausgaben: Avengers 89-97
Seitenzahl: 228
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)