Review

Kosmischer Feuervogel 

In der nicht allzu fernen Vergangenheit kam es in dem Crossover „Avengers vs. X-Men“ zu einem verheerenden Konflikt zwischen den Avengers und den X-Men. Anlass für das folgenschwere Event war die zerstörerische kosmische Phoenix-Kraft.

Nun ist der kosmische Feuervogel zurück auf der Erde, in der Nähe vom Nordpol. Dort befindet sich das neue Hauptquartier von Black Panther, Captain America, Thor, She-Hulk und Co., Avengers Mountain, das überwiegend aus einem uralten Celestial-Weltraumgott besteht. Es kommt zu einem (spontanen) Kampfturnier, welches darüber entscheiden soll, wer zum nächsten Träger dieser unbändigen Macht werden soll. In etlichen Zweikämpfen treffen Helden auf Helden, Helden auf Schurken, aber auch und vor allem Avengers auf Avengers.

Lässt sich nicht schönreden

Bereits die letzte Ausgabe „Avengers 7: Das Zeitalter von Khonshu“ haben wir als die Kulmination aller Probleme und Schwächen, die den Run von Jason Aaron an den Avengers seit langer Zeit durchziehen, bezeichnet. Es fehlt an einem roten Faden.

Die Einleitung zum Sammelband „Avengers 8: Die Macht des Phoenix“ suggeriert nunmehr, dass hier einige der vorherigen Ereignisse zusammenfließen und wir wieder eine zusammenhängende Geschichte lesen. Doch weit gefehlt.

Leseprobe aus „Avengers 8: Die Macht des Phoenix“. (Copyright: Panini Comics)

Ohne größere Einleitung beginnt die hiesige Handlung und damit ein sogenanntes „Kampfturnier“. Welchen Gesetzmäßigkeiten oder welcher Struktur dieses Turnier folgt, bleibt ebenso unklar wie die Frage, wie sich das Teilnehmerfeld zusammensetzt. Es ist nicht übertrieben, wenn man konstatiert, dass es hier seitenlang nur Getöse und überaus stumpfes Gekloppe gibt. Dass diese ungestüme, absurde und vollkommen sinnbefreite Geschichte aus der Feder von Jason Aaron stammen soll, kann ich kaum glauben.

Das Ganze wirkt wie ein bloßer Showcase, um möglichst viele Marvel-Figuren – vorübergehend – einem abgewandelten rot-goldenen Phoenix-Kostüm zu präsentieren. Die eigentlichen Gefechte sind lahm, einfallslos und noch nicht einmal besonders actionreich oder bildkräftig. Die Handlung plätschert ohne Dramaturgie, Spannung, Witz oder zumindest die nötigen Schauwerte bis zum bitteren Ende. Wie schon im Vorgänger gibt es auch vorliegend einen plump aufgezwungenen Marketing-Move, indem mit Echo (Maya Lopez) eine weitere Figur in die Story gequetscht wird, die bald eine Serie beim Streamingdienst Disney+ erhält.

Fazit

Die Avengers fristen unter der kreativen Führung von Autor Jason Aaron weiterhin ein Dasein der Belang- und Pointenlosigkeit. Mittlerweile ist es eine dieser Serien, die man bloß liest, weil man schon so weit gekommen ist. Und womöglich insgeheim, weil man doch auf bessere Zeiten hofft. Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Avengers 8 – Die Macht des Phoenix

Inhalt

Die komplette Saga über das Ringen um die Phoenix-Kraft

Die Phoenix-Kraft zählt zu den mächtigsten, aber auch zerstörerischsten Kräften des gesamten Universums. Nun ist der kosmische Feuervogel zurück auf der Erde, und ein Kampfturnier soll darüber entscheiden, wer zum nächsten Träger dieser Macht wird! Captain America, Shang-Chi, She-Hulk, Black Panther, Echo, Dr. Doom, Namor und andere treten in erbitterten Zweikämpfen an – auch Helden gegen Helden und Avengers gegen Avengers!

(Quelle: Panini Comics)

Autor

Jason Aaron
(geboren 1973) ist ein amerikanischer Comic-Autor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Softcover
Vö-Datum: 26.07.2022
Originalausgaben: Avengers (2018) 39-45
Seitenzahl: 164
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Verlag

Copyright Cover: Panini Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)