Review

Nach dem jüngsten Neustart haben die Avengers die Gelegenheit genutzt, sich mit frischen Teammitgliedern neu zu erfinden. Die ersten zwei Hefte illustrierten, wie das Team zusammenwuchs. Auch wenn die Story ein paar kleinere Schwächen hatte – ganz besonders die Lehrer-Schüler-Klischees waren überflüssig -, wusste sie doch zu begeistern. Mit „Avengers #3“ geht es nun richtig in die Vollen.

Okay, so ganz zu alter Form haben die Rächer noch nicht zurückgefunden. Das muss auch der Avengers-Bulter Jarvis feststellen, als er das Provisorium betritt, das den spärlichen Überresten von Tony Starks Besitztümern Unterschlupf gewährt. Aber Spaß ist, was man selbst daraus macht – und in diesem Sinn geben alle Beteiligten ihr Bestes, selbst wenn es nur um Reparaturarbeiten geht.

Als dann die nächste Bedrohung in Form von Wirbelstürmen von Cyclone vor der Tür steht, sind alle jedoch begierig, loszulegen. Ganz vorn dabei: Thor, die Göttin des Donners. Ich muss zugeben, dass sie endlich eine größere Rolle spielt, habe ich sehnsüchtig erwartet, vor allem nach der Lektüre von „Thor #1“. Warum Mark Waid die Göttin des Donners jetzt jedoch dermaßen kampflustig und rücksichtslos agieren lässt, ist und bleibt ein Rätsel.

Während sich Leser und Avengers gleichermaßen über die neue Partyqueen wundern, braut sich im Hintergrund ein mysteriöses Komplott zusammen. Nach einer eigentlich erfolgreichen Mission wird Ms. Marvel beschuldigt, unnötig Zivilisten gefährdet zu haben. Im hohen Bogen fliegt sie daher aus dem Team, was dem größten Avengers-Fan überhaupt schier das Herz zu brechen scheint. Aber gegen Visions Beweise kommt auch Nova nicht an.

So beginnt bei dem gerade erst formierten Team bereits die Erosion, Mark Waid lässt eben (wie diese Thor?) nichts anbrennen. Schade nur, dass er das gerade errichtete Schüler-Lehrer-Verhältnis zwischen den alten Hasen und den jungen Hüpfern nun wieder gekonnt einreißt. Allerdings kann man sich ziemlich sicher sein, dass hier ein größerer Plan dahinter steckt – bis dieser allerdings Früchte trägt, bleibt der Leser erst einmal ziemlich verwirrt zurück.

Einblick in "Avengers #3" (Copyright: Panini Verlag)

Einblick in „Avengers #3“ (Copyright: Panini Verlag)

Während die Story also derzeit eher absackt, bleibt die Optik weiterhin auf einem guten Niveau.
Dieses Mal ist wieder Mahmud Asrar mit seinen Bildern an der Reihe, die bereits in Heft 1 gut gefallen haben.
Dynamisch, kraftvoll, mit starken Konturen – hier gibt es nichts auszusetzen.

Ganz am Rande noch: Nachdem am Ende dieses Heftes ein großes Geheimnis um die neue Donnergöttin gelüftet wurde, spendiert Panini im Übrigen eine kurze Preview auf „Thor #1“. Damit passt die Leseempfehlung nicht nur gut dazu, sondern muss an dieser Stelle auch noch einmal dick und fett unterstrichen werden.

Nachdem die Empfehlung für Thor hier so leicht über die Lippen bzw. Finger ging, ist sie für das vorliegende Heft nicht so einfach auszusprechen. Möglich, dass sich aus diesem Punkt noch eine tolle Story entwickelt, bis dahin handelt es sich bei „Avengers #3“ allerdings nicht um ein „must-read“.

Handlung

Dem brandneuen Avengers-Team fehlt es vielleicht an Mitteln, aber keineswegs an Wille! Außerdem ist jetzt Butler Jarvis da. Doch ein Kuss und ein Rauswurf stürzen die Avengers ins Chaos, und just da zeigt der geheimnisvolle Geschäftsmann Mr. Gryphon sein wahres Gesicht.

(Quelle: Panini Comics)

weitere Ausgaben

Avengers #1
Avengers #2

Autor

Mark Waid
(*21. März 1962 in Hueytown, Alabama) ist ein US-amerikanischer Comicautor.

(Quelle: Wikipedia)

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Details

Format: Heft
Veröffentlichung: 13.09.2016
Seitenzahl: 60
Storys: All-New All-Different Avengers 4-5
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Panini Comics

Copyright Cover: Panini Comics



Über den Autor

Ivonne
Ivonne
"Gute Bücher sind Zeitgewinn, schlechte Bücher Zeitverderber, gehaltlose Bücher sind Zeitverlust." - Rosette Niederer