Review

Es ist nicht einfach, eine sehr übertriebene Krimigeschichte so zu schreiben, dass der Leser sie dennoch plausibel findet. Der Autor Andreas Schnabel hat sich mit seinem Buch „Braune Orchideen“ an genau diesem Experiment versucht und seine Sache – so viel sei bereits jetzt erwähnt – sehr gut gemacht.

In „Braune Orchideen“ geht es um das kleine Dörfchen Schwalbach, in dem es alles andere als beschaulich zugeht, denn in dem Ort ist Gevatter Tod fast täglich zu Besuch und muss sich um Verstorbene kümmern, die auf sehr obskure Art ihr Leben gelassen haben. Sei es die Pastorengattin, die einem angeblichen Unfall zum Opfer fiel und nach diesem recht kopflos im Garten aufgefunden wird, oder der Metzger, der es irgendwie geschafft hat, in der Wurst zu landen. Natürlich kommt es auch häufig vor, dass man sich selbst mit einem Mähdrescher überfährt, weshalb auch dieser Sterbefall als Unfall deklariert wurde.
Frank, der in Schwalbach als Oberkommissar tätig ist, kommen diese Fälle mehr als spanisch vor und auch Stefanie, die Tochter der verstorbenen Gattin des Pastors und ebenfalls in kirchlicher Mission tätig, glaubt nicht an all diese Unfälle. Als die beiden mit den Ermittlungen beginnen, stoßen sie auf Barren, die Milliarden wert sind, eine verschworene Gruppe Altnazis und sehr resolute Südamerikaner.

Andreas Schnabel (Copyright: Andreas Schnabel)

Andreas Schnabel (Copyright: Andreas Schnabel)

„Braune Orchideen“ beginnt schon relativ extrem und entwickelt sich immer weiter in eine sehr skurrile Richtung. Insbesondere die Tatsache, dass aufgrund der vielen Vorfälle in Schwalbach nicht ein gewaltiger Polizeieinsatz ausgelöst wird, ist ziemlich unrealistisch, wird aber vom Autor plausibel – allerdings nicht glaubwürdig – erklärt.

Die fehlende Glaubwürdigkeit ist jedoch kein Kritikpunkt – ganz im Gegenteil – denn perfekt recherchierte und authentisch wirkende Krimis gibt es ja bereits wie Sand am Meer. Andreas Schnabel hat sich bewusst dazu entschieden, einmal ganz gewaltig über die Stränge zu schlagen und hat dieses sehr gut umgesetzt.

Neben dem komplexen und packenden Kernfall ist es der Stil von „Braune Orchideen“, der begeistert, denn Andreas Schnabel hat viele amüsante Wortspiele eingesetzt, die dafür sorgen, dass der Leser fast durchgehend schmunzelt. Dabei rutscht das Buch aber zu keinem Zeitpunkt ins Lächerliche ab.

„Braune Orchideen“ ist die perfekte Lektüre für all diejenigen, die keine Lust mehr auf Authentizität haben und einmal einen richtig schön übertriebenen Krimi lesen möchten. Dabei wirkt der Schauplatz des Buches, das Dorf Schwalbach, in der Tat ziemlich authentisch, was den im Moment sehr angesagten Regionalitätsfaktor unterstützt.

Inhalt

Sie sieht so friedlich aus, die kleine Gemeinde irgendwo im bergigen Süddeutschland, dennoch birgt sie ein furchtbares Geheimnis. Woher kommt der Hass der Alten, der so groß ist, dass sie sich gegenseitig bestialisch umbringen? Hetzt sie die Gier aufeinander? Ist es vielleicht Angst oder werden sie gar fremdgesteuert? Die Toten sind nicht arm gestorben. Im Gegenteil. Sie hinterlassen jeweils viel Geld. Viel zu viel, als dass Erben eine Erklärung verlangen dürfen, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu begeben.

(Copyright: Monogramm Verlagsgesellschaft)

Autor

Ausgebildeter Rettungsassistent und Hauptbrandmeister.
Arbeitete in den unterschiedlichsten Sparten: u.a. als Taxifahrer, Rundfunkreporter, RTL-Sportredakteur, TV-Producer, Filmproduzent, Event & TV-Regisseur und Theater-Autor.
Nach erfolgreich überwundener Herzkrankheit folgte eine Umschulung zum Berufs-„Promi“. Zur Zeit leider ohne Anstellung.
So ist er als freier Autor, Ghostwriter und Briefträger tätig und lebt mit seiner Familie in Pulheim bei Köln.

(Copyright: Andreas Schnabel)

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Details

Format: Broschiert
Vö-Datum: 08.10.2014
Seitenzahl: 536
ISBN: 978-3-945458-01-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Monogramm Verlagsgesellschaft

Copyright Cover: Monogramm Verlagsgesellschaft



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.