Review

„Börsentöpfchen“ ist nicht nur ein offensichtlich sehr leckeres Gericht auf der Speisekarte des Parkhotels in Osnabrück, sondern auch ein Kriminalroman aus der Feder von Alida Leimbach, erschienen im Gmeiner Verlag.

Das Buch spielt im beschaulichen Osnabrück, welches – regionalkrimitypisch – im Roman von seiner besten Seite gezeigt wird.
Die Autorin legt in diesem Buch vor allem Wert auf authentische, bodenständige Charaktere, die auf „die gute, alte Art“ ermitteln und nicht auf übertriebene Technik setzen, welche die Arbeit der Polizei erleichtert.

Dabei haben Birthe Schöndorf und Carlo Oltmann einen ziemlich kniffligen Fall zu lösen. Ein Banker wird tot in seinem Haus aufgefunden. Der Hausarzt des Toten stellt zunächst einen natürlichen Tod fest, kurz vor der Einäscherung stellt sich bei einer genaueren Betrachtung der Leiche jedoch heraus, dass es keinesfalls ein Herzinfarkt war, welcher den Mann ins Jenseits befördert hat. Vielmehr ist der Tote erwürgt worden. Ob es ein Mord oder Suizid war, muss herausgefunden werden.
Merkwürdig ist, wie sich die Witwe permanent in Widersprüche verstrickt, und auch, was ein berüchtigter Frankfurter Mafioso mit dem Ganzen zu tun hat, ist unklar …

Alida Leimbach (Copyright: Gmeiner Verlag)

Alida Leimbach (Copyright: Gmeiner Verlag)

Alida Leimbach hat mit „Börsentöpfchen“ ein durchaus spannendes Buch geschrieben, bei dem lediglich die Methoden der Polizei ein wenig merkwürdig anmuten. Denn obwohl sich die ganze Handlung hindurch die Witwe immer verdächtiger macht und sich permanent in Widersprüche verstrickt, wird diese quasi unbehelligt gelassen und nur hin und wieder befragt. Selbst ein Haftbefehl wird nach einer fadenscheinigen Ausrede widerrufen. Obwohl man sicherlich beim Lesen eines Romans nicht unbedingt absolute Authentizität erwartet, sind derartige „Schnitzer“ relativ unschön.

Abgesehen davon ist „Börsentöpfchen“ ein sehr spannendes Buch, bei dem vor allem der permanente Wechsel zwischen wichtigen Figuren wunderbar umgesetzt wurde. Denn es geht nicht nur um einen Mord, sondern auch um die direkten und indirekten Konsequenzen, die sich für eine Menge Leute aus dieser Tat ergeben. Diese sind sehr glaubhaft beschrieben und lassen den Leser oftmals mit den jeweiligen Charakteren mitleiden. Zudem spielt Alida Leimbach oft mit den Sympathien ihrer Leser. Figuren, die anfangs durchaus nett erscheinen, werden im Verlauf der Geschichte richtige Ekelpakete und umgekehrt.

Man wird von „Börsentöpfchen“ relativ schnell gefangen genommen und bekommt dann einige Stunden gelungene Krimikost serviert. Wenn man über das teilweise zweifelhafte Vorgehen der Polizei in diesem Buch hinwegsehen kann, ist „Börsentöpfchen“ durchaus in der Lage, seine Leser sehr gut zu unterhalten. Obwohl es ein Regionalkrimi ist, wird in diesem Buch nur von einer Figur Mundart gesprochen, was den Lesefluss zwar ein wenig bremst, aber der Authentizität des Buches durchaus zuträglich ist. Der regionale Charme wird nämlich sehr gut vermittelt.

Inhalt

In einer Osnabrücker Villa wird der Banker Simon Birklund ermordet. Kommissarin Birthe Schöndorf und ihr neuer Kollege Carlo Oltmann folgen einer Spur, die sie direkt in die Mafiakreise der Bankenmetropole Frankfurt führt. In diesen Sumpf geriet auch der bodenständige Mario Roggenkamp, ein von Birklund um sein Geld gebrachter Schreiner. Durch den Banker verlor er sein gesamtes Vermögen, was er vor seiner Familie verheimlicht. Hat er sich an Birklund gerächt?

(Copyright: Gmeiner Verlag)

Autorin

Alida Leimbach, Jahrgang 1964, ist in Lüneburg geboren und in Osnabrück aufgewachsen. Nachdem sie einige Jahre als Übersetzerin in Frankfurt am Main tätig war, studierte sie noch einmal: Evangelische Theologie, Germanistik und Englisch für das Lehramt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt.

(Copyright: Gmeiner Verlag)

Alida Leimbach – Facebook

Details

Format: Taschenbuch
Vö-Datum: 02.07.2014
Seitenzahl: 310
ISBN: 978-3-8392-1603-3
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Gmeiner Verlag

Copyright Cover: Gmeiner Verlag



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.