Review

Hohe Erwartungen

Wenn der geneigte Comic-Leser sieht, dass der prägende „Punisher“-Autor („Punisher: Witwenmacher“) und Schöpfer des makaberen, postapokalyptischen Universums „Crossed“, Garth Ennis, eine neue Horrorstory am Start hat, kann er eine große Erwartungshaltung naturgemäß nicht vermeiden. Das gilt umso mehr, wenn ein Könner für düstere und atmosphärische Bilder wie Zeichner Goran Sudžuka („Daredevil: So finster die Nacht“) die Geschichte von „A Walk through Hell“ in Szene setzt.

Die durch die Hölle gehen

Die FBI-Spezialagenten, der junge homosexuelle McGregor und die hartgesottene und desillusionierte Shaw, sehen sich mit einem ausgesprochen mysteriösen und bizarren Fall konfrontiert.

Zwei ihrer Kollegen haben des Nachts eine Lagerhalle betreten, doch sind sie anschließend nicht wieder herausgekommen. Anwesende Polizisten sprechen von Angst, Grauen und Verzweiflung. Shaw und McGregor sind indes gewillt, Licht ins Dunkel zu bringen. Sie wagen sich hinein in das ominöse Lagerhaus. Nachdem sie zunächst einen mysteriösen Tatort entdecken, bemerken sie, dass sie beide keinen Puls mehr haben.

Shaw vermutet, dass die Situation mit ihrem letzten Fall um einen mörderischen Kinderschänder in Zusammenhang steht. Womöglich sind die Agenten jedoch auch in einem Albtraum bzw. in der wahrhaftigen Hölle gefangen.

Kann die hohen Erwartungen bisher leider nicht erfüllen

Leseprobe aus „A Walk through Hell 1: Das verlassene Lagerhaus“ von Garth Ennis und Goran Sudžuka. (Copyright: Cross Cult)

„A Walk through Hell 1: Das verlassene Lagerhaus“ von Garth Ennis kann die gesetzten hohen Erwartungen bisher leider nicht erfüllen. Dabei ist die Prämisse durchaus reizvoll und mysteriös.

Allerdings verläuft die Horrorstory bislang ausgesprochen sperrig und schleppend, wobei ständige Rückblenden in die jüngere Vergangenheit und Wechsel in die Gegenwart den Leser unnötig ermüden und den Einstieg verkomplizieren. So verkommt der Plot hier und da zu einer Aneinanderreihung von Szenen. Echter Nervenkitzel und Adrenalin wollen sich nicht einstellen.

Da es kaum explizite Gewaltszenen gibt und die Geschichte bisher auch auf der atmosphärischen Ebene nicht zu überzeugen vermag, ist „A Walk through Hell 1“ gerade im Horror-Bereich überraschend schwachbrüstig.

Der größte Reiz besteht bislang in der Unüberschaubarkeit und Mysteriosität des Geschehens à la Akte X oder Twilight Zone.

Fazit

Überraschend spannungsarm kommt Ennis‘ Auftakt zu „A Walk through Hell 1“ daher. Da helfen auch die atmosphärisch-stimmungsvollen Bilder von Goran Sudžuka nur bedingt weiter.

Die in zwei Bänden abgeschlossene düstere Geschichte lebt vor allem von ihrer Unberechenbar- und Unvorhersehbarkeit. Womöglich wartet „A Walk through Hell 2″ ja noch mit einer unerwarteten Auflösung und einem mitreißenden Showdown auf.

 

Inhalt

Ein finsterer Albtraum, wie man ihn noch nie gesehen hat …

Es ist eine Routineuntersuchung. Die FBI-Spezialagenten Shaw und McGregor kümmern sich um die kleinen, alltäglichen Fälle – und Shaw ist das ganz recht so. Sie ist 40, dem Burnout nahe, und die Schatten ihres letzten Falls verfolgen sie noch immer. Ihr Partner McGregor hingegen ist jung und idealistisch, bereit es mit allem aufzunehmen, das ihm das Schicksal vor die Füße wirft.

Doch dann verschwinden zwei Agenten in einer Lagerhalle. Shaw und Mc Gregor werden losgeschickt, um das Gebäude zu untersuchen … und finden dort einen Albtraum vor, der die Grenzen jeder Vorstellungskraft übersteigt. Diese Nacht wird nie enden …

(Quelle: Cross Cult)

Autor & Zeichner

Garth Ennis
wurde am 16. Januar 1970 in Hollywood geboren.

Ennis starte seine Karriere 1989 mit der Serie Troubled Souls, die von John McCrea gezeichnet wurde und in der Anthologien-Reihe Crisis erschien. Von 1991-1994 arbeite er mit Hellblazer an seinem ersten US-amerikanischen Comic im Hause DC. Zusammen mit Steve Dillon schuf Ennis die Serie Preacher. Später wechselte Garth zu Marvel und übernahm zusammen mit Dillon die Serie Punisher.

Ennis ist bekannt und partiell harsch kritisiert für seinen immens schwarzen Humor und die gewaltvollen Stilmittel seiner Zeichnungen.

Garth Ennis – Facebook

Goran Sudzuka wurde 1969 in Zagreb geboren.

Nach der Hochschule für Angewandte Kunst begann er 1988 seine Tätigkeit in einem Animationsstudio und veröffentlichte erste Comics und Illustrationen. Nach mehreren Veröffentlichungen in seiner Heimat war „Outlaw Nation“ mit Goran Parlow und Jamie Delano 1999 seine erste Arbeit für DC Vertigo, für die er als vielversprechendster Newcomer 2001 einen Eisner Award erhielt.

Neben der  Serie „Hellblazer“, war Sudzuka regelmäßig als Gastzeichner für Brian K. Vaughans und Pia Guerras hochgelobte Serie „Y – The Last Man“ tätig.

Goran Sudzuka – Homepage
Goran Sudzuka – Facebook

(Quelle: Cross Cult)

Details

Format: Gebundene Ausgabe
Vö-Datum: 12.06.2019
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-959819-78-7
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Cross Cult

Copyright Cover: Cross Cult



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)