Review

7 Ermittler, 7 Krimi-Fälle, 7 Comic-Alben: Erst kürzlich haben wir uns den Auftakt zur Reihe „7 Detektive“ rund um eine etwas skurrile, aber sehr aufgeweckte Ermittlerin mit „Miss Crumble – Das gestiefelte Monster“ angeschaut; ein Album ganz im Zeichen des klassischen Whodunit.

Nunmehr steht der zweite Fall in den Startlöchern: „7 Detektive: Richard Monroe – Who killed the fantastic Mister Leeds?“, inszeniert abermals von Szenarist Herik Hanna, gezeichnet diesmal von Nicolas Sure.

Im Fokus steht erneut ein rätselhafter Mordfall. Der ermittelnde Detektiv ist indessen keine alte Dame mit exzellentem kriminalistischem Spürsinn, sondern ein typischer Film noir-Hard Boiled-Schnüffler im Stile von Jake Gittes („Chinatown“).

Nichts ist, wie es scheint

Protagonist Richard Monroe führt üblicherweise eine Detektei. Vorübergehend verdingt er sich jedoch als persönlicher Leibwächter für die attraktive Hollywood-Schönheit Ava Lamont. Diese spielt eine tragende Rolle in dem neuen Musical „Who Killed the Fantastic Mister Leeds“. An ihrer Seite ist Hollywood-Star James Crowley zu bewundern – jedoch nur einstweilen.

Der Co-Star, der vor der Show Lamont gegenüber übergriffig wurde, wird noch während der Premierenvorstellung erschossen. Lamont sollte mit einer Platzpatronenpistole auf ihn feuern; doch eine scharfe Kugel trifft den Promi mitten ins Gesicht. Die Polizei lässt den Saal sofort räumen und Monroes Klientin ist die Hauptverdächtige. Der Privatdetektiv hat jedoch Zweifel und setzt alles daran, die Unschuld von Ava Lamont zu beweisen. Freilich auch, weil sich zwischen den beiden eine amouröse Beziehung anbahnt.

Weit weniger gelungen

Der zweite Teil der Krimi-Reihe vermag nur bedingt zu überzeugen.

Leseprobe aus „7 Detektive: Richard Monroe – Who killed the fantastic Mister Leeds?“ (Copyright: Splitter Verlag)

Das liegt zunächst vor allem daran, dass Autor Herik Hanna die Kunst des visuellen Erzählens und damit die Möglichkeiten des Mediums arg vernachlässigt. Die einzelnen Panel sind richtiggehend mit Dialogen vollgestopft (siehe auch die Leseprobe); dadurch wirkt der Comic sehr geschwätzig und die Lektüre zieht sich – trotz überschaubarer Seitenzahl – doch sehr in die Länge.

Ferner mündet die Kriminalgeschichte in eine recht späte, unbefriedigende und verschwurbelte Auflösung, die hier natürlich nicht verraten werden soll. Der Autor versucht weniger den Leser hinters Licht zu führen, als vielmehr ihn mit seiner (unvorhersehbaren) Lösung zu überraschen. Dadurch entfällt allerdings auch das eigentliche Vergnügen des Miträtselns.

Visuell macht das Album dabei durchaus Spaß, da Zeichner Nicolas Sure überwiegend gelungene Zeichnungen präsentiert. Die Figuren haben Charme und passen gut in das angedachte Setting „Hard Boiled“. Die Charakterisierung lässt aber leider auch zu wünschen übrig, da wir eher bestimmte Archetypen sehen und weniger individuell ausgearbeitete Figuren mit Wiedererkennungswert und eigenwilligen Zügen.

Fazit

Der neue Krimi von Szenarist Herik Hanna fällt gegenüber dem Auftakt stark ab – der Vorgänger war in jeder Hinsicht das ausgefeiltere Werk. Für Krimi-Fans stellt sich aber womöglich doch das gewünschte Lesevergnügen ein. Es folgen noch fünf weitere Alben, die sicherlich noch die eine oder andere spannende Kriminalgeschichte hervorbringen.

Inhalt

Eigentlich hatte sich Richard Monroe auf einen leicht verdienten Gehaltsscheck gefreut. Eine Nacht lang Leibwächter spielen für den attraktiven Hollywood-Star Ava Lamont, während sie in ihrem neuen Musical „Who Killed the Fantastic Mister Leeds“ auf der Bühne steht. Aber dann stellt sich die Platzpatrone, mit der Ava ihren Co-Star James Crowley „erschießt“, als tödlicher heraus als gedacht, und Ava wird auf der Stelle verhaftet. Jetzt liegt es an Monroe, ihre Unschuld zu beweisen und seine Klientin wieder rauszuboxen. Das wird eine lange Nacht für den Schnüffler.

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 28.08.2020
Seitenzahl: 56
ISBN: 978-3-96219-482-6
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)