Review

Krimi im Serienformat

Mit „7 Detektive“ startet beim Splitter Verlag eine Reihe, die sich ganz dem Genre des Krimi verschreibt. 7 Ermittler, 7 Fälle, 7 Alben. Den Auftakt zu dieser Serie mit „7 Detektive: Miss Crumble – Das gestiefelte Monster“ haben wir uns bereits angeschaut und verraten euch im Folgenden, ob sich die Lektüre lohnt.

Ein Fall für Miss Crumble

Die Hobby-Detektivin Miss Crumble lebt in dem beschaulichen Dorf Sweet Cove. Eines Morgens erhält die attraktive ältere Frau Besuch von der örtlichen Lehrerin Miss Pumcake, die in heller Aufregung ist. Der totgeglaubte Graf John Crackersmith ist aus dem Krieg zurückgekehrt. Das löst bei den Anwohnern von Sweet Cove – von der Ex-Witwe, über den Gärtner, bis hin zur dörflichen Tratschtante – unterschiedlichste Emotionen aus. Doch längst nicht jeder ist erfreut über die plötzliche Rückkehr des Grafen. Und schon kurz darauf wird zunächst die schüchterne Miss Pumcake tätlich angegriffen und es kommt zu Morden in dem englischen Nest.

Die Polizei ist überfragt. Der gestiefelte Mörder könnte jederzeit wieder zuschlagen. Ein Fall, wie gemacht für die Meisterdetektivin Miss Crumble, die ihre ganzen Ermittlungskünste aufbringen muss.

Whodunit

Erst in jüngerer Vergangenheit haben wir hier Rian Johnsons großartigen Film „Knives Out – Mord ist Familiensache“ besprochen, ein moderner Vertreter des klassischen Krimi-Genres des Whodunit. Und ebendieser Gattung ist auch „7 Detektive: Miss Crumble – Das gestiefelte Monster“ von Autor Herik Hanna und Zeichner Sylvain Guinebaud zuzuordnen.

In bester Agatha Christiebzw. Sir Arthur Conan Doyle-Manier etabliert der Autor seine ebenso schrullige wie scharfsinnige Ermittlerin Miss Crumble, die selbstverständlich eine Hommage an vergleichbare Figuren wie Miss Marple oder auch Jessica Fletcher aus „Mord ist ihr Hobby“ darstellt.

Zeichner Sylvain Guinebaud lässt es sich dabei allerdings nicht nehmen, seine Hauptakteurin nicht als zerbrechlich wirkende ältere Dame, sondern vielmehr als kecke, kurvenreiche und attraktive Ermittlerin zu inszenieren. Das Artwork von Guinebaud ist insgesamt eine wahre Freude fürs Auge und passt wunderbar zu der erzählten Kriminalgeschichte im beschaulichen Vorort.

Leseprobe aus „7 Detektive: Miss Crumble – Das gestiefelte Monster“ (Copyright: Splitter Verlag)

Im Verlauf der Geschichte werden einige Personen tot aufgefunden, und Miss Crumbles Ermittlungskünste sind gefragt. Dabei haben gleich mehrere Bewohner von Sweet Cove ein Motiv für die Taten. In diesem Sammelsurium von Verdächtigen muss selbst die pensionierte Dorflehrerin mit dem ausgeprägten Spürsinn einige Zeit aufbringen, um den Sachverhalt zu sortieren. Im Gegensatz zum klassischen Whodunit geschehen die schweren Verbrechen hier nicht gleich zu Anfang; es wird auch nicht das „umgekehrte Prinzip“ abgespielt, das wir etwa aus „Columbo“ kennen, in welchem dem Leser bzw. Zuschauer der Täter bereits von Anfang an bekannt ist. Der Fall entwickelt sich hier erst nach und nach. Das Album möchte dabei sicherlich bisweilen zum Miträtseln einladen, gibt dem Leser dafür allerdings zu wenige Hinweise und Anregungen an die Hand. So kommt die Auflösung überraschend und unvorhersehbar daher. Indessen hat der Leser aufgrund der überschaubaren Anhaltspunkte für Verdächtigungen nicht so recht das Gefühl, raffiniert in die Irre geführt worden zu sein.

Fazit

„7 Detektive: Miss Crumble – Das gestiefelte Monster“ ist ein solider und unterhaltsamer Comic-Vertreter des „Whodunit“, der sich vor den großen Vorbildern verneigt und die wesentlichen Spielregeln (überschaubares Setting, begrenzte Zahl von Verdächtigen) wahrt. Leider werden dem Leser nur wenige Anreize geliefert, selbst Vermutungen darüber anzustellen, wer die Tat begangen haben könnte. Dadurch fällt der wesentliche Aha-Effekt bei der endgültigen Auflösung eher bescheiden aus. Für Krimi-Fans dürfte sich das vortrefflich gezeichnete Album dennoch lohnen.

Inhalt

Ah, Sweet Cove, du schönstes aller englischen Dörfer, mit deinen gepflegten Gärten und deinen heimeligen Teestuben. Selbst der lange Schatten des Ersten Weltkriegs konnte deinen Charme kaum trüben. Zumindest bis zu dem Tag, an dem der totgeglaubte Graf Crackersmith aus dem Krieg zurückkehrt. Denn der Tod folgt ihm auf dem Fuße: Ein gestiefelter Mörder macht die Runde in Sweet Cove! Ein Glück, dass die pensionierte Dorflehrerin über einen ausgeprägten Spürsinn verfügt und sich des Falls annimmt. Denn Mord ist ihr Hobby! Und für uns Leser entspinnt sich ein im besten Sinne klassisches „Wer war‘s?“ zum Miträtseln.

(Quelle: Splitter Verlag)

Details

Format: Hardcover
Veröffentlichung: 12.06.2020
Seitenzahl: 64
ISBN: 978-3-96219-481-9
Sprache: Deutsch
Verlagshomepage: Splitter Verlag

Copyright Cover: Splitter Verlag



Über den Autor

Fabian
Fabian
"Du lächelst wie jemand, der keine Ahnung hat, wozu ein Lächeln überhaupt gut ist." (Das kleine, blaue, geflügelte Einhorn Happy, in: Happy!)