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Berichte

17. November 2021

Bericht und Fotos: Plage Noire Festival 2021 (29. & 30. Oktober 2021)

Dieses Jahr, am 29. & 30. Oktober, fand endlich wieder das Plage Noire Festival am beschaulichen Weissenhäuser Strand statt.

2018 begonnen, war zumindest ich für meinen Teil ein Plage Noire-Frischling und fuhr gespannter Dinge und voller Vorfreude auf die kommenden zwei Tage an die Ostsee.

Das Navi zeigte ca. vier Stunden Fahrzeit an und diesmal hatte ich Glück. Trotz der üblichen Baustellen war ich gar überpünktlich vor Ort. Es blieb also genug Zeit, um den Impfnachweis vorzulegen und das Gelände ausgiebig zu erkunden. Als alte Marinistin, die unweit der Ecke stationiert war, zog es mich natürlich sofort ans Wasser. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich warf mich gleich in den Sand, der Ausblick belohnte und die steife Brise erinnerte an alte Zeiten. Schon fühlte ich mich wieder wie „daheim“. Es ist doch schon sehr besonders, wenn eine Venue direkt am Wasser liegt und alles leicht erreichbar ist.

Galerie: Impressionen & Besucher
Plage Noire Festival 2021: Impressionen & Besucher

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Und während ich noch Freunde und Bekannte traf und ein Pläuschchen hielt, wurde im Le Bazar – Salon de Beauté schon fleißig in Backstage Sessions mit Models und Gästen im Open Studio ausprobiert, sowie im La Galeria – MakeUp-Théâtre der Monstermacher vorbereitet.

Tag 1: Freitag, 29. Oktober 2021

Musikalisch wurde der erste Festivaltag mit Unzucht eröffnet, die pünktlich um 17 Uhr im Chapiteau, dem großen Zelt, ihre Dark Rock-Performance darboten, während parallel dazu Whispering Sons den Salle de Fête „einweihen“ durften.

Galerie: Unzucht
Unzucht @ Plage Noire Festival 2021

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So ging es Schlag auf Schlag weiter und die Bands gaben sich die Klinke in die Hand.

Ich machte noch einen Abstecher in den Salle de Fête zu Torul.

Galerie: Torul
Torul @ Plage Noire Festival 2021

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Das Duo verstand es, Stimmung mit minimalistischen Mitteln zu erzeugen und mit ihrem Electropop Eindruck zu hinterlassen.

Direkt im Anschluss wechselte ich zurück zum Chapiteau. Dort durfte ich Diary of Dreams erleben, die in gebührender Manier ihre Saiten zupften, die Stimme beben ließen und dabei wie immer verzauberten.

Galerie: Diary of Dreams
Diary of Dreams @ Plage Noire Festival 2021

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Zurück im Salle de Fête gingen Suicide Commando auf die Bühne und heizten dem zahlreich erschienenen Publikum mit ihren harschen Beats kräftig ein, sodass es im wahrsten Sinne des Wortes heiß wurde.

Galerie: Suicide Commando
Suicide Commando @ Plage Noire Festival 2021

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Zeitgleich performten Adam is a Girl im La Rotonde.

Dort standen im Anschluss daran bereits die Briten von Empathy Test in den Startlöchern.
Vocalist Isaac Howlett entschuldigte sich zu Beginn für seine brüchige Stimme, aber eine Erkältung habe ihn erwischt. Sind wir ehrlich, das wäre gar nicht aufgefallen, zumal er diese „Unzulänglichkeit“ charmant mit seiner Stage-Präsenz wettmachen konnte.

Galerie: Empathy Test
Empathy Test @ Plage Noire Festival 2021

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Zurück im großen Zelt verbreiteten Schandmaul auf gewohnte Art gute Laune und ihre Dudelsacktöne.

Galerie: Schandmaul
Schandmaul @ Plage Noire Festival 2021

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Nebenher und zwischendurch wurden diverse Fashion Walks veranstaltet. Themen waren u.a. Tourniquet Costume Art, Pirate Businesswear und Instinct Berlin. Man konnte wahrlich sagen: Da wurde was fürs Auge geboten!

Die Ehre, den ersten Tag krönend zu einem Abschluss zu bringen, gebührte schließlich VNV Nation.
Sympathisch, emotional und mit dem richtigen Schuss Humor trieben Ron und seine Jungs bei so manchem Zuschauer und so mancher Zuschauerin Tränen in die Augen und schafften es, das Tanzbein schwingen zu lassen.

Galerie: VNV Nation
VNV Nation @ Plage Noire Festival 2021

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Somit war Tag 1 auch schon wieder um.

Tag 2: Samstag, 30. Oktober 2021

Der zweite Tag, ein sonniger Samstag, begann zuerst mit dem Impfnachweis und der gemeinsamen Foto-Session gegen 10.30 Uhr am Strand. Es war schön anzuschauen, so viele schwarze Seelen mit der Natur verbunden erleben zu dürfen. Ich nutzte die Zeit, um Sonne zu tanken und frische Seeluft zu atmen und dabei mit dem einen oder anderen ins Gespräch zu kommen. Ohnehin war ich einmal mehr von der Offenheit und Freundlichkeit aller be- und gerührt.

Pünktlich zum Mittag begann das Programm (bzw. vielmehr (m)ein persönlicher Marathon) mit den Lesungen von Christian von Aster und Markus Heitz. Sehr humorvoll und so blieben Lacher nicht aus. Zudem lernte man noch einiges über Phantasie, Lyrik, eine Grufti-Hüpfburg und so manche Security-Lady, welche gerne zwischendurch ihre Witzchen machte.

Das musikalische Opening an diesem Tag gebührte Vogelfrey im Chapiteau, während Rave the Reqviem den Salle de Fête eröffneten. Die „coolen“ Mittelalter-Vibes ließen alle mitwippen und -hopsen und man darf behaupten, dass die Combo an diesem Tag nicht nur einen Fan dazu gewonnen haben dürfte.

Galerie: Vogelfrey
Vogelfrey @ Plage Noire Festival 2021

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Weiter ging es mit Stahlmann. Fotografisch immer wieder eine riesige Freude! Aber seht selbst:

Galerie: Stahlmann
Stahlmann @ Plage Noire Festival 2021

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Melotron bespielten den Salle de Fête, während ich zum La Rotonde ging, um Scarlet Dorn zu erleben. Man konnte guten Gewissens behaupten: So nah kommt man selten an die Band ran und Scarlet und ihre Jungs gaben wieder alles. Wunderschön und berührend wie immer.

Galerie: Scarlet Dorn
Scarlet Dorn @ Plage Noire Festival 2021

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Zwischendurch ergaben sich kurze Blicke auf die Fashion Walks, wie auch schon am Vortag, aber auch das MakeUp-Théâtre bot wieder einiges. Die Themen diesmal waren u.a. Nashimiron, Slacks Fashion, Dark Creations und das Finale.
Auch an diesem Tag wurde dem Auge einiges geboten.
Bei den Autogrammstunden durfte man indessen die einen oder anderen Künstler:innen und Bands erleben und so kam ich ein bisschen mit Thomas Rainer ins Quatschen, der an diesem Tag mit seiner Band L’Âme Immortelle das Publikum noch begeistern sollte.

Viel Zeit zum Essen blieb nicht, aber es war mehr als praktisch, dass alles, was das Herz begehrte, auf dem Gelände zu finden war; vom Supermarkt bis zu verschiedenen Restaurants, vom Diner bis zum Italiener. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Auch der kleine Markt mitsamt seinen Ständen hatte Charme, lud den einen oder anderen zum Met ein und ließ die Münzbeutel klingeln.

Mein Weg führte schließlich wieder ins Zelt zur Letzen Instanz, die auch wieder so kraftvoll wie eh und je performten und dabei Auszüge aus ihrem neuen Album präsentierten.

Galerie: Letzte Instanz
Letzte Instanz @ Plage Noire Festival 2021

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Anschließend ging es „rüber“ zu Rabia Sorda in den Saal. Kraftvoll wie immer gaben Erk Aicrag und seine Crew alles. Das Energiebündel wurde seinem Ruf wieder mehr als gerecht.

Galerie: Rabia Sorda
Rabia Sorda @ Plage Noire Festival 2021

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Etwas ruhiger ging es dann bei Peter Heppner zu. Man musste aber genauer hinsehen, um Peter wiederzuerkennen. Offenbar war ich damit nicht allein.

Galerie: Peter Heppner
Peter Heppner @ Plage Noire Festival 2021

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Während Erk und Peter ihr Bestes gaben, performten parallel dazu Steril.

SITD schlossen an die Energie von Erk an. Leider nicht ganz ohne Zwischenfälle. Für Carsten endete sein Einsatz leider mit einer geprellten Rippe, aber mit zusammengebissenen Zähnen machte er trotzdem weiter bis zum Schluss. Respekt!

Galerie: SITD
SITD @ Plage Noire Festival 2021

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L’Âme Immortelle lösten Peter Heppner ab und verzauberten das Publikum. Thomas Rainer zeigte die Pommes-Gabel in meine Richtung, denn ich kam meiner „Abmachung“ nach, als er beim „Verquatschen“ fragte, ob man sich an der Bühne sehen würde. Klar, was für eine Frage! Sehr sympathisch allemal.

Galerie: L’Âme Immortelle
L'Âme Immortelle @ Plage Noire Festival 2021

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Das La Rotonde wurde noch von Seelennacht und Vanguard bespielt, während Solar Fake im Salle de Fête als dortige letzte Band auftraten und wieder ihr Bestes gaben.

Galerie: Solar Fake
Solar Fake @ Plage Noire Festival 2021

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Front 242 beschlossen das Ende des Abends im Chapiteau und somit auch leider schon wieder das Ende des Festivals also solches.

Galerie: Front 242
Front 242 @ Plage Noire Festival 2021

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Resümee

Einmal mehr blieb der Eindruck, wie happy die Besucher darüber waren, wieder ein Stück Normalität erleben zu dürfen und besonders wieder Gleichgesinnte treffen zu können.

Und so war es mir ein inneres Fest, Freunde wiedergetroffen sowie neue Bekanntschaften und für mich neue Entdeckungen gemacht zu haben.

Das Plage Noire ist einfach ein Muss. Das war mir bereits klar, als ich noch nicht die Möglichkeiten hatte, selbst dabei zu sein und bestätigte sich nun nicht nur in der Theorie in allen Belangen.

Da bleibt nur zu sagen: Ich freue mich schon sehr auf die 2022er Ausgabe und auf das, was da noch alles kommen mag.
DANKE!

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Copyright Artikelbild: FKP Scorpio
Copyright Fotos: DeepGround Magazine


Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.




 
 

 

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