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8. November 2022

Bericht und Fotos: Bauhaus – „Live 2022 – Exclusive German Show“ (Berlin, 22.08.2022)

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Verfasst von: Daggy
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Es ist schon fast unglaublich, wie schnell dieses Jahr ein Ende findet. Dabei bin zumindest ich gedanklich noch viel lieber in diesem Bilderbuchsommer verhaftet.

Ein Highlight von 2022

2022 zählt tatsächlich nur noch etwas mehr als 7 Wochen. Da bleibt es nicht aus, dieses Jahr in Teilen schon Revue passieren zu lassen und sich bereits zu fragen, was besonders war und was als Highlight bewertet werden darf.
Und ganz ohne Frage war Bauhaus ein solches Highlight in diesem Jahr, genauer gesagt am 22.08.22.

Unabhängig davon, dass dieses Konzert das einzige Deutschlandkonzert der Legenden war, war es eine riesige Ehre, diese Gothic Rock-Giganten vor die Kamera zu bekommen. Und so war ich überpünktlich vor Ort und genoss das Ambiente einer Zitadelle Spandau in vollen Zügen, welche als Veranstaltungsort einem Format „Bauhaus“ angemessen war.

Gurte Vorlage von Hope

Es war noch hell, als das Berliner Quartett HOPE pünktlich um 19 Uhr auf die Bühne trat und mit diesem Auftritt sprichwörtlich ein Heimspiel hatte.

Mit ihrem Mix aus Indie, Post-Rock, Noise und Ambient verstanden sie es, die Zuschauer:innen schon vor dem Hauptact in den Bann zu ziehen, als sie mit ihrem Song „Raw“ eröffneten – im Gesamtkonzept aus Sound und Video ein Muss, an dem man schwer vorbei kommt und das live ebenso unter die Haut geht.

Augenblicklich herrschte gespannte Ruhe, als Sängerin Christine Börsch-Supan die ersten Töne anstimmte, die Gefühlspalette von verträumt über launisch, romantisch, energisch und atmosphärisch mit den Klangkörpern der Bandkollegen in Symbiose brachte und dabei alles gleichzeitig sehr minimalistisch in der Performance als solches wirkte.
Vermutlich verlieh das der Musik den Fokus und betonte den Ausdruck umso mehr, welcher – ohne zu übertreiben – nachhaltig war.

Galerie: Hope
Hope

(Alle Fotos bei Flickr ansehen)

Das Outro „Shame“, das von niemand Geringerem als David J. Hope selbst abgemischt wurde, leitete somit nach ca. einer ¾ Stunde Spielzeit das Ende des Auftritts ein. Dieses hätte gleichzeitig nicht passender auf die Performance des Hauptacts vorbereiten können.

Die Legende lebt: Bauhaus

Mittlerweile verdunkelte sich der Himmel an diesem Ende-August-Abend und die geschätzt 10.000 Zuschauer:innen warteten gespannt und trotzdem geduldig auf Bauhaus. Gegen 20:30 Uhr standen die vier Briten endlich leibhaftig auf den Brettern der Zitadellenbühne und verzauberten das gesamte Publikum allein schon durch ihre Präsenz.

Die elegante Bekleidung mitsamt Gehstock untermalte den Zauber, den die Legenden auch nach über 40 Jahren noch auszustrahlen vermögen. Murphys durchdringender Blick und seine geschmeidigen Bewegungen in seiner Performance – mit 65 Lenzen wahrlich keine Selbstverständlichkeit – betonten dessen Charisma. Sie bewiesen einmal mehr, dass die „Alten“ es einfach können, sie jüngeren Künstlern auch und gerade heute nur mit einem Wimpernschlag immer noch die Show stehlen können und selbst nach einer Herz-OP viel Anziehungskraft besitzen.

Murphys Stimme, nach all den Jahren immer noch ein Bariton, der unverkennbar bleibt, trug schon bei den ersten Songs „Rosegarden Funeral Of Sores“, „Double Dare“ und „In the Flat Field“ den Sound weit hinaus.

Galerie: Bauhaus
Bauhaus

(Alle Fotos bei Flickr ansehen)

Die „On the Spot“-Lichtperformance, welche Peter Murphy, David J Hope, David Ash und Kevin Haskins in einzelne Lichtkegel und Silhouetten eintauchen ließ, umarmte ergänzend förmlich die Atmosphäre und Ästhetik, die so eigen für die Männer aus Northampton ist. Sie arbeitete gekonnt den Minimalismus hervor, der typischer nicht sein konnte und gab dem beinahe psychedelisch anmutenden Schauspiel den nötigen Nachdruck, als auch die Klassiker „She’s in Parties“, „Kick In The Eye“ und „Bela Lugosi’s Dead“ vertont wurden. Noch mehr Untermalung verlieh dem Ganzen ein fast nervös-glamouröser Touch bei den Outros der Zugaben „Telegram Sam“ und „Ziggy Stardust“, Cover von T. Rex und David Bowie.

Und so ging nicht nur ich an diesem Abend mit der Frage im Kopf, ob Bauhaus in naher Zukunft wieder den Weg in die Hauptstadt finden würden. Angemessen wäre es. Denn wenn sie eines sicher auf sich verbuchen dürfen, dann dass sie außergewöhnlich, exzentrisch und „One of a Kind“ sind.

Setlist:
Rosegarden Funeral of Sores, Double Dare, In the Flat Field, A God in an Alcove, In Fear of Fear, Spy in the Cab, She`s in Parties, Kick in the Eye, Bela Lugosi`s Dead, Silent Hedges, The Passion of Lovers, Stigmata Martyr, Dark Entries
Sister Midnight, Adrenalin, Telegram Sam, Ziggy Stardust

Livemitschnitt Bauhaus

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Details

Datum: 22.08.2022
Location: Zitadelle, Berlin

Copyright Artikelbild: Bauhaus
Copyright Fotos: Dagmar, DeepGround



Über den Autor

Daggy
So ist das Leben, sagte der Clown mit Tränen in den Augen, und malte sich ein Lächeln ins Gesicht.




 
 

 

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