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Berichte

28. Januar 2019

Bericht: Slash ft. Myles Kennedy & The Conspirators – „Living The Dream World Tour“ (Peking, 20.01.2019)

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Verfasst von: Daggy
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Es war einer dieser Tage, an denen ich wieder einmal die Subscriptions von WeChat durchsuchte und dabei hoffte, etwas Interessantes in Sachen Konzerte in der chinesischen Hauptstadt zu finden.

Slash: live in Beijing

Ich war schon drauf und dran, das Handy wieder beiseitezulegen, als ich plötzlich ein Foto mit Slash und Myles Kennedy entdeckte. Der Sache wollte ich nachgehen, kopierte den Link und jagte ihn durch meine Übersetzungs-App.
Das Ergebnis: Slash ft. Myles Kennedy & The Conspirators sollten am 20. Januar 2019 im Rahmen ihrer „Living The Dream“-Tour auch hier in Peking auftreten.

Meine Freude war groß und sofort schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass dies schon fast „Tradition“ zu haben scheint, konnte ich diese Formation doch schon Ende 2015 live in Mumbai erleben, meinem vorherigen „Zuhause“.
Es verstand sich von selbst, dass ich auf den Bestell-Button von „247tickets“ drückte, um mir Karten zu sichern.

Ungewöhnliche Location

Ich war gespannt, denn ein Rock-Konzert im hiesigen Exhibition Center? Bestuhlt? Das ist dann doch etwas anderes und hatte so gar nichts mit dem dichten Gedränge in Indien zu tun.

Es war so weit, besagter Sonntag war endlich da.
Ich packte wie gewöhnlich mein Equipment ein und machte mich rechtzeitig auf den Weg.
Am Center angekommen, erlebte ich allerdings die Ausnahme von der Regel: Meine Fotoausrüstung wurde mir abgenommen.
(Deshalb muss dieser Bericht leider ohne Fotogalerie auskommen.)

Ein ausverkauftes Theater blickte auf ein Backdrop in Form des „Living The Dream“-Albumcovers und wartete gespannt auf den Start der Performance – die auch, wie angekündigt, pünktlich um 19.30 Uhr begann.

Slash, Kennedy, Fritz, Kerns und Sidoris legten nach einem kurzen Intro auch sofort mit „The Call Of The Wind“ los.
Aber auch wenn das Konzert als ein bestuhltes vorgesehen war, spätestens nach den ersten Tönen des Intros standen alle und an ein Sitzen war nicht mehr zu denken.
Allerdings gab es der Sache aus der Sicht eines Zuschauers ein doch interessantes Feeling. So sehr die Zuschauer auch richtig loslegen wollten, waren sie doch „gebunden“ – sowohl an die jeweiligen Sitzplätze, aber auch die Security limitierte den Bewegungsradius des Publikums. Das verpasste der Energie als solches im Saal doch einen leichten Dämpfer.

Grandiose Setlist

Dies hinderte Slash, Myles und die drei Conspirators aber nicht im Geringsten daran, Ihr Können unter Beweis zu stellen. Und so zupfte Slash kurz sein „Misfits“-Shirt zurecht, legte in gewohnter Manier los und ließ die Finger über seine Gibson fliegen.

Kennedy verstand es wie gewohnt, seinen Lyrics das nötige Volumen zu verleihen und machte aus Liedern wie „Mind Your Manners“, „Too Far Gone“, „My Antidote“ und „Fall To Pieces“ einmal mehr etwas Besonderes.

Es gab einen überraschenden Wechsel an den Vocals, als der Sänger das Mikro an den Bassisten Todd Kerns abgab, der den Titel „Dr. Alibi“ auf seine ganz eigene Weise vertonte. „We’re All Gonna Die“ in seiner Version wurde auch deshalb so einzigartig, weil die Künstler diesen Song dem legendären Sänger und Bassisten Lemmy Kilmister von Motorhead widmeten.

Neben weiteren Titeln vom aktuellen Album durfte auch ein Cover von Guns’N’Roses‘ „Rocket Queen“ nicht im Repertoire fehlen.

Auch Slashs „Ghost“ erhielt aus der Kehle eines Myles Kennedy einmal mehr einen ganz eigenen Glanz, was er durch seine sympathische und publikumsnahe Art gleich noch besser in Szene zu setzen wusste.

Als das Intro des wohl am meist erwarteten Songs angetont wurde, gingen Freudenschreie durch die Menge.
Slashs „Anastasia“ aus seinem zweiten Solo-Album „Apocalyptic Love“ war der letzte Song eines knapp zweistündigen Sets und leitete das Ende eines wunderbaren Abends voller Rock’n’Roll ein. Die Jungs steckten nochmals ihre ganze Power in diesen Titel. Slash im Besonderen legte eine acht minütige Soloeinlage ein, die das ganze Exhibition Center in staunendes Schweigen versetzte.

Fazit

Wie gewohnt eine Darbietung auf hohem Niveau. Die Band hat genau das geliefert, was der Name verspricht: Beste Qualität!

Video

Details

Datum: 20.01.2019
Location: Exhibition Center Theater, Beijing / China

Copyright Artikelbild: Slash
Copyright Konzertfoto: Dagmar Urlbauer (DUV Photography)



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.




 
 

 

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