Review

Mit XCOM 2 ist Anfang des Jahres ein exklusives PC-Spiel erschienen, das sich anschickt, den Thron der rundenbasierten Strategiespiele zu erklimmen.

Im Jahr 2035 ist die Erde von Aliens unterjocht. Die Außerirdischen haben mit ADVENT eine Marionettenregierung installiert, die den Besuch der Aliens als historisches und glückliches Ereignis für die Menschheit proklamiert. Der Spieler ist Angehöriger der Widerstandsgruppe XCOM und kämpft aus dem Untergrund gegen die Invasoren. Seine Basis ist das Flugschiff „Avenger“, von dem aus der bewaffnete Kampf gegen die Besatzer organisiert und gesteuert wird.

Im Spiel befiehlt der Gamer ein SWAT-Team (anfangs aus vier, später aus sechs Kämpfern bestehend) bei Kommando-Unternehmen, um andere Widerstandsgruppen in ihrem Kampf zu unterstützen, die inhumanen Forschungsarbeiten der Aliens zu sabotieren oder deren geheimnisvolles AVATAR-Projekt zu verhindern. Dabei muss das Team taktisch und strategisch durch die Spielrunden geführt werden, um das jeweilige Missionsziel zu erfüllen. Dazu gehört im Vorfeld auch die Auswahl der Teammitglieder nach ihren speziellen Fähigkeiten (es gibt fünf verschiedene Klassen) sowie deren Ausrüstung und Bewaffnung.

Strategisch clever die Gegner ausschalten. (Copyright: Firaxis Games / 2K Games)

Strategisch clever die Gegner ausschalten. (Copyright: Firaxis Games / 2K Games)

Anfänger – nicht nur des Spiels, sondern auch des Spiele-Genres – werden in der Prolog-Mission schnell und verständlich mit den grundlegenden Spielprinzipien vertraut gemacht, auch wenn in dieser Mission die eigene Entscheidungsfreiheit noch sehr eingeschränkt ist. Doch schon bei den darauffolgenden Missionen darf der Spieler seine operativen Qualitäten bei der Führung seiner SWAT-Teams unter Beweis stellen.

Und dies wird, selbst im leichtesten von insgesamt vier Schwierigkeitsgraden, alles anders als einfach. Das liegt zum einen daran, dass bei circa der Hälfte der Missionen die maximale Rundenzahl vorgegeben ist und wir als Spieler somit unter Zeitdruck stehen. Anderseits bietet ADVENT immer wieder neue Arten von Gegnern auf, die nicht nur durch ihre Kampfkraft, sondern auch durch ihre Spezialfähigkeiten beeindrucken. Das ist anspruchsvoll und wir werden mit unserem Team immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Die rekrutierten Widerstandskämpfer kann man jederzeit nach eigenem Belieben optisch in vielerlei Hinsicht anpassen. Ein in unseren Augen sehr schönes Feature des Spiels. Damit agiert der Spieler nicht mehr nur mit „anonymen“ Kämpfern, sondern individualisiert sie und baut dadurch eine gewisse Bindung zu ihnen auf. Im Endeffekt achtet man in den Missionen noch mehr darauf, dass diese „eigenen Charaktere“ nicht verwundet werden oder gar das Zeitliche segnen.

Die Rundenkämpfe sind aber nur die eine Seite von XCOM 2. Zwischen den Missionen müssen wir die „Avenger“ aufrüsten. Ingenieure und Wissenschaftler helfen zum Beispiel bei Forschung und Entwicklung, um in vielerlei Hinsicht die Kapazitäten des Schiffs und die militärische Schlagkraft unserer Kämpfer (Ausrüstung und Waffen) zu erhöhen.

Wir können mit der „Avenger“ weltweit operieren, müssen uns nur entscheiden, welche Prioritäten wir bei unserem Widerstandskampf setzen wollen. Ressourcen aufnehmen, Kontakt zu anderen Widerstandszellen auf der Welt aufnehmen, einen Vergeltungsschlag gegen ADVENT führen oder doch eher ein Kommando-Unternehmen?

Dazu kommt, dass wir Informationen über „düstere Ereignisse“ erhalten, die auf verschiedene Weise negative Auswirkungen auf unser Agieren haben. Nur: wir können nicht allen Ereignissen entgehen, sondern müssen uns entscheiden, welche wir verhindern wollen und welche wir über uns ergehen lassen. Diese Spielebene ist sehr gelungen.

XCOM 2 fordert den Gamer – und zwar richtig. Neben dem generellen Schwierigkeitsgrad des Spiels haben auch die einzelnen Missionen verschiedene Level. Und schwere oder sehr schwere Missionen sind genau dies. Das ist zum einen gut, denn eine gewisse Herausforderung sollte ein Spiel schon bieten. Auf der anderen Seite könnte dies einige Spieler auch abschrecken oder schnell zu Frustrationen führen.

Die Vertonung von XCOM 2 ist sehr gut und komplett auf Deutsch.
Auch die Grafik ist ansprechend und zeitgemäß; die Missionskarten detailreich und abwechslungsreich. Es gibt zahlreiche animierte Zwischensequenzen. Und selbst in den Rundenkämpfen wird bei einigen Aktionen auf Nahzoom gewechselt, was der Atmosphäre des Spiels und der Dynamik zusätzlich zugutekommt.

Auf die Aliens, fertig, los! (Copyright: Firaxis Games / 2K Games)

Auf die Aliens, fertig, los! (Copyright: Firaxis Games / 2K Games)

Leider sind diese Sequenzen – vor allem wenn ein Nahkampf dargestellt wird – nicht immer realitätsgerecht. Auch stimmen einige Feuerlinien nicht bzw. sind in der Praxis schier unmöglich. Dies und vereinzelte Grafikfehler, bei denen zum Beispiel nach einer Explosion Trümmerteile in der Luft hängen bleiben, sollten sich durch einen Patch aber beheben lassen.

Ein abschließender Fakt am Rande: XCOM 2 erfordert darüber hinaus einen permanenten Onlinezugang über Steam und stellt relativ hohe Hardware-Anforderungen.

Trotz der kleinen Kritikpunkte kann XCOM 2 insgesamt begeistern und ist für alle Liebhaber dieses Spiele-Genres und Science-Fiction-Interessierte absolut empfehlenswert.

Trailer

Beschreibung

XCOM 2 transportiert die Spieler 20 Jahre in die Zukunft. Die Menschheit hat den Krieg gegen die Aliens verloren und diese haben eine neue Weltordnung geschaffen. Die geheime paramilitärische Organisation XCOM ist in Vergessenheit geraten und muss zurückschlagen, um die Kontrolle über die Erde zurückzuerlangen und die Menschen von der Herrschaft der Aliens zu befreien.

In XCOM 2 werden die Rollen vertauscht und die Invasion geht von XCOM aus. Sie werden dabei durch begrenzte Ressourcen eingeschränkt und müssen mit ihrem neuen mobilen Hauptquartier ständig vor den Aliens fliehen.
Die Spieler müssen auf eine Mischung aus Feuerkraft und Guerilla-Strategien setzen, um XCOM bei der Rekrutierung neuer Soldaten und dem Aufbau eines Widerstandsnetzwerks zu helfen, während sie versuchen, die finsteren Pläne der Aliens aufzudecken und die Menschheit zu retten.

XCOM 2 führt neue Spielelemente ein, wie zum Beispiel prozedural generierte Level, die allen Spielern eine einzigartige Spielerfahrung und gleichzeitig eine tiefgreifendere Modding-Unterstützung bieten. Darüber hinaus bietet XCOM 2 eine Fülle neuer Inhalte, einschließlich fünf überarbeiteter Soldatenklassen, mehr Anpassungsmöglichkeiten für Soldaten, mehr Alien- und Gegnertypen, verbessertem taktischen Kampf und vielem mehr.

(Quelle: 2K Games)

XCOM – Homepage
XCOM – Twitter

Systemanforderungen

Minimale Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Windows 7 64-bit
Prozessor: Intel Core 2 Quad Q6600 2.4 GHz / AMD Phenom 9950 Quad Core 2.6 GHz
Arbeitsspeicher: 4GB RAM
Speicherkapazität: 45GB
Grafik: 1GB ATI Radeon HD 5770 / 1GB NVIDIA GeForce GTX 460 oder besser
DirectX: DirectX 11
Soundkarte: DirectX kompatibel
Laufwerk: DVD‐ROM (zur Installation) oder per Steam

Details

Hersteller: Firaxis Games / 2K Games
Sprache: Deutsch (Spiel)
Freigabe: FSK 16
Anzahl Spieler: 1 / Mehrspielermodus
Vö-Datum: 05.02.2016

Copyright Cover: Firaxis Games / 2K Games



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde