Review

„Hiat, Thaaaa, Haaat!“ – Wer kennt nicht unseren lieb gewonnenen grünen Retter aus Hyrule? Er gehört zum Inventar von Nintendo, ebenso wie ein Mario oder Luigi. Koei Tecmo treibt es dieses Mal jedoch auf die Spitze mit unserem Helden. Bekannt für ihre Smasher-Reiher „Dynasty Warriors“ gibt man in „Hyrule Warriors“ so ziemlich allem auf die Mütze. Mit von der Partie sind Charaktere wie Zelda, Volga in Menschenform, Shiek oder Impa und viele mehr. Hier kann sich jeder seinen Lieblingscharakter picken und endlose Monsterherden verkloppen.
Das Setting und die Story überzeugen, aber kann das Spiel auch über einen längeren Zeitraum motivieren?

Story:

Wählt aus einer großen Auswahl bekannter Charaktere euren Helden aus. (Copyright: Nintendo)

Wählt aus einer großen Auswahl bekannter Charaktere euren Helden aus. (Copyright: Nintendo)

Wenn wir an „Zelda“ denken, dann an eigentlich eine der einfallslosesten Storys der Geschichte. Prinzessin wird von Bösewicht entführt und ein unscheinbarer junger Mann wird auf einmal zum Helden, denn mit einem Mal ist er für etwas Höheres bestimmt. Ja, genau … Was man dazu sagen kann? Es zieht immer noch!
Auch in „Hyrule Warriors“ ändert sich nichts. Wir beschützen zu Beginn Prinzessin Zelda und verlieren sie im Eifer des Gefechts. Kurz darauf erhalten wir unsere bekannte grüne Rüstung, um mit all unseren Freunden gegen das Böse zu kämpfen. Dabei werden viele bekannte Schauplätze bereist, die nun eher Schlachtfeldern ähneln. Das war immer episch, das ist immer episch und wird auch immer episch bleiben.

Gameplay:
Was natürlich viel wichtiger ist: Wie spielt sich der „Dynasty Warriors“-Klon im Zelda-Gewand?
Richtig klasse, was man im ersten Moment nicht erwartet hätte. Wieder ein Klon, um die Serie auszuschlachten? Weit gefehlt!

Anfangs fühlt sich der Spieler noch sehr verloren und weiß gar nicht so recht, was los ist, aber nach ein paar Spielstunden geht „Hyrule Warriors“ in Fleisch und Blut über.

So müsst ihr euch den klassischen Singleplayer-Modus, hier Legenden-Modus genannt, so vorstellen: Zunächst startet ihr mit Link und kämpft euch auf großen Schlachtfeldern von Festung zu Festung. Dabei habt ihr immer eine Hauptquest am Start. Mal einen bestimmten Gegner besiegen, Soldaten befreien oder mal den Deku-Baum retten. Die Matches dauern nie länger als 30 Minuten, sind dafür aber voller Action.

Klar, wenn man es nüchtern betrachtet, dann haut man nur unendlich vielen Gegnern das Jacket voll, aber darum geht es ja bei der Serie. Wer wollte nicht schon immer mal mit Lana oder Darunia sowie einem massiven Hammer einem Haufen Goblins den Garaus machen? Also ich schon.

Neben dem spaßigen Buttongesmashe habt ihr mehrere Combos im Repertoire sowie Items, die genutzt werden können. Dabei stehen euch fast alle Klassiker zur Verfügung: ein Bumerang, Bomben oder auch der gute alte Bogen.

Dazu gesellen sich ein paar Rollenspielelemente. So könnt ihr immer neue Waffen finden und diese upgraden.

Im Spiel habt ihr zwei Powerbalken, die euch bei Vollständigkeit noch Extra-Attacken zur Verfügung stellen.

Im Charaktermenu kann zudem euer Charakter gelevelt und durch Erweiterungen verbessert werden. Zum Beispiel können die verschiedenen Schadentypen reduziert oder weitere Combos freigeschaltet werden. Das geschieht durch Items, die ihr auf dem Schlachtfeld einsammelt. Große spielerische Überlegenheit bietet das nicht, ist jedoch ein nettes Feature.

Die Kämpfe in "Hyrule Warriors" sind nicht immer einfach und daher recht fordernd. (Copyright: Nintendo)

Die Kämpfe in „Hyrule Warriors“ sind nicht immer einfach und daher recht fordernd. (Copyright: Nintendo)

Über den Zeitraum der Story wird jene zum einen deutlich komplexer und spannend erzählt, Hut ab, und zum anderen werden die Kämpfe immer schwieriger, denn irgendwann seid ihr auf dem Schlachtfeld nur noch am hin- und herspringen. Da ist mal ein Kommandant in Gefahr oder ein Freund nippelt gleich ab. Nicht einfach und deshalb recht fordernd.

Hat man diesen Modus gemeistert, steht noch viel mehr auf dem Plan. Der freie Modus lässt euch alle Stages noch einmal durchspielen. Vielleicht findet ihr noch interessantere Items oder bessere Waffen? Die eine oder andere Skulltula wird ihren Weg auf das Schlachtfeld finden.

Im Modus „Herausforderung“ werden euch immer wieder verschiedene Aufgaben gestellt, die richtig knifflig werden können. Es empfiehlt sich, mit eurem Lieblingscharakter zu spielen und dazu euren Char gut ausgebaut zu haben, denn hier können die Effekte Leben retten.

Und habt ihr da noch nicht genug auf die Mütze bekommen, so steht euch noch der große Abenteuer-Modus zur Verfügung. Anfangs wird man hier mit einem Retro 8-Bit Lock angelockt. Das ändert sich, wenn man die erste Map startet und sieht, dass alles wie gehabt ist. Naja, dafür sind die Level klasse, denn hier könnt ihr euch selbst bedienen. Zwar gibt es erneut einen bestimmten Rahmen, der eingehalten werden muss, wie feste Ziele, die können aber immer wieder geändert werden und diverse Items warten auf euch. Je besser ihr seid, je weiter kommt ihr in kurzer Zeit. Dazu habt ihr oft die Challenge, bestimmte Endbosse mit einem bestimmten Helden zu bekämpfen. Daher empfiehlt es sich, alle Helden auf ungefähr einem Stand zu haben, um für alles gewappnet zu sein. Dieser Modus ist das stille Highlight des ganzen Spiels und macht gerade im quasi Koop-Modus riesen Spaß.

Wie der funktioniert? Tja, anfangs ging ich vom klassischen Splitscreen aus. Pustekuchen! Der eine spielt auf dem riesigen Fernseher, sofern vorhanden, und der Hauptspieler auf dem Wii U Gamepad – und es funktioniert außerordentlich gut. Zu zweit kann man sich viel besser um seine Streitkräfte kümmern und Taktiken absprechen. Nur zu empfehlen!

Gegnertypen:
Bei der Gegnerauswahl kommt jeder Fan auf seine Kosten. In Masse ist natürlich einfaches Fußvolk unterwegs. Skelette, Kobolde, Goblins oder Hühner! Ja, Fans kennen sie.
Zusätzlich gibt es Bosskämpfe – und die haben es in sich. Hier muss man viel ausweichen und im richtigen Moment durchstarten. König Dodongo, Ganondorf oder Volga sind am Start und noch viele mehr. Diesbezüglich kann man sich nicht beschweren.
Dabei kann es gut und gerne vorkommen, dass ihr eine Masse an Fußvolk plus einen Boss besiegen müsst. Da wird das Pad gerne mal feucht. Es wird aber niemals unfair, dafür richtig schön fordernd, sodass man meist ziemlich erleichtert ist, wenn die Stage vorbei ist.

Das Ganze muss natürlich auch schön aussehen. Tut es das denn?

Grafik:
Schön sieht es aus – und gehört wohl zu einem der schönsten Titel auf der Wii U.
Das liegt an dem erwachsenen Setting und den kräftigen IPS-igen Farben. So kann das nächste „Zelda“ gerne aussehen!

Die Landschaften sind etwas karg, aber gut. Wüste sieht also nach Wüste aus und Wald nach Wald; es ist zweckmäßig.

Selbst viele Gegnerherden verkraftet die alte Konsole gut, aber spätestens im Koop ist da Feierabend und wir haben Frame für Frame ein blankes Bildgewitter. Nintendo untypisch kommt es zu massiven Frame-Einbrüchen, die teilweise nicht mehr feierlich sind. Bei so einem schnellen Spiel sollte das nicht passieren. Die Konsole ist leider an ihrer Grenze, da wird man auch mit Patches nichts mehr reißen können.

Rüstet euren Lieblingscharakter für die Schlacht! (Copyright: Nintendo)

Rüstet euren Lieblingscharakter für die Schlacht! (Copyright: Nintendo)

Sound:
Dafür kann der Sound mehr als überzeugen. Bekannte Zelda-typische Themen werden entweder im Original wiedergegeben oder als Medley und Metalversion aus den Boxen gejagt. Das pusht und macht richtig Laune. Gibt es davon eine CD?

Alle originalen Sounds sind dabei. Die Songs auf Dauer jedoch nervig.

Fazit:
„Hyrule Warriors“ ist ein richtig gutes Spiel geworden. Das „Zelda“-Thema und das „Dynasty Warriors“-Gameplay wurden grandios miteinander verschmolzen. Das Setting passt und die Action ist packend und motivierend.
Wären die Frame-Einbußen nicht gewesen, hätte es hier volle Punkte gegeben. So kann man das Spiel eigentlich jedem, der ein schnelles Gameplay mag, empfehlen. Zumindest wenn es mal für 20€ in der Software Pyramide zu erhalten ist. Da macht man wirklich nichts falsch und hat für mehrere Stunden Spaß gekauft.
Noch als Tipp: Für den kleinen Bruder 3DS kommt „Hyrule Warriors“ in der Legends Edition dieses Jahr heraus. Dort habt ihr das Hautspiel plus neue Charaktere und vielem mehr.

Trailer

Beschreibung

In Hyrule Warriors für Wii U ziehen Hyrules größte Krieger in die Schlacht!

Als Link, Impa und andere Charaktere aus der „The Legend of Zelda“-Reihe kämpfst du gegen ganze Legionen von Gegnern und setzt dabei mächtige Attacken im Stil von „Dynasty Warriors“ ein. Dieses Abenteuer führt dich an beliebte Schauplätze des Königreichs von Hyrule, wo du auf die fiesesten Feinde der Zelda-Geschichte treffen wirst. Du musst strategisch denken und Missionen so effizient wie möglich meistern, um Hyrule zu retten.

(Quelle: Nintendo)

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Details

Hersteller: Nintendo
Sprache: Deutsch
Schwierigkeit: Mittel bis schwer
Freigabe: USK 12
Anzahl Spieler: Einzelspieler / Multiplayer Offline
Vö-Datum: 19.09.2014
Homepage Hersteller: Nintendo

Copyright Cover: Nintendo



Über den Autor

Marcus
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