Review

Der etwas andere Cat-Content (im Spielesektor)

Angepriesen als Kartenspiel „für Liebhaber von Katzen und Explosionen und Laserstrahlen und … natürlich Ziegen“, schrieben Entwickler Elan Lee (Xbox, ARGs), Matthew Imman (The Oatmeal) und Shane Small (Xbox, Marvel) 2015 mit ihrer Idee von „Exploding Kittens“ Crowdfunding-, genauer gesagt Kickstarter-Geschichte. Denn mit 219.000 Unterstützern stellt das Spiel mit witziger Grundidee nicht nur das meist unterstützte Projekt, sondern auch das höchstfinanzierte Spiel in der Geschichte dieser Plattform dar. Ein gewisser Kultstatus und die weltweite Verbreitung wundern somit nicht.

Explodieren >to go<

In Deutschland halten die explodierenden Kätzchen durch Asmodee Einzug in viele hiesige Spiele-Sammlungen.
Dort sorgen sie mit dem Versprechen „in 2 Minuten erlernt, in 15 Minuten gespielt“ für einen lustigen und insbesondere kurzweiligen Zeitvertreib, der sich dank des handlichen Formats und des wenigen benötigten Platzes auch für unterwegs hervorragend eignet.

Als vorteilhaft erweist sich diesbezüglich zudem das Material der Karten. Diese, 56 an der Zahl, kommen mit einer angenehmen glatten Beschichtung daher, welche sowohl haptisch als auch optisch überzeugt.

Originelle Idee und Thematik

Die Optik ist es auch, die das Kartenspiel von anderen Veröffentlichungen seiner Gattung abhebt. Denn „Exploding Kittens“ lebt nicht von einem komplexen Spielprinzip, sondern vielmehr von seiner originellen Idee und Thematik.

Grafisch mitunter angelehnt an die berühmte Internet-Cartoon-Katze „Simon’s Cat“, spiegeln die oftmals bunten Illustrationen von The Oatmeal den eigenwilligen Humor des Kartenspiels wider. Dieser könnte allerdings nicht jedermanns Geschmack sein und teilweise gehen einige auf den Spielkarten verewigte Gags durch die meist überladene Gestaltung des Materials etwas unter.

Dadurch manifestiert sich zudem der Eindruck, dass noch mehr aus der Grundidee hätte herausgeholt werden können, um schließlich auch den Kultstatus dieses Kartenspiels zu rechtfertigen. Zu oft scheint das Thema einfach zu simpel umgesetzt worden zu sein.

Das Spielprinzip

Im positiven Sinne simpel zeigen sich die Spielregeln.

Jeder Spieler startet mit insgesamt acht Handkarten in die jeweilige Partie.

Während ein Spielzug aus „passen oder spielen, dann ziehen“ besteht, definiert sich das restliche Spielprinzip über die oft selbst erklärenden Aktionen, die die Karten vorgeben. Jene reduzieren die Wahrscheinlichkeit, durch „Exploding Kittens“ zu explodieren.

Hier hätte man sich allerdings – und besonders im Zwei-Spieler-Modus – vielfältigere bzw. ein Mehr an unterschiedlichen Kartenaktionen gewünscht, damit sich die Anweisungen nicht zu schnell wiederholen und das Spiel zusätzlichen Pepp erhält.

Unabhängig davon, am Ende gilt bei dieser – wenn man so möchte – taktischen Version von Russisch Roulette oder explosiven Variante von UNO: Wer explodiert, verliert. Wer nicht explodiert, gewinnt.

Glück plus Strategie

Neben einer gehörigen Portion Glück kann einem hierbei also auch strategisches Denken und geschicktes Ausspielen und Nachziehen der Handkarten zum Sieg verhelfen.

Je weniger Karten schließlich im Laufe einer Partie im Spiel sind, desto mehr steigert sich die Spannung einer Partie – und eine Explosion lässt nicht lange auf sich warten.

Anders verhält es sich mit der Abwechslung hinsichtlich der beteiligten Spieler. Dabei gilt: Je mehr Spieler beteiligt sind, desto abwechslungsreicher wird das Ganze.

Flexibles Explodieren

Was die Spieleranzahl angeht, so gibt sich „Exploding Kittens“ sehr flexibel.
Angedacht für 2 bis 5 Personen lässt sich die Zockerrunde auf bis zu 9 Spieler erweitern, sofern man ein zweites Exemplar von „Exploding Kittens“ integriert.

Einblick in das Spielmaterial von „Exploding Kittens“ (Copyright: Asmodee)

Flexibel einsetzbar ist das Kartenspiel auch das Alter betreffend. Empfehlenswert ab 7 Jahren stellt die Kombination aus Thema, Illustration und einfachem Spielprinzip für Groß und Klein einen Spielanreiz dar.

Damit ist „Exploding Kittens“ alles in allem ein von der Idee her innovatives und kreatives Kartenspiel, das sich dies betreffend nicht nur von anderen Kartenspielen abhebt, sondern auch die heimische Spiele-Sammlung unterhaltsam erweitert.

Wenn explodierende Kätzchen noch nicht extrem genug sind

Wem explodierende Kätzchen jedoch nicht genug sind, und wer es vor allem noch ein wenig extremer möchte, hat seit diesem Jahr auch die Möglichkeit, mit „Exploding Kittens NSFW Edition“ eine FSK-18-Version des Spiels zu zocken.

Video

Spielinfo

Ein Kartenspiel für Liebhaber von Katzen und Explosionen und Laserstrahlen und … natürlich Ziegen!

„Exploding Kittens“ ist das explosionsstärkste Katzenspiel (ähm, Kartenspiel!) aller Zeiten! Eine taktische Version von Russisch Roulette – nur eben mit Kätzchen statt Patronen.
Die Spieler ziehen reihum Karten, bis einer ein Exploding Kitten zieht. Derjenige explodiert sofort, stirbt und scheidet aus – es sei denn, er hat eine Karte zur Entschärfung. Mit ihr kann er das Kätzchen beruhigen und vom Explodieren abhalten, zum Beispiel mithilfe eines Laserpointers, Katzenminze oder durch Bauchkraulen. Alle anderen Karten dienen nur einem Zweck: zu verhindern, dass man ein Exploding Kitten zieht.

(Quelle: Asmodee)

Spielmaterial

56 Karten

Details

Hersteller: Asmodee
Sprache: Deutsch
Freigabe: Empfohlen ab 7 Jahren
Anzahl Spieler: 2-5 (bis zu 9 Spieler mit einem zweiten Exemplar)
Spieldauer: 15+ Minuten
Vö-Datum: 2017
Homepage Hersteller: Asmodee

Copyright Cover: Asmodee



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde