Review

Mit „Destiny“ schauen wir den nächsten Giganten von Bungie beim Wachsen zu.
„Destiny“ ist für zehn Jahre angelegt und soll auch für diese Zeit die Kunden an das Spiel binden.

Dieses wurde im Vorfeld unfassbar gehyped, immerhin ist es nach „Halo“ das nächste große Ding. Diverse Trailer und Gameplay Videos haben uns den Mund wässrig gemacht. Ob der Speichelfluss berechtigt war, werden wir hier klären.

Story:
Da ich „Halo“ nicht aktiv gespielt habe und lediglich den ersten Teil kenne, bin ich mir nicht sicher, ob Bungie für sein gutes Storytelling bekannt ist. Die Geschichte in „Destiny“ ist zumindest nicht der Brecher.

Die Menschheit wird von einer dunklen Bedrohung heimgesucht und zeitgleich von einer großen Kugel namens Reisender beschützt. Da die Kugel aber eine faule Socke ist, entsendet sie sogenannte Hüter, in deren Rollen wir treten.
Wir sind nun die Retter der Nation und erleben viele Abenteuer auf diversen Planeten. Das ist ebenfalls ein wichtiger Faktor der neuen Serie, denn nach und nach sollen noch viel mehr Planeten dazu kommen, sodass sich wortwörtlich ein Universum ergibt, welches eben diese zehn Jahre mit Leben füllen soll. Womit wir auch schon bei der Hauptaufgabe und dem Kern von „Destiny“ wären: dem Gameplay.

Gameplay:
Man könnte „Destiny“ vorwerfen, dass wir uns lediglich durch Alien-Horden von Punkt A zu Punkt B kämpfen und dabei Ausschau nach lootfähigem Material halten. Im Großen und Ganzen ist es das auch fast schon wieder. Aber alles zu seiner Zeit.

Die Charaktererstellung in "Destiny" (Copyright: Bungie / Activision)

Die Charaktererstellung in „Destiny“ (Copyright: Bungie / Activision)

Startet man das Spiel zum ersten Mal, so muss man wie immer ein neues Spiel beginnen und kann sich direkt eine der drei Hüterklassen aussuchen. Zur Verfügung stehen der Titan, Hunter und Warlock.

Klassisch ist der Titan der Tank der Truppe. Diesen Charakter wählen Spieler, die gern mit schwerer Rüstung, hohem Schaden und spektakulären Fähigkeiten in den Krieg ziehen. Dazu ist er ein fabelhafter Nahkämpfer, der mit seinen Fäusten ordentlich austeilen kann. Eben der Mann oder die Frau (das kann man sich aussuchen) fürs Grobe.

Neben der Geschlechterwahl stehen noch drei Rassen zur Verfügung:
Die letzten Menschen, die noch überlebt haben.
Die Erwachten; sie sind Nachkommen der Menschen und wurden an den Rand des Universums getrieben, wo irgendetwas mit ihnen passiert ist. Nun sind sie bläuliche Wesen, die den Menschen sehr ähnlich sind.
Zu guter Letzt sind da noch die Exos. Hierbei handelt es sich um Kampfmaschinen, die für den Krieg gemacht sind. Zum Kampf erbaut, wissen sie selbst nicht mal mehr um ihre Herkunft und Existenz. Traurige Charaktere, die dennoch austeilen können.

Neben dem eingangs erwähnten Titan wäre da noch der Jäger. Er steht eher für Beweglichkeit und massiven Schaden aus der Ferne.

Der Warlock ist da noch ein Stück interessanter. Zwar kommt er der Klasse des Magiers sehr nah, allerdings reden wir hier von einem Shooter, da sind Magier ebenfalls Krieger mit einer Waffe und in diesem Fall zusätzlicher Psy Kraft. Kraftvolle Energiekugeln oder ein Energieschlag können ein Bösewichten-Parteimeeting ganz schnell auflösen, als gäbe es in der Kantine heute Hackbraten.

Hat man seinen neuen Helden dann noch nach seinem Gusto designt, geht es auch schon los.

Auf dem großen Schlachtfeld liegen wir auf der Erde herum. Ob lebend oder tot wissen wir nicht, nichtsdestotrotz in ein uns suchender Geist in der Lage, uns wiederzubeleben und sich mit unserem System zu verbinden, sodass er uns nützliche Informationen zu unseren Missionszielen geben kann.

Die ersten paar Stunden kommen uns wie ein reiner Singleplayer Shooter vor. Alles ist bequem allein zu bewerkstelligen. In der Hauptstadt auf der Erde lernen wir unsere Zentrale für die Hüter kennen. Hier werden Missionen angenommen oder Gegenstände gekauft sowie Belohnungen abgeholt.

Die Planeten werden mit einem Raumschiff bereist, welches wir ebenfalls wechseln können. Leider hat das keine Auswirkung auf die Geschwindigkeit. Eher werden die Flugsequenzen clever als Ladebildschirm getarnt.
Auf den Planeten (darunter zählen Erde, Mond, Venus, Mars und Riff) gelandet, kann man sich mit einem Sparrow fortbewegen. Auch diesen kann man kaufen. In diesem Fall erhöht sich die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Abgesehen von der Farbe hat man keine weiteren Gestaltungsmöglichkeiten.

Ein ziemlich cooles Feature der Waffen ist das Mitleveln. So kann die Lieblingswaffe auch immer mitgenommen werden und zum Schluss mehr Schaden machen, als eine neu gefundene auf Stufe eins.

Nicht zu vergessen ist der Aspekt des Koop-Modus in „Destiny“. Es handelt sich immerhin um ein MMO. Der Fokus liegt auf dem Teamplay.
Alle Missionen oder normalen Aufträge können im Team absolviert werden. Natürlich kommt es vor, dass ein Lvl 20 Char einen Lvl 10 Charakter ziehen kann, indem man schwierigere Gebiete erforscht. Im weiteren Spielverlauf ist man ohne Koop-Aktion ziemlich aufgeschmissen, da gerade Endbosse so ganz allein auf dem Spielfeld sehr hart zu besiegen sind.

Quests:
Grundlegend sind die Missionen nach Schema F aufgebaut: Ghost sagt: “ Hey, wir müssen dies oder das erkunden!“ „Okay.“ „Oh, wir sind da, lass mich da kurz scannen! … Ups, ich habe den Alarm ausgelöst, gib mir etwas Zeit“.
Man ballert sich nun durch die Horden von Gegnern bis Freund Blase mit Scannen fertig und die Mission vorbei ist. Das macht die ersten Stunden Spaß, denn die verschiedenen Orte können es einem wirklich antun.

Auf in den Kampf! An Gegnern mangelt es nicht in "Destiny" (Copyright: Bungie / Activision)

Auf in den Kampf! An Gegnern mangelt es nicht in „Destiny“ (Copyright: Bungie / Activision)

Neben den Hauptmissionen gibt es noch Aufgaben, die ebenfalls nach Schema F ablaufen: „Bringe Boss xy um“ oder „sammle diverse Gegenstände“.

Ab und an werden die Hauptmissionen durch Cutscenes veranschaulicht, aber eine wirklich dichte Atmosphäre kommt da nicht auf. Richtig Action kommt ohnehin erst mit genug Gegnern auf. Viele Gegnertypen suchen wir allerdings vergeblich, denn diese sind auf vier Klassen eingegrenzt.

Gegnertypen:
Gefallene sind auf der Erde angesiedelt. Sie sind die Allrounder (Nahkampf, Fernkampf und Waffengewalt); von allem ein bisschen, aber nicht zu viel.

Die Schar halten nicht viel aus, sind dafür aber flink und stürmen ohne Vorwarnung auf einen zu. Diese Rasse ist auf dem Mond vertreten.

Die Vex stammen von der Venus und sind in Masse so richtig harte Jungs. Sie halten deutlich mehr aus und zeitgleich teilen sie auch mehr aus. Hier lohnt es sich immer, etwas mehr Deckung zu nehmen und die Angriffe mehr zu überdenken.

Das Schlusslicht bilden die Kabale. Auf den Namen nicht zurückzuführen, finden wir wahre Panzer vor. Optisch erinnern sie stark an die aus „Starcraft“ bekannten Space Marines. Hier gilt: Deckung ist alles. Dazu gesellt sich noch Feuerkraft, denn 2-3 Schüsse dieser Monster und ihr seid Geschichte.

Um gegen die Gegner-Horden zu bestehen, kann euer Charakter neue Skills lernen und diese verbessern.

Skillsystem:
Das Skillsystem bezieht sich nicht nur auf die Fähigkeiten, sondern auch auf die Waffen und Rüstungsteile.
Jede Klasse hat einen eigenen Granatentypen, der geskillt werden kann. Hinzu kommen Verbesserungen im Sprung oder eine zusätzliche Sonderattacke. Einen großen Skilltree hat man nicht zu erwarten.

Die Waffen und Rüstungsteile können ebenfalls mitleveln, wodurch ältere Waffen dennoch stärker sein können, als gerade gefundene, die eigentlich mehr Schaden machen. Legendäre gibt es ebenfalls. Hiermit besticht Bungie durch Einheitsbrei. Nach der Levelgrenze geht die Motivation auch entsprechend schnell flöten.

Viel holt „Destiny“ jedoch durch die Atmosphäre raus.

Atmosphäre:
Diesbezüglich kann „Destiny“ richtig punkten. Die Planeten sind allesamt schön gestaltet und die gewisse Endzeitstimmung kommt auch auf. Die Menschheit wurde überholt. Gebäude sind eingefallen oder Autowracks stehen am Straßenrand. Die Natur tut ihr Übriges und bewuchert alles, was noch steht. Man kämpft ums Überleben und darum, die Geschichte hinter der Katastrophe zu verstehen. Viele Gebiete wurden seit Ewigkeiten nicht ergründet oder erforscht. Plötzlich startende Events bringen die nötige Frische ins Spiel. Mir nichts, dir nichts erscheint ein Raumschiff, aus dem diverse Gegner ihren Weg auf die Erde finden.

Die Landschaften in "Destiny" sind ein wenig starr, die Panoramaaufnahmen hingegen haben es in sich. (Copyright: Bungie / Activision)

Die Landschaften in „Destiny“ sind ein wenig starr, die Panoramaaufnahmen hingegen haben es in sich. (Copyright: Bungie / Activision)

Leider wirken die Landschaften oft etwas starr. Klar wird mal Staub aufgewirbelt, aber so richtig viel passiert drumherum nicht. Man ist eben damit beschäftigt, die Gegner zu beseitigen. Einzig die Panoramen, die grafisch grundsolide sind, sind sehr schön anzusehen.

Grafik:
Viele haben sich von „Destiny“ den erhofften Grafikkracher erwünscht. Nach einigen Stunden fällt die Meinung ernüchternd aus. Zu bedenken ist aber, dass es sich um kein reines Next-Gen Spiel handelt. Bungie bedient ebenfalls die Last-Gen Konsoleros.
Auf der von uns getesteten PS4-Version sind die Texturen knackig und scharf. Ruckler gibt es praktisch nicht, denn die Framerate ist durchgängig. Die Ladezeiten sind ebenfalls human und werden durch schön inszenierte Sequenzen überbrückt. Die Charaktermodelle sind schlicht gehalten, können aber durch schöne Animationen überzeugen. Die alten Katakomben und Tunnel laden nicht gerade zum Verweilen ein, da sie sehr stimmig gestaltet sind. Wenig Licht und viel Schatten bringen den richtigen Vibe rüber. Hier gibt es also nichts zu merken. Zwar wurde im Vorfeld wieder sehr viel mehr versprochen, dennoch geht die optische Komponente so in Ordnung.

Fazit:
„Destiny“ sollte für viele Spieler weitaus mehr sein, als das, was es jetzt geworden ist. Ob das schlecht ist? Nein. Bungie hat sich ein Konzept überlegt, welches die nächsten Jahre funktionieren soll. Die Langzeitmotivation ist nicht unbedingt gegeben und ohne Koop-Partner sieht man alt aus. Steht man allerdings auf Leveln und Looten und ist immer ein Koop-Partner am Start, dann kann man in „Destiny“ viel spaßige Zeit verbringen.

Trailer

Cinematic Trailer

Beschreibung

Von den Schöpfern von Halo und dem Publisher von Call of Duty. In Destiny wirst du zum Hüter der letzten Stadt auf Erden und trägst unglaubliche Kräfte in dir. Erkunde die alten Ruinen unseres Sonnensystems, von den roten Dünen des Mars bis zur üppigen Dschungelwelt der Venus. Besiege die Feinde der Erde. Hol das zurück, was wir verloren haben. Werde zur Legende.

Begib dich auf ein episches Action-Abenteuer mit filmreifer Handlung, in dem du die Geheimnisse unseres Universum enthüllst und das zurückholst, was wir mit dem Untergang unseres Goldenen Zeitalters verloren haben.

Der nächste Schritt der Evolution der First-Person-Action eröffnet ein völlig neuartiges Spielerlebnis, in dem Handlung, kooperatives, kompetitives und öffentliches Gameplay sowie persönliche Aktivitäten in einer riesigen, dauerhaften Online-Welt nahtlos miteinander verbunden sind. Mach dich allein auf den Weg oder schließ dich mit Freunden zusammen. Du entscheidest.

Individualisiere und verbessere jeden Aspekt deines Aussehens und Kampfstils mit einer schier grenzenlosen Auswahl an Rüstungen, Waffen und visuellen Anpassungsmöglichkeiten. Deinen aufgerüsteten Charakter kannst du in jeden Spielmodus mitnehmen – ob Kampagne, Kooperation, soziale Interaktion, öffentliches Spiel oder kompetitiver Mehrspieler-Modus.

(Quelle: destinythegame.com)

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Details

Hersteller: Bungie / Activision
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Schwierigkeit: Mäßig
Freigabe: FSK 16
Anzahl Spieler: Multiplayer
Vö-Datum: 09.09.2014
Homepage Hersteller: Bungie / Activision

Copyright Cover: Bungie / Activision



Über den Autor

Marcus
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