Review

Mit „Black Jacky“ verheißt Ravensburger einen „toll illustrierte[n] Kartenspaß um coole Katzen im Wilden Westen“.
Tatsächlich kann das nach dem Prinzip des klassischen Kartenspiels Black Jack funktionierende, jedoch um zusätzliche Elemente ergänzte Spiel dieses Versprechen auch halten.

Die angepriesene Optik fällt schon positiv auf, wenn man sich die Verpackung anschaut. Die cartoonartigen Illustrationen auf der kompakten Schachtel machen neugierig auf den Inhalt, während die thematische Verbindung von Katzen und dem Wilden Westen Kinder ebenso wie Erwachsene anspricht.
Zudem wird bereits anhand der Verpackungsgröße deutlich: „Black Jacky“ ist ein Spiel, das sich aufgrund seines Formats (10 x 13 x 3 cm) hervorragend zum Mitnehmen und Spielen zwischendurch eignet.

Die Schachtelgröße zeigt außerdem an, dass das Spielmaterial nicht in der obligatorischen Kartengröße daherkommt. Die 55 Karten fallen demnach extra groß aus, wodurch ein gutes Handling immer noch gewährleistet ist, mehr aber noch die Illustrationen perfekt zur Geltung kommen. Ferner verleiht die Kartengröße dem Spiel einen hochwertigen Eindruck. Auch diesbezüglich lädt „Black Jacky“ umgehend zum Spielen ein.

Doch wie funktioniert das Kartenspiel?
Ausgelegt für 2 bis 6 Spieler gilt es, mit seinen Kartenwerten möglichst nah an 21 zu gelangen und zugleich die Mitspieler auszutricksen.
Dazu wählt jeder Spieler zunächst eine von insgesamt sechs zur Auswahl stehenden Wild West-Katzen; namentlich: Old Catterhand, Billy The Kitten, Der mit der Maus tanzt, Black Jacky, Pocathontas und Whiskertou. Anschließend erhält jeder zwei der gemischten und verdeckt ausgeteilten Mäusekarten mit den Werten von 1 bis 8.
Ab jetzt stehen die Spieler reihum vor der Entscheidung: Eine weitere Karte ziehen? Eine Karte tauschen? Oder doch lieber klopfen und den Showdown einläuten?
Wer beim Showdown allerdings 21 oder mehr hat, verliert eines seiner drei Herzen. Und wer kein Herz mehr hat, der scheidet aus. Denn bei Black Jacky heißt es „last cat standing“ – die letzte Katze mit Herz gewinnt.
So weit, so Black Jack. Erweitert wird die vorliegende Variante jedoch durch Kartentricks, die 
jeder Mäusekarte zugeordnet sind. Auf diese Weise kann man sich selbst einen Vorteil verschaffen, den Mitspielern weitere Karten auf die Hand hinzufügen oder auf andere Arten den Spielverlauf zusätzlich beeinflussen.

Erklärt werden die Regeln in einem überschaubaren 2-seitigen „Beipackzettel“, der ebenfalls den Look des Spiels aufgreift und neben dem ausführlichen Regelwerk (inklusive Beispiele und Kartentrick-Erklärungen) die Spielanleitung stichpunktartig am Rand zusammenfasst.
Verinnerlicht hat man das Grundprinzip somit schnell und spätestens nach einem Probespiel sitzen die Regeln bei Groß und Klein. Da – beispielsweise im Vergleich zu dem kürzlich von uns rezensierten „Cool Runnings“ – zudem keine Vorbereitungszeit notwendig ist, ist „Black Jacky“ umgehend und allerorts spielbar.

Einblick in das Spielmaterial von „Black Jacky“ (Copyright: Ravensburger)

Gleichzeitig wird man bei diesem Probelauf feststellen, dass „Black Jacky“ deutlich mehr Spaß macht, je mehr Spieler sich beteiligen. Denn um alle Tricks sinnvoll nutzen zu können, empfiehlt es sich, Spielrunden mit mehr als zwei Spielern zu absolvieren. Andernfalls fällt eine Partie noch kurzweiliger aus, als sowieso schon. Diese ist laut Angaben auf durchschnittlich 30 Minuten angesetzt, was sich in der Praxis durchaus bestätigt.

Apropos Kurzweil: Auch auf den Katzen-Karten sind die Regeln in kompakter Form noch einmal zusammengefasst und liegen vor jedem Spieler offen aus. Mehr als eine Hilfsfunktion hinsichtlich der Regeln und des Spielablaufs übernehmen die „Protagonisten“ des Spiels jedoch nicht. Schade, denn vorstellbar wäre hier, ihnen mehr als nur einen Deko-Charakter zuzuschreiben. So hätten neben den Tricks (auf den Mäusekarten) zusätzliche Boni der Katzen-Karten dem Inhaber dieser Karte beispielsweise einen bestimmten Vorteil verschaffen können und dem Spiel dadurch zusätzliche Elemente hinzugefügt. Das hätte nicht nur der Kurzweil entgegengewirkt, sondern auch mehr Spannung in das Kartenspiel gebracht.

Denn so spaßig „Black Jacky“ auch zu spielen ist, nach ein paar Runden wird man erst einmal genug haben. Dass man zwischendurch allerdings immer wieder mal zu diesem Kartenspiel greifen wird, steht außer Frage. Denn mit „Black Jacky“ liegt eine gelungene Variation des klassischen Black Jack vor, die insbesondere Kindern ebenjenen Klassiker durch die Western-Katzen-Ausführung deutlich attraktiver macht – und ein bisschen Kopfrechnen wird nebenbei auch noch trainiert.

Spielinfo

Gut getrickst oder voll verzockt? High Noon im Saloon!

Billy the Kitten, Whiskertou und Co. – wer gewinnt das Kartenduell?

12:00 Uhr, die Sonne brennt. Im Saloon ist die Spannung auf dem Höhepunkt:
Billy the Cat, Whiskertou & Co. sind versammelt, um im Kartenduell ein für alle Mal zu klären, wer von Ihnen die pelzigste Gefahr des Wilden Westens ist …
Runde um Runde treten bis zu 6 der pelzigsten Gefahren des Wilden Westens gegeneinander an: Mäusekarten sammeln, tauschen und mit kleinen, gemeinen Tricks die anderen über den Tisch ziehen … wem das gelingt, der gewinnt!

Black Jacky – (k)ein Spiel für Samtpfoten!

(Quelle: Ravensburger)

Spielmaterial

55 große Spielkarten
davon:
6 Katzenkarten
12 Herzkarten
36 Mäusekarten
1 „+1“-Karte

Details

Hersteller: Ravensburger
Sprache: Deutsch
Freigabe: Empfohlen ab 10 Jahren
Anzahl Spieler: 2-6
Spieldauer: 30 Min.
Vö-Datum: 2018
Homepage Hersteller: Ravensburger

Copyright Cover: Ravensburger



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde