Review

„7 Steps – Sieben Schritte zum Sieg“, das ist keineswegs der Name eines neuen Ratgebers, sondern der Titel eines Brettspiels aus dem Hause Kosmos, für das sich die Autoren Michael Kiesling und Reinhard Staupe verantwortlich zeigen.

Gefragt ist bei „7 Steps“ sowohl logisches als auch räumliches Denken, doch zudem tragen Taktik und eine gute Portion Glück zum Spielergebnis bei.

Gewisse Ähnlichkeiten zum von uns unlängst besprochenen Spiel „Dimension“ sind somit nicht von der Hand zu weisen; wer also daran bereits Spaß gefunden hat, der wird auch mit „7 Steps“ ganz auf seine Kosten kommen. Allerdings ist vorliegendes Lege-, Denk- und Taktikspiel nicht mit „Dimension“ in allen Punkten gleichzusetzen, denn neben einigen Parallelen gibt es auch viele Unterschiede.

Spielte beispielsweise der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle bei „Dimension“, so wirkt das Spielerlebnis von „7 Steps“ doch – insbesondere in der „(Kennen)lernphase“ – sehr entschleunigt. Die einzelnen Schritte des jeweiligen Spielers wollen gut überlegt, die Scheiben taktisch klug gesetzt, Punkte anschließend sorgfältig addiert und neue Steine mit glücklichem Händchen gezogen werden.

Denn Verlauf und Ziel des Spiels sind folgende:
„Jeder Spieler hat in jedem Spielzug sieben Scheiben zur Verfügung und verbaut beliebig viele von diesen. So entstehen Schritt für Schritt Türme, die immer weiter in die Höhe wachsen – maximal aber sieben Scheiben hoch. 
Jede neu platzierte Scheibe bringt Punkte – je nach Höhe des Turms. 
Wer seine Scheiben clever platziert und die verschiedenen Sonderplättchen am besten nutzt, macht die meisten Punkte und gewinnt.“ (Quelle: Kosmos)

„7 Steps“ gestaltet sich damit also ebenfalls komplett anders als herkömmliche Brettspiele und bringt somit Innovation, Anspruch und Abwechslung in den Gesellschaftsspiele-Sektor.

Die Spielregeln sind auf den ersten Blick noch recht komplex, jedoch – nicht zuletzt dank des gut formulierten Regelhefts, welches mit zahlreichen Beispielbildern gespickt ist, schnell und einfach zu verstehen und zu verinnerlichen. Dennoch empfiehlt es sich, die erste(n) Runde(n) (sozusagen zum Warmwerden) offen zu spielen, um den Ablauf, das Prinzip und die Funktion der Sonderplättchen von „7 Steps“ kennenzulernen.

Gerade Letztgenannte, bestehend aus „Bauhilfe“- und „Siegpunkte“-Plättchen, bringen vielzählige taktische Möglichkeiten in das Spielerlebnis.
Erst mit einer gewissen Routine lassen sich diese in ihrer jeweiligen Funktion jedoch komplikationslos und sinnvoll anwenden. Je besser man das Spiel dann aber kennt, desto schneller gehen die einzelnen Partien vonstatten.

Indem jeder Spieler pro Runde lediglich drei Züge zu absolvieren hat (nämlich 1-7 Scheiben verbauen, Punkte kassieren und auf 7 Scheiben nachziehen), bleibt das Spielprinzip übersichtlich und einfach.
Während jedoch der Spielplan (zusammengesetzt aus sieben einzelnen Spielplantafeln) gemeinsam von allen (mindestens zwei, höchstens aber vier) Spielern genutzt wird, fällt das Spielen an sich sehr „einsam“ aus. Kommunikation ist vom Ablauf her nicht vorgesehen; jeder bestimmt seine Züge für sich selbst und es ergeben sich keine Interaktionsmöglichkeiten. Dies haben andere Gesellschaftsspiele schon weitaus besser hinbekommen, darauf zielt „7 Steps“ allerdings auch nicht ab.

Anspruchsvoll, aber dennoch kurzweilig: Eine Partie von "7 Steps" (Copyright: Kosmos Verlag)

Anspruchsvoll, aber dennoch kurzweilig: Eine Partie von „7 Steps“ (Copyright: Kosmos Verlag)

Das Spielmaterial ist solide und langlebig, denn fester Karton und Holz sind die handfesten Bestandteile von „7 Steps“.
Der ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Stoffsack, welcher für die insgesamt 140 Scheiben vorgesehen ist, dient nicht nur zur Aufbewahrung ebenjener, sondern wird in den Spielfluss integriert.
Außerdem überzeugt der Sichtschutz, dessen Fehlen von uns beim Spiel „Dimension“ noch kritisiert wurde.

„7 Steps“ erscheint kurzweilig, ist aber weit davon entfernt belanglos oder in geselliger Runde nebenbei spielbar zu sein, denn es fordert auf angenehm anspruchsvolle Art zur Aufmerksamkeit und zum Mitdenken auf.
Trotzdem oder gerade deswegen verleitet „7 Steps“ als Taktiker unter den Spielen zu mehreren Durchgängen. Insbesondere der immer wieder veränderte Spielverlauf und die Variationen an Aufbaumöglichkeiten und Spielweisen sorgen für eine Langzeitmotivation.

Über die Altersempfehlung „10+“ lässt sich eventuell streiten, denn für Kinder mag „7 Steps“ auf Dauer zu bildarm und trocken sein. Erwachsene mit Vorliebe für logisches und auch räumliches Denken, die den Anspruch nicht schrecken, werden hingegen etliche vergnügliche Spielstunden erleben.

Video

Spielprinzip

Der Spieler kommt an die Reihe und versucht, bis zu 7 Scheiben möglichst clever zu verbauen. So entstehen Schritt für Schritt Türme, die immer weiter in die Höhe ragen. Je höher die Türme, desto mehr Punkte können eingeheimst werden. Sonderplättchen erleichtern das Bauen oder bringen Extrapunkte.

Die Türme wachsen, die Spannung steigt! Wer den Überblick behält und mit ein bisschen Glück die richtigen Scheiben zieht, der hat die besten Chancen auf den Sieg.

(Quelle: Kosmos Verlag)

Spielmaterial

140 Scheiben (je 20 in 7 Farben)
1 Beutel
7 Spielplantafeln (jede Tafel zeigt 7 Felder; die Tafeln sind beidseitig bedruckt, um einen variablen Spielplanaufbau zu ermöglichen)
4 Sichtschirme (in den Spielerfarben)
4 Wertungssteine (in den Spielerfarben)
1 Wertungsleiste (von 0 bis 40)
12 „40+“-Plättchen
1 Startspieler-Plättchen
20 Sonderplättchen (10x „Bauhilfe“, 10x „Siegpunkte“)

Details

Hersteller: Kosmos Verlag
Sprache: Deutsch (Spiel & Handbuch)
Freigabe: Empfohlen ab 10 Jahren
Anzahl Spieler: 2-4
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Vö-Datum: 12.09.2014
Homepage Hersteller: Kosmos Verlag

Copyright Cover: Kosmos Verlag



Über den Autor

Conny
Conny

„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ – Oscar Wilde