Review

Federico Augusto Ágreda Álvarez aka Zardonic

Geboren in Venezuela, übergesiedelt in die USA und nun wohnhaft in Deutschland ist Federico Augusto Ágreda Álvarez alias Zardonic nicht nur geografisch international unterwegs. Auch sein musikalisches Schaffen erreicht inzwischen über seine Herkunft hinaus große Bekanntheit. Hierzulande sind es vermutlich vor allem die Remixaktivitäten für Bands wie Sonic Syndicate, Nine Inch Nails, Bullet For My Valentine, Gorgoroth und vielen mehr, durch die sich der Keyboarder, DJ, Komponist und Produzent einen Namen machen konnte.

Become

Mit dem Album „Become“ versorgt Zardonic seine Hörer nun wieder mit Eigenkompositionen statt mit Remixversionen, holt sich für einige Songs aber manch interessante Gastmusiker wie u.a. Celldweller, American Grim oder The Qemists mit ins Boot. Eine bunte Mischung, die auch seinen abwechslungsreichen und unkonventionellen Mix aus Rock- und Metal-Klängen mit elektronischen Sounds aus den Bereichen Drum & Bass, Breakbeat, Dubstep und Hardcore Techno widerspiegelt.

Nach dem atmosphärischen Intro „No Mas Revolucion“ lässt Zardonic somit einen mitreißenden Titel nach den anderen folgen. Ausnahmslos gehen diese – mal auf harte, harsche Art, mal durch Tanzbarkeit fördernde elektronische Mittel – direkt ins Ohr. Insbesondere die gerne zum Vorschein kommende Dubstep-Keule oder die sehr Rock und Metal orientierten Nummern verfehlen ihre Wirkung nicht. Energiegeladen befördert vor allem die erste Hälfte des Albums eine etwaige im Keller befindliche Motivation wieder in die oberste Etage. Der Dynamik und Power kann sich der Hörer nur schwer entziehen.

Workout geeignet

Denjenigen, denen der Aggro-Faktor und Dubstep-Anteil der Songs zum „herkömmlichen“ Hören zu hoch ist, sei empfohlen, „Become“ zumindest für das tägliche Workout zu nutzen, denn Zardonic tritt mit seinen Stücken dem inneren Schweinehund mächtig in den Allerwertesten und treibt zum Tempo, Auspowern und Durchhalten an.

Stilistisch grenzenlos

Doch nicht nur aggressiv, sondern auch vielseitig legt Zardonic seine Tracks an. So finden sich Streicher-Arrangements ebenso wieder wie soundtrackwürdige Parts und Rap-artige Passagen – alles in einer gelungenen Kombination u.a. zu bestaunen im Song „Children Of Tomorrow (ft Coppa)“.

Zardonic (Copyright: Zardonic)

Dass der Künstler stilistisch kaum Grenzen zu kennen scheint, macht zudem der Titel „Transhuman (ft Jørgen Munkeby)“ deutlich. Mit dominanter Jazz-Nuance sticht das Stück aus dem Album deutlich hervor. Ob positiv oder negativ, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Abnutzungsgefahr

Es fällt allerdings auf, dass „Become“ nach diesem Titel etwas zu schwächeln beginnt. Obwohl Zardonic auch im weiteren Verlauf mit spannenden und hörenswerten Sounds aufwartet, nutzen sich die beiden folgenden Songs, insbesondere „Army Of One“, nun ein wenig ab. Immerhin schließt „Libertadores“ das Album in opulenter Soundtrackqualität ab und schlägt damit einen soliden Bogen zum Beginn. Eine runde Sache, der Electro-Fans ihr Ohr leihen sollten.

Video

Tracklist

01 No Mas Revolution (intro)
02 Revelation
03 Black And White (feat. American Grim)
04 Takeover (feat. Qumists)
05 Children Of Tomorrow (feat. Coppa)
06 Before The dawn (feat. Celldweller)
07 Follow The Light
08 Transhuman (feat. Jorgen Minkeby)
09 Doom (feat. Doomcandy)
10 Army Of Love
11 Monster (feat. Malke & APE)
12 Libertadores (Finale)

Details

Zardonic – Homepage | Zardonic – Facebook | Zardonic – Twitter

Label: Entertainment One Music / SPV
Vö-Termin: 28.09.2018
Spielzeit: 46:36

Copyright Cover: Entertainment One Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde