Review

Saarbrücken, Place to be und Hochburg von… Mal ehrlich, Saarbrücken ist eigentlich kein Highlight. Yagow dagegen sind ein kleines Highlight. Die drei Mannen der Psychedelic Rock Band bringen über Crazysane Records ihr Debütalbum raus und wollen rein vom Sound her hoch hinaus. Alles klingt schön abgespaced und weitgefächert. Im Songwriting bleibt es dagegen einfach und straight. Ob dieser Mix auf der Platte funktioniert?

Mit dem Opener „Horsehead Nebula“ zeigen Yagow schon zu Beginn, wo die Reise hingehen soll. Abgespacter 80er Rock mit einlullendem Gesang trifft auf treibende Riffs und straighte Drums. Man denkt an Led Zeppelin und ein wenig an die Grunge-Zeit, denn das verbinden die Jungs in ihren Tracks. Alles wirkt wie aus einem Guss und die Produktion ist etwas rau, aber an den richtigen Stellen kommt es geballt auf die Hörer zu.

Vor allem die verträumte Atmosphäre macht richtig Spaß und dürfte wahrscheinlich auch live genug Antrieb zum Mitschuckeln vermitteln.

Hier und da kann der Hörer außerdem durch den intensiven Melodie-Einsatz schnell das Träumen anfangen und wird nachdenklich gestimmt.

Zwar setzt sich Yagow aus nur drei Musikern zusammen, diese haben aber eine Soundgewalt für fünf. Es wird sphärisch und sehr intensiv.
Effektvolle Gitarren mit rollenden Drumfills sind das Aushängeschild der Dudes und so gliedern auch sie sich gut in die Arbeit der Labelkollegen Pabst, Heads & Co. ein.

Yagow (Copyright: Yagow)

Den großen Ausbruch darf man jedoch nicht erwarten, vielmehr verlieren sich Yagow gelungen in ihren großartigen Tracks, die zwischen Pyschedelic und Rock hin und her wabern. Zudem lassen sie sich sehr gerne Zeit, damit sich ein Song entwickeln kann. Das kann dem einen oder anderen Hörer nicht so liegen und so wird „Yagow“ auch mal schnell zu einem Skip-Fest. Man muss es wollen – fallen lassen und genießen, dann wirkt die Band am besten.

Yagow machen mit ihrem Erstling alles richtig. Ein Konzept, das sich durch die ganze Platte zieht, und ein authentischer Sound, der sehr ehrlich daherkommt. Würden die Jungs etwas mehr aus ihrem Käfig ausbrechen, wäre die Platte vielleicht noch energiegeladener geworden. So bleibt es lässig und nachdenklich, aber dennoch richtig gut. Klare Empfehlung für Crazysane Records Fans.

Video

Trackliste

01 Hosrsehead Nebula
02 Snake Charmer
03 Moss & Mint
04 Time To Get Rid Of It
05 Non-Constractual
06 Nude On The Moon Dance

Details

Yagow – Facebook

Label: Crazysane Records
Vö-Termin: 16.06.2017
Spielzeit: 41:54

Copyright Cover: Crazysane Records



Über den Autor

Marcus
Marcus