Review

Mit ihrem aktuellen Album setzt das Duo X-O-Planet, bestehend aus Manja Kaletka und Goderic Northstar, seine Reise – statt als „Passengers“ nun als „Voyagers“ – durch Raum und Zeit fort. Die Albumbezeichnung wechselte, nicht aber ihr Stil, sodass die Hörer erneut elf Songs im Synth/Future Pop Gewand erleben dürfen.

Inhaltlich abermals im weiten Feld der Science-Fiction und im Bereich wissenschaftlicher Entdeckungen und Theorien über das Universum, die Zeit, Materie und mögliches extraterrestrisches Leben angesiedelt, knüpfen die Mainzer nahtlos an ihr Debütalbum an – und merzen dabei auch die einst von uns erwähnten Kritikpunkte des Erstlingswerks leider nicht aus.

So wird es auch „Voyagers“ schwer haben, sich in der Masse an Veröffentlichungen seiner Genres hervorzuheben.
Obschon tanzbar und mit einigen sehr zugänglichen, da eingängigen und gefälligen Nummern wie dem Titeltrack „Voyagers“ versehen, bleibt das Album insgesamt recht gleichförmig. Nicht nur die Atmosphäre ändert sich kaum, viele Songs plätschern zudem am Hörer eher belanglos vorbei – mit beständig ähnlichem Beat und oft ohne Highlights.

Einzig „Distructive Shadow“ lässt aufhorchen. Mit harschem Beat und dunklen, verzerrten Male Vocals (beim nächsten Mal gerne wieder mehr davon!) durchbricht der Song die sonst sehr sphärische, vom weiblichen Gesang getragene Basis des Albums. Derlei Material, das mehr Abwechslung bringt, fand auf „Passengers“ zwar auch selten, aber dennoch verstärkter als auf „Voyagers“ seinen Platz. Schade, sorgen solche (im positiven Sinne zu verstehenden) „Ausreißer“ doch für Überraschungen und lassen einen Silberling lange spannend bleiben.

X-O-Planet (Copyright: X-O-Planet)

Da X-O-Planet zudem textlich einiges zu erzählen haben, wäre es umso vorteilhafter, wenn die Songs nachhaltiger wirken würden. Doch während „Voyagers“ weder eine Weiterentwicklung zum Vorgängeralbum aufzeigt, bleiben auch die Tracks nicht lange nach dem Hören im Ohr.

X-O-Planet liefern somit ihre Songs auf dem gleichen soliden Niveau – wie auf dem Vorgänger gezeigt – ab. Aha-Momente oder Club- respektive Playlistkracher bleiben allerdings aus. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

Immerhin: Die eingeschlagene Stilistik in Richtung Future Pop wird gut umgesetzt und durch weite Klangflächen bzw. sphärische Sounds passend in Szene gesetzt. Genre-Fans werden daher mit „Voyagers“ einen kurzweiligen Zeitvertreib finden.

Teaser

Tracklist

01 Prelude 2019
02 Neutron Star
03 Distructive Shadow
04 Faster Than Light
05 Voyagers
06 The Unforseen
07 Gravity Lost
08 Storytelling
09 Refocus
10 Mystery Of Gravity
11 Goodbye

Details

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Label: Danse Macabre / Al!ve
Vö-Termin: 27.04.2018
Spielzeit: 50:25

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde