Review

Within the Ruins sind für viele ein fester Bestandteil der Deathcore-Szene. Mit „Halfway Human“ präsentieren die Corer aus Westfield nun ihr neues Album. Viel Technik, viel Melodie und ein derber Sound sind gute Voraussetzungen, um eine extreme Platte auf den Markt zu bringen. Doch kann „Halfway Human“ in diesen schweren Deathcore-Zeiten auch überzeugen?

Startet der Hörer „Halfway Human“, so dröhnt ihm der djentlastige und krachende Deathcore-Sound der Platte sofort entgegen. „Shape-Shifter“ ist volles Einzelton-Gefrickel in Kombination mit einem kräftigen Schlagzeug. Zwar kündigte die Band an, dass ihr Sound dieses Mal nicht so klinisch klingen soll, aber gerade die Drums krachen dermaßen, dass von natürlichem Sound kaum die Rede sein kann. Für ihre Musikrichtung ist das nichts Ungewöhnliches, zudem passt dies gut zu den klinischen Gitarren und den generischen Songstrukturen. Mit denen und dem damit einhergehenden Technik- und Groove-Anteil befinden wir uns in Gefilden von den inzwischen deutlich verspielter gewordenen Born of Osiris.

Within the Ruins gehen aber einen etwas anderen Weg. Das zeigt beispielsweise der zweite Track „Death of the Rockstar“, denn hier hört man ganz klar As I Lay Dying heraus. Es wird thrashig und das klingt richtig gut. Die Metalcore-Kombination aus Toms Metal-Stimme und dem Gesang durch Paolo, der nebenher den Bass bedient, wirkt gut aufeinander abgestimmt. Hervorzuheben ist außerdem Joe Cocchi an der Gitarre, der nicht nur viel Melodie, sondern auch Soli in die Tracks bringt. Da gibt es definitiv nichts zu meckern, zumal kurz darauf schon der nächste Groove auf den Hörer wartet.

Mit kleinen technischen Spielereien wie Stereo-Gitarren, Synthis oder abgehackten Rhythmen halten Within the Ruins ihr Album interessant, doch gibt es einen Kritikpunkt, der viele Deathcore-Bands ereilt: Wir haben das alles schon einmal gehört. Breakdown, Melodie und Gesang, Doublebass-/Groove-Part und anschließend der nächste Song, der nach Schema F funktioniert. Spielerisch auf höchstem Niveau, aber in seiner Komplexität doch nur eine Platte, die im großen Breakdown-Pool mitschwimmt.

Within the Ruins (Copyright: Within the Ruins)

Grooves wie in „Absolution“ zeigen jedoch, was die Band leisten kann und wie kreativ sie ist. Weshalb also verschreibt man sich diesen bekannten Mustern und bricht nicht ein wenig öfter aus?

Wie gut ist „Halfway Human“ gestartet und wie schnell hat man die Lust an dem Technical Djent verloren. Rein an der Produktion und dem technischen Können kann man überhaupt nichts kritisieren. Hier befinden sich Within the Ruins ganz weit vorne. Wer die Band daher mag, wird auch mit „Halfway Human“ seinen Spaß haben. Deahtcore-Fans verpassen aber nicht viel und könnten auch bei ihren lieb gewonnenen Scheiben bleiben. Die nächste Platte mit dem gleichen Muster kommt bestimmt.

Video

Trackliste

01 Shape-Shifter
02 Death of the Rockstar
03 Beautiful Agony
04 Incomplete Harmony
05 Bittersweet
06 Objective Reality
07 Absolution
08 Ivory Tower
09 Sky Splitter
10 Ataxia IV
11 Treadstone

Details

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Label: Long Branch Records / SPV
Vö-Termin: 03.03.2017
Spielzeit: 51:01

Copyright Cover: Long Branch Records



Über den Autor

Marcus
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